Ukraine

Ukrainischer Ex-Abgeordneter Kalaschnikow offenbar ermordet

16.04.15, 00:23

Ein früherer ukrainischer Abgeordneter der Partei der Regionen des gestürzten prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch ist offenbar ermordet worden. Oleg Kalaschnikow sei am Abend mit Schusswunden tot in seinem Haus in Kiew gefunden worden, teilte das Innenministerium am Mittwoch mit.

Der Abgeordnete Anton Gueraschtschenko erklärte seinerseits, die Polizei habe Ermittlungen wegen vorsätzlichen Mordes aufgenommen. Es würden sowohl politische Motive als auch die These eines Raubmords oder einer Tat aus wirtschaftlichen Gründen geprüft.

Laut dem Abgeordneten hatte Kalaschnikow während der Proteste der proeuropäischen Opposition vergangenes Jahr Gegenkundgebungen organisiert. Kalaschnikow ist bereits der vierte Verbündete von Janukowitsch, der in den vergangenen zwei Monaten unter verdächtigen Umständen verstarb. 

In der Ukraine herrscht an vielen Orten weiter Gewalt. Hier ein Bild aus der Region rund um Mariupol.  Bild: ANASTASIA VLASOVA/EPA/KEYSTONE

So war der frühere Gouverneur Olexander Peluschenko tot in seinem Haus im Süden der Ukraine gefunden worden. Kurz zuvor war der frühere Abgeordnete Stanislaw Melnik tot in seinem Haus bei Kiew entdeckt worden. Beide Politiker sollen sich das Leben genommen haben.

Ende Februar hatte sich zudem Michailo Tschetschetow, ein hoher Parlamentsmitarbeiter der Partei der Regionen, aus einem Fenster im 17. Stock gestürzt. Ausserdem war Ende März der jüngste Sohn von Janukowitsch mit einem Kleinbus auf dem Eis des Baikal-Sees in Sibirien eingebrochen und ertrunken.

Auch wenn die Vertrauten des Ex-Präsidenten von einem Unfall sprachen, wurde der Vorfall von manchen Beobachtern als verdächtig bewertet. Janukowitsch war im Februar 2014 nach monatelangen Protesten gestürzt worden und ins russische Exil geflohen. (feb/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Roger Gruber 16.04.2015 07:15
    Highlight Ob das wohl die "europäischen Werte" sind, für die die Ukrainer am Maidan demonstriert haben? Oppositionelle sterben reihenweise, Kredite der EU werden für Waffenkäufe in den USA eingesetzt, Männer im Wehrdienstalter werden im Osten als Kanonenfutter an die Front getrieben und fliehen deshalb zu 100'000enden nach Russland. Flüchtlinge, welche es in die EU schaffen, werden umgehend zurückgeschafft und in Gefängnisse eingesperrt, welche schon seit ca. 10 Jahren (!), mit EU-Geldern, aufgebaut werden für diesen Zweck. Und Schuld an allem ist Putin, wer denn sonst...
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