Ukraine
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Staatschef Poroschenko: «Das Land braucht den Frieden». Bild: X00874

Ukraines Präsident Poroschenko

«60 Prozent unserer Militärtechnik sind zerstört»

Den ukrainischen Truppen könnten bald die Waffen ausgehen. Präsident Poroschenko sagte in einem Fernsehinterview, mindestens 60 Prozent der Militärtechnik der ukrainischen Armee seien zerstört. Die vereinbarte demilitarisierte Zone ist noch immer nicht geräumt.

22.09.14, 03:38 22.09.14, 06:29

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Die ukrainischen Regierungstruppen haben bei ihrem Kampf gegen die Separatisten im Osten des Landes mehr als die Hälfte ihres Kriegsgeräts verloren, darunter auch etliche Panzer. «Es wurden zwischen 60 und 65 Prozent der Militärtechnik zerstört», sagte Präsident Petro Poroschenko am Sonntagabend im ukrainischen Fernsehen. Er betonte, dass sein Land den Frieden brauche. Er selbst wolle alles unternehmen, «um den Friedensplan umzusetzen». 

Beide Seiten hatten unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der Nacht zum Samstag in Minsk vereinbart, ihre schweren Waffen um jeweils 15 Kilometer zurückzuziehen. So soll eine 30 Kilometer breite Pufferzone geschaffen werden. Von einer konkreten Umsetzung der Vereinbarung war am Sonntag allerdings noch keine Rede. 

Schon Anfang September war eine Waffenruhe vereinbart worden, die allerdings brüchig blieb. Der Waffenstillstand existiere nur dem Namen nach, sagte Nato-Oberbefehlshaber Philip Breedlove: «Die Lage in der Ukraine ist im Augeblick nicht sehr gut.» In den vergangenen Tagen sei in einigen Gebieten genauso heftig gekämpft worden wie vor der Vereinbarung der Waffenruhe. 

Weiterhin heftige Kämpfe

Ein Sprecher des ukrainischen Militärs sagte, die ukrainischen Truppen würden immer wieder beschossen. «In den vergangenen 24 Stunden haben wir zwei Soldaten verloren, acht wurden verletzt.» Aus der vereinbarten Pufferzone werde man sich erst zurückziehen, wenn die Angriffe eingestellt würden. 

Nach Angaben des Militärsprechers haben die Separatisten einen Vorstoss auf den von Regierungstruppen gehaltenen Flughafen der Industriemetropole Donezk gemacht. Im Feuer der Armee seien 40 Separatisten gestorben. Eine unabhängige Bestätigung für diese Angaben gab es bisher nicht. 

Zehntausende protestierten in Moskau gegen Putins Ukraine-Politik. Bild: Denis Tyrin/AP/KEYSTONE

Unterdessen demonstrierten in Moskau Zehntausende gegen die Ukraine-Politik von Kreml-Chef Wladimir Putin. Unter dem Motto «Nein zum Krieg!» trugen die Teilnehmer Schilder mit den Bildern und Namen von russischen Soldaten, die bei den Kämpfen in der Ostukraine getötet wurden, oder die blau-gelben ukrainischen Nationalflaggen. 

Gemäss dem in Minsk unterzeichneten Memorandum müssen ausländische Kämpfer die Ukraine verlassen. Das russische Aussenministerium wies am Samstag erneut Vorwürfe des Westens zurück, in der Ostukraine würden russische Soldaten eingesetzt. Zur Bekämpfung der humanitären Krise schickte Moskau nach dem Treffen in Minsk einen dritten Hilfskonvoi ins Konfliktgebiet. Rund 200 Lastwagen mit 2000 Tonnen brachten Nahrungsmittel und Medikamente ins Krisengebiet. (vet/dpa/Reuters)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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