Ukraine
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Pro-Russia armed men stand guard in front of the seized city council building in Kostyantynivka April 28, 2014.  REUTERS/Marko Djurica (UKRAINE - Tags: POLITICS CIVIL UNREST)

Aktivisten vor dem besetzten Gebäude Bild: Reuters

Ukraine-Krise

Bürgermeister von Charkow niedergeschossen

Die Gewalt in der Ostukraine eskaliert erneut: Der Bürgermeister der Millionenstadt Charkow wurde angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Die OSZE fordert Russland auf, sich für die Freilassung der inhaftierten Militärinspekteure einzusetzen. 

28.04.14, 11:54 28.04.14, 12:20

Ein Artikel von

Slowjansk – Der Bürgermeister der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw, Hennadij Kernes, ist mit Schusswunden im Rücken in ein Krankenhaus gebracht worden. «Die Ärzte kämpfen um sein Leben», wird eine Sprecherin des Bürgermeisters von der Agentur Interfax Ukraina zitiert.

Noch ist unklar, wer die Schützen waren. Kernes unterstützte einst die Revolution in Orange, wechselte aber später in das wieder erstarkende Lager des seit 2010 amtierenden Präsidenten Wiktor Janukowitsch.

Der angeschossene Bürgermeister, Hennadij Kernes Bild: AP

Auch andere Teile der Ostukraine werden von Unruhen erschüttert: In Kostjantyniwka, rund 40 Kilometer südlich von Slowjansk, haben prorussische Bewaffnete das Rathaus und die Polizeistation eingenommen

Bewaffnete fordern Referendum

Etwa 20 maskierte Bewaffnete in Uniformen besetzen das Verwaltungsgebäude, meldete die Nachrichtenagentur Reuters. Ein Sprecher der Donezker Bezirksregierung sagte, die Forderungen der Besetzer seien die gleichen wie in anderen Städten, in denen Separatisten die Kontrolle über öffentliche Einrichtungen übernommen haben: Die Bewaffneten würden ein Referendum fordern und die Unabhängigkeit ihrer Region. 

Der Gouverneur von Donezk, Sergej Taruta, und der Donezker Bürgermeister Alexander Lukjantschenko sprachen sich unterdessen für ein landesweites Referendum aus. Parallel zu den Präsidentenwahlen am 25. Mai sollten die Bürger der Ex-Sowjetrepublik über zusätzliche Vollmachten für die Gebietsregierungen entscheiden. Prorussische Protestführer fordern seit Wochen in Donezk und Lugansk eine Volksabstimmung, eine weitreichende Föderalisierung oder sogar eine Loslösung von der Ukraine – wie zuletzt bei der Halbinsel Krim. 

Obama kündigte neue Sanktionen gegen Russland an

Die 80'000-Einwohnerstadt Kostjantyniwka liegt etwa 40 Kilometer südlich von Slowjansk, wo Separatisten immer noch Militärinspekteure der OSZE festhalten. Ein schwedischer Mitarbeiter war am Sonntag wegen gesundheitlichen Gründen freigelassen worden. Die OSZE forderte die Freilassung aller Team-Mitglieder. Die Separatisten wollen die Männer, darunter vier Deutsche, nur im Austausch gehen lassen: Sie verlangen die Freilassung von inhaftierten prorussischen Unterstützer.

Bundesrat Burkhalter kritisiert die Separatisten Bild: KEYSTONE

In einer Erklärung in der Nacht zum Montag kritisierte OSZE-Chef Didier Burkhalter die Festsetzung der Beobachter als «inakzeptabel». Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte die «Zurschaustellung» der Gefangenen vor der Presse. Die Separatisten hatten sie am Sonntag den Medien vorgeführt.

US-Präsident Barack Obama kündigte noch für Montag neue Sanktionen gegen Russland an. (spiegel online)



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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 28.04.2014 12:46
    Highlight Die Eskalationsgeschwindigkeit dürfte Putin gerade recht sein. Man hat schon vor einem Monat mit Polen, Rumänien und Ungarn ganz offen über die Aufteilung der Ukraine verhandelt. Es geht nicht um Einfluss, sondern um die vollständige Auflösung der Ukraine. Dafür wird ein Ereignis angestrebt, das man im Fernsehen als Massaker an der Zivilbevölkerung darstellen und beklagen kann.
    Entsprechend erfolgt auf jede Deeskalation oder Zurückhaltung auch eine neue Provokation.
    1 1 Melden

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