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Ukraine

Bundesrat will Janukowitschs Guthaben einfrieren – Lage auf der Krim bleibt explosiv

27.02.14, 07:02 27.02.14, 18:03

Ticker: Krise in der Ukraine (27.02.2014)

Bewaffnete Männer haben am Donnerstag das Parlamentsgebäude und den Regierungssitz auf der ukrainischen Halbinsel Krim besetzt. Bis zu fünfzig mit modernen Waffen ausgerüstete Männer seien in der Nacht in die Gebäude in der Regionalhauptstadt Simferopol eingedrungen, sagte der Regierungschef der halbautonomen Republik Krim, Anatoli Mohiljow, der Nachrichtenagentur AFP.

Polizei umstellt besetztes Gebäude

Seine Behörden bereiteten «Massnahmen» vor. Ein AFP-Reporter berichtete, über den Gebäuden sei die russische Flagge gehisst worden. Die Nachrichtenagentur Interfax hatte zuvor gemeldet, dutzende Männer in Uniformen ohne Rangabzeichen hätten am frühen Morgen auf die Fenster des Parlaments geschossen und die Wachen zum Verlassen des Gebäudes gezwungen. Demnach wurden die Gebäude verbarrikadiert und von der Polizei umstellt.

Auf dem Gebäude wurde die russische Fahne gehisst

Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow erklärte, Spezialeinheiten der Polizei seien in Bereitschaft versetzt worden. Damit solle ein «Blutbad unter der Zivilbevölkerung» vermieden werden. Awakow sprach von «Provokateuren» und rief dazu auf, «einen kühlen Kopf» zu bewahren. Gleichzeitig warnte er Russland vor einer Mobilisierung seiner Streitkräfte in Sewastopol.

Bereits am Mittwoch hatte es nahe den Gebäuden in Simferopol Zusammenstösse zwischen tausenden prorussischen Demonstranten und Anhängern der neuen proeuropäischen Führung in Kiew gegeben. Die mehrheitlich muslimische Volksgruppe der Tartaren unterstützt in dem Konflikt, der am Wochenende zum Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch führte, die proeuropäische Opposition.  

Bild: EPA/EPA

Moskau: werden unsere Landsleute schützen

Russland kündigte angesichts der Entwicklungen in der Ukraine an, die Rechte seiner Landsleute kompromisslos zu verteidigen. Es gebe in grossem Stil Menschenrechtsverletzungen, Angriffe und Vandalismus in der Ukraine, was die Regierung in Moskau sehr besorgt mache, erklärte das Aussenministerium am Donnerstag weiter.

Die Bevölkerung der halbautonomen Republik Krim, auf der auch die russische Schwarzmeerflotte stationiert ist, ist mehrheitlich russischsprachig. Nach der Absetzung Janukowitschs wuchs im Land die Sorge, dass sich russischsprachige Regionen im Süden und Osten des Landes abspalten könnten.

Die Krim gehört seit 1954 zur Ukraine, doch gibt es seit längerem separatistische Tendenzen. Der Parlamentspräsident in Simferopol lehnte am Mittwoch eine Debatte über eine Sezession ab.

China wirft Westen Mentalität des Kalten Krieges vor

Chinas führende Zeitung warf derweil in einem Kommentar dem Westen vor, in der Ukraine-Krise eine Mentalität des Kalten Krieges gegenüber Russland an den Tag zu legen. China und Russland haben in vielen internationalen Angelegenheiten gemeinsame Positionen.

«Die Theorien, die Politik, Wirtschaft und Sicherheit aus dem Kalten Krieg beeinflussen noch immer viele Menschen in ihrem Konzept der Welt», heisst es in einem am Donnerstag veröffentlichten Kommentar der «Volkszeitung», dem zentralen Blatt der Kommunistischen Partei. Der Kommentar ist die bislang schärfste Reaktion Chinas auf die Krise in der Ukraine und das Vorgehen des Westens dabei. (sda/afp/dpa/reu)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 27.02.2014 12:27
    Highlight Die Nationalisten greifen nun nach der Krim und haben mit den Krimtataren gute Helfer erhalten. Hier spielen die Nationalisten mit dem Pulverfass, hat die Krim geschichtlich zum Grossteil mit Russland und etwas mit dem Osmanischen Reich zu tun, aber fast nichts mit der UA. Nun werden sich auf der Krim und im Kosaken-Land im Süden der UA die Kosaken massiv bewaffnen, um sich selbst verteidigen zu können.
    1 0 Melden
  • Nosgar 27.02.2014 11:00
    Highlight Vielleicht sollte man sich mal überlegen, die Ukraine aufzuspalten. Schliesslich wurde die Krim ja erst in den 50ern der damaligen ukrainischen Sowjetrepublik zugeschlagen und viele Leute dort fühlen sich als Russen. Ein Problem ist allerdings, dass es dort auch andere Minderheiten gibt und die wohl unter russischer Herrschaft ein schweres Leben hätten.
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