Ukraine
Ukrainian troops ride on an APC with a Ukrainian flag, in a field with sunflowers in Kryva Luka, eastern Ukraine, Saturday, July 5, 2014. Ukraine's forces claimed a significant success against pro-Russian insurgents on Saturday, chasing them from one of their strongholds in the embattled east of the country. Rebels fleeing from the city of Slovyansk vowed to regroup elsewhere and fight on.  (AP Photo/Evgeniy Maloletka)

Bild: Evgeniy Maloletka/AP/KEYSTONE

Krise in der Ukraine

Armee rückt auf Millionenstadt Donezk vor

Die Rebellenhochburg Slowjansk ist schon erobert - nun nähert sich das ukrainische Militär der Metropole Donezk. Dort halten sich prorussische Milizen zu Tausenden verschanzt. Es droht ein Belagerungszustand.

06.07.14, 18:34 06.07.14, 19:43

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Die Offensive im Osten der Ukraine geht weiter, die Armee des Landes ist auf dem Vormarsch. Nach der Einnahme der Separatistenhochburg Slowjansk sind die Truppen von Präsident Petro Poroschenko weiter Richtung Donezk vorgerückt. Einer der Anführer der prorussischen Aufständischen räumte am Sonntag ein, dass die Rebellen über Nacht die Städte Druschkiwka und Kostjantyniwka aufgeben mussten.

Es sind die grösste Erfolge der Armee in ihrem seit Wochen andauernden Einsatz im Osten des Landes. Trotzdem schwor Poroschenko die Streitkräfte und die Bevölkerung auf einen harten Kampf ein: «Ich bin weit entfernt von Euphorie», sagte der ukrainische Präsident. «Die Lage ist sehr schwierig.» Die Separatisten hätten sich in den Grossstädten «eingegraben, und vor uns liegen viele Herausforderungen».

Vor allem Donezk gilt ihnen als wichtige Hochburg und als Rückzugsort. Die Stadt ist mit rund 1,1 Millionen Einwohnern die fünftgrösste der Ukraine. Als Zentrum des Kohlereviers Donbass ist sie zudem einer der wichtigen Industriestandorte des Landes sowie Kulturmetropole und Universitätsstadt.

 «Die Lage ist sehr schwierig. Die Separatisten haben sich in den Grossstädten eingegraben, und vor uns liegen viele Herausforderungen.»

Poroschenko, ukrainischer Präsident.

Mehr als 2000 Mann in Donezk verschanzt

Nachdem ihre bisherige Hochburg Slowjansk am Wochenende von den Regierungstruppen erobert wurde, haben sich die meisten Rebellen nach Donezk und in umliegende Ortschaften zurückgezogen. Separatistenführer Denis Puschilin schrieb am Sonntag auf Twitter, Donezk bereite seine Verteidigung vor. «All unsere Truppen sind hier konzentriert. Die Verteidigung von Donezk wird ein Wendepunkt sein. Wir werden siegen.» Mehr als 2000 Anhänger der selbsternannten «Volksrepublik Donezk» versammelten sich im Zentrum der Stadt, um ihren Willen zur Verteidigung zu erklären.

Während Präsident Poroschenko triumphierend die Landesflagge auf dem Rathaus von Slowjansk hissen liess, geben sich die Aufständischen nicht geschlagen: «Wir werden bis zum letzten Blutstropfen kämpfen», erklärte der Rebellenkämpfer Stanislaw in Donezk. Er warf dem Militär vor, bei ihrem Vorgehen gegen die Rebellen «das Volk auszurotten».

Bild: SERGEI CHIRIKOV/EPA/KEYSTONE

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP rollten am Sonntag Dutzende Fahrzeuge mit bewaffneten Aufständischen durch die Industriemetropole. Auch fünf gepanzerte Truppentransporter gehörten zu dem Konvoi, der durch eine der großen Einkaufsstrassen rasselte.

Es droht ein Wassermangel in der Millionenstadt

Als Hauptquartier der Aufständischen dient der ehemalige Sitz der Regionalverwaltung, der Anfang April von den Rebellen erstürmt wurde. Bewaffnete sind davor als Wache postiert. Auch der Flughafen wird von den ukrainischen Regierungstruppen gehalten.

Über die Medien werden auch in Donezk die Erfolgsmeldungen der Regierungseinheiten kolportiert. Übergangsregierungschef Arsenij Jazenjuk erklärte am Sonntag die «militärische Operation zur Befreiung von Slowjansk und Kramatorsk für beendet», Poroschenko rief dazu auf, «die Umzingelung der Terroristen zu verstärken».

Die Aufständischen wappnen sich daher für einen Belagerungszustand. Es sei «möglich», dass sich die Truppen um das grösste Zentrum der Aufständischen zusammenziehen, sagt der Vize-Vorsitzende der Volksrepublik Donezk, Andrej Purgin, der Agentur AFP. Draußen vor der Stadt sei bei Gefechten ein Kanal zerstört worden, sagt der Rebellenführer. Die Stadt werde «in einer Woche» von der Wasserversorgung abgeschnitten sein. (jok/bor/Reuters/AFP/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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