Uli Hoeness
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Bild: AP/POOL DPA

«Zurücktreten»

Reaktionen auf Prozess: Deutsche Politiker zerreissen Hoeness

Ein Artikel von

18,5 Millionen Euro an Steuern hat Uli Hoeness hinterzogen, weit mehr als bekannt. Die Reaktionen nach dem ersten Prozesstag sind heftig.

11.03.14, 07:56 12.03.14, 08:33

Aus Politik und Kirche kommt deutliche Kritik an Uli Hoeness, nachdem der 62-jährige Bayern-Präsident am Montag vor Gericht eingeräumt hatte, weitaus mehr Steuern als angenommen hinterzogen zu haben.

Der Chef der Linkspartei, Bernd Riexinger, forderte in der «Rheinischen Post» den sofortigen Rückzug von Hoeness vom Präsidentenamt beim deutschen Fussball-Rekordmeister Bayern München. Hoeness habe Steuern in einem unvorstellbaren Ausmass hinterzogen, sagte Riexinger. «Er kann nun keinesfalls weiter an der Spitze des FC Bayern bleiben. Ehrlich machen heisst zurücktreten.»

Der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) zeigte sich in den «Ruhr Nachrichten» «fassungslos», nachdem Hoeness eingeräumt hatte, statt 3,5 Millionen Euro sogar 18,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben. 

REFILE - CORRECTING IDENTITY OF LAWYER ON LEFT 

Bayern Munich President Uli Hoeness stands with his lawyers Bernd Gross (L), Hanns W. Feigen (2nd L) and Markus Gotzens (R) before the start of his trial for tax evasion at the regional court in Munich March 10, 2014. Hoeness, once one of Germany's most admired soccer managers, headed to court on Monday to face charges that he dodged taxes in a case that shocked the German public and spurred others to turn themselves in. Hoeness, 62, who as a player won the World Cup with West Germany in 1974 and has been credited with turning Bayern Munich into one of the world's most respected clubs, has said he told tax authorities about his Swiss bank account and undeclared income of his own accord in January 2013. While he has now paid back the taxes and fines he owed, it is unclear whether he informed the tax office about his offence early enough or comprehensively enough. If convicted, he faces a possible jail sentence.       REUTERS/Sven Hoppe/Pool (GERMANY  - Tags: SPORT SOCCER CRIME LAW BUSINESS HEADSHOT)

Bild: Reuters

Niemand habe das Recht, selbst darüber zu entscheiden, wie er Steuergelder verwende, die der Allgemeinheit zustünden: «Man kann nicht erst dem Fiskus Geld stehlen und sich dann anschliessend dafür feiern lassen, was man damit für Wohltaten geleistet hat», sagte Walter-Borjans. Hoeness hatte betont, sich trotz Steuerhinterziehung nicht als Sozialschmarotzer zu sehen, da er fünf Millionen Euro an soziale Einrichtungen gegeben habe. 

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, warnte in den «Kieler Nachrichten» vor einer Sondermoral für Prominente. Schneider sagte, beim Prozess in München gehe es auch um den einheitlichen ethischen Bewertungsmassstab. «Trotz aller Verdienste um den deutschen Fussball: Daraus den Anspruch auf eine andere Moral abzuleiten, geht nicht.» 

Uli Hoeness hatte an Tag eins des Steuerprozesses ein umfassendes Geständnis abgelegt (lesen Sie hier seine Aussagen im Wortlaut). Er war dabei hart mit sich selbst ins Gericht gegangen. «Ich habe gezockt und war verrückt», sagte er unter anderem. «Ich bin froh, dass jetzt alles transparent auf dem Tisch liegt. Mein Fehlverhalten bedauere ich zutiefst.» (ssu/dpa)



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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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