Umwelt
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epa04411582 Demonstrators attend the People's Climate March in New York, New York USA, 21 September 2014. The march was organised to demand world leaders take further measures to combat climate change and environmental issues. Crowds of people gathered around the globe to demand action against climate change ahead of a special UN summit, calling on world leaders to cease political posturing and commit to a concrete international plan.  EPA/PORTER BINKS

Hunderttausende gingen in New York auf die Strasse. Bild: PORTER BINKS/EPA/KEYSTONE

Vor dem UNO-Gipfel

Klimaschutz: Leo DiCaprio fordert Taten statt Worte – und mit ihm Hunderttausende auf der ganzen Welt

22.09.14, 04:04 22.09.14, 08:27

Sie haben genug von der Tatenlosigkeit der Politik: Zwei Tage vor dem UNO-Klimagipfel sind weltweit Menschen für einen wirksamen Schutz des Klimas auf die Strasse gegangen. In New York versammelten sich zehntausende Menschen zur angeblich «grössten Klima-Demonstration aller Zeiten».

Nach Angaben der Organisatoren nahmen 310'000 Menschen an der Grosskundgebung teil. Die Polizei gab keine Schätzung zur Teilnehmerzahl ab.

Mit Plakaten und Trillerpfeifen zog die Masse am südlichen Rand des Central Parks los. Angekündigt hatten sich auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon, Hollywood-Star Leonardo DiCaprio, der frühere US-Vizepräsident Al Gore und New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio.

Actor Leonardo DiCaprio takes part in a march against climate change in New York, September 21, 2014.  An international day of action on climate change brought hundreds of thousands of people onto the streets of New York City on Sunday, easily exceeding organizers' hopes for the largest protest on the issue in history. Organizers estimated that some 310,000 people, including United Nations Secretary-General Ban Ki-moon, former U.S. Vice President Al Gore, DiCaprio and elected officials from the United States and abroad joined the People's Climate March, ahead of Tuesday's United Nations hosted summit in the city to discuss reducing carbon emissions that threaten the environment. REUTERS/Eduardo Munoz    (UNITED STATES - Tags: POLITICS ENVIRONMENT CIVIL UNREST ENTERTAINMENT)

Auch der frisch gekürte UNO-Friedensbotschafter Leonardo DiCaprio war an der New Yorker Demo.  Bild: EDUARDO MUNOZ/REUTERS

In Berlin forderten rund 10'000 Menschen verschärfte Klimaziele und einen Umstieg auf erneuerbare Energien. Das Motto der drei Protestzüge zum Brandenburger Tor lautete: «Mal schnell die Welt retten.»

Bei der «Silent Climate Parade» tanzten Menschen lautlos - mit Kopfhörern - für mehr Klimaschutz, auch Radfahrer und Kinder mit ihren Familien waren unter den Demonstranten. «Es war ein fantastischer Tag», sagte Kampagnenleiter Christoph Schott. «Die Menschen haben gezeigt, dass ihnen das Klima am Herzen liegt.»

Auftakt in Melbourne

Den Auftakt zum Demonstrationsreigen hatte Australien gemacht, wo in Melbourne rund 30'000 Umweltaktivisten auf die Strasse gingen. Sie kritisierten vor allem ihren Regierungschef Tony Abbott, der eine eingeführte Kohlendioxid-Abgabe für grosse Energieverbraucher wieder abgeschafft hatte.

epa04409954 A blindfolded puppet representing Australian prime minister Tony Abbott is carried as thousands of people march in a climate change rally in Melbourne, Australia, 21 September 2014. Crowds gathered in Melbourne, Cairns and other parts of Australia to demand immediate action on climate change, as part of a global rally ahead of a special UN summit. Demonstrators marched to the Cairns Convention Centre where G20 finance ministers were meeting, and held placards with the words 'Renewables' and 'Change Now.' The march in Melbourne drew thousands onto the streets, among the events organised in 159 countries. Some demonstrators criticised Australian Prime Minister Tony Abbott, whose government has become the world's first to repeal a carbon tax.  EPA/DAVID CROSLING AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Das Feindbild der Umweltschützer in Melbourne, hier als übergrosse Puppe: Premierminister Tony Abbott. Bild: EPA/AAP

«Tony, Du stehst bald an der Klimaklippe», stand auf einem Plakat in Melbourne. Auch im australischen Cairns, wo die Finanzminister der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) tagten, kamen Demonstranten zusammen.

Auch in der Schweiz stiess der «People's Climate March» auf Interesse: In Zürich forderten rund 500 Personen, in Genf rund 800 Personen mehr Engagement für den Klimaschutz. Umweltministerin Doris Leuthard soll vor ihrem Abflug nach New York ein Brief übergeben werden. Die Schweiz müsse dazu beitragen, dass «eine verbindliche, griffige und wirkungsvolle internationale Klima-Vereinbarung» zustande komme, heisst es darin.

People hold banners and dance during a Climate Change March demanding politicians take tougher action to protect the climate in Berlin, September 21, 2014. The People's Climate March is a global action day organised ahead of next week's United Nations climate summit in New York.  REUTERS/Thomas Peter (GERMANY - Tags: POLITICS CIVIL UNREST)

Lautloser Tanz an der «Silent Climate Parade» in Berlin.  Bild: THOMAS PETER/REUTERS

Koordiniert hatte die Klima-Märsche am Sonntag die Organisation Avaaz, die sich als weltweite Bürgerbewegung versteht. Ihre aktuelle Online-Petition zum Klimaschutz haben bislang mehr als 1,7 Millionen Menschen unterzeichnet. Die Veranstalter sprachen von 2700 Veranstaltungen in rund 160 Ländern.

Neuer Schwung für Klima-Prozess

Zum UNO-Klimagipfel am Dienstag werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs erwartet, darunter US-Präsident Barack Obama. Die Veranstaltung ist offiziell nicht Teil der Verhandlungen für einen Weltklimavertrag, soll dem Prozess aber neuen Schwung verleihen.

Der Klimavertrag soll Ende 2015 bei der UNO-Klimakonferenz in Paris verabschiedet werden und 2020 in Kraft treten. Auch die USA und China, die sich gegen verbindliche Ziele zur Senkung des CO2-Ausstosses sperren, sollen mitmachen. Ziel ist es, die Erderwärmung auf zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Wert zu begrenzen. (sda/dpa/afp)



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