Umwelt
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Hunderttausende gingen in New York auf die Strasse. Bild: PORTER BINKS/EPA/KEYSTONE

Vor dem UNO-Gipfel

Klimaschutz: Leo DiCaprio fordert Taten statt Worte – und mit ihm Hunderttausende auf der ganzen Welt

22.09.14, 04:04 22.09.14, 08:27

Sie haben genug von der Tatenlosigkeit der Politik: Zwei Tage vor dem UNO-Klimagipfel sind weltweit Menschen für einen wirksamen Schutz des Klimas auf die Strasse gegangen. In New York versammelten sich zehntausende Menschen zur angeblich «grössten Klima-Demonstration aller Zeiten».

Nach Angaben der Organisatoren nahmen 310'000 Menschen an der Grosskundgebung teil. Die Polizei gab keine Schätzung zur Teilnehmerzahl ab.

Mit Plakaten und Trillerpfeifen zog die Masse am südlichen Rand des Central Parks los. Angekündigt hatten sich auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon, Hollywood-Star Leonardo DiCaprio, der frühere US-Vizepräsident Al Gore und New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio.

Auch der frisch gekürte UNO-Friedensbotschafter Leonardo DiCaprio war an der New Yorker Demo.  Bild: EDUARDO MUNOZ/REUTERS

In Berlin forderten rund 10'000 Menschen verschärfte Klimaziele und einen Umstieg auf erneuerbare Energien. Das Motto der drei Protestzüge zum Brandenburger Tor lautete: «Mal schnell die Welt retten.»

Bei der «Silent Climate Parade» tanzten Menschen lautlos - mit Kopfhörern - für mehr Klimaschutz, auch Radfahrer und Kinder mit ihren Familien waren unter den Demonstranten. «Es war ein fantastischer Tag», sagte Kampagnenleiter Christoph Schott. «Die Menschen haben gezeigt, dass ihnen das Klima am Herzen liegt.»

Auftakt in Melbourne

Den Auftakt zum Demonstrationsreigen hatte Australien gemacht, wo in Melbourne rund 30'000 Umweltaktivisten auf die Strasse gingen. Sie kritisierten vor allem ihren Regierungschef Tony Abbott, der eine eingeführte Kohlendioxid-Abgabe für grosse Energieverbraucher wieder abgeschafft hatte.

Das Feindbild der Umweltschützer in Melbourne, hier als übergrosse Puppe: Premierminister Tony Abbott. Bild: EPA/AAP

«Tony, Du stehst bald an der Klimaklippe», stand auf einem Plakat in Melbourne. Auch im australischen Cairns, wo die Finanzminister der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) tagten, kamen Demonstranten zusammen.

Auch in der Schweiz stiess der «People's Climate March» auf Interesse: In Zürich forderten rund 500 Personen, in Genf rund 800 Personen mehr Engagement für den Klimaschutz. Umweltministerin Doris Leuthard soll vor ihrem Abflug nach New York ein Brief übergeben werden. Die Schweiz müsse dazu beitragen, dass «eine verbindliche, griffige und wirkungsvolle internationale Klima-Vereinbarung» zustande komme, heisst es darin.

Lautloser Tanz an der «Silent Climate Parade» in Berlin.  Bild: THOMAS PETER/REUTERS

Koordiniert hatte die Klima-Märsche am Sonntag die Organisation Avaaz, die sich als weltweite Bürgerbewegung versteht. Ihre aktuelle Online-Petition zum Klimaschutz haben bislang mehr als 1,7 Millionen Menschen unterzeichnet. Die Veranstalter sprachen von 2700 Veranstaltungen in rund 160 Ländern.

Neuer Schwung für Klima-Prozess

Zum UNO-Klimagipfel am Dienstag werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs erwartet, darunter US-Präsident Barack Obama. Die Veranstaltung ist offiziell nicht Teil der Verhandlungen für einen Weltklimavertrag, soll dem Prozess aber neuen Schwung verleihen.

Der Klimavertrag soll Ende 2015 bei der UNO-Klimakonferenz in Paris verabschiedet werden und 2020 in Kraft treten. Auch die USA und China, die sich gegen verbindliche Ziele zur Senkung des CO2-Ausstosses sperren, sollen mitmachen. Ziel ist es, die Erderwärmung auf zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Wert zu begrenzen. (sda/dpa/afp)

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