Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Günther Jauch und Marcel Reif blicken auf den Torfall von Madrid zurück. Video: YouTube/Dave derTroll

Diese 76 Minuten TV-Geschichte lassen jeden Aprilscherz alt aussehen

1. April 1998: Anderthalb Minuten vor Anpfiff des Champions-League-Halbfinals zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund fällt im Bernabeu schon das erste Tor. Die heissblütigen spanischen Fans haben es zum Einsturz gebracht. Was folgt, ist Fernsehgeschichte.

01.04.18, 00:05 01.04.18, 14:58

Wenn ein TV-Kommentator live von einer Halbfinal-Partie der Champions League berichtet, macht er sich auf einige Eventualitäten gefasst. Das Szenario, welches sich dem deutschen Profi-Plapperer Marcel Reif an einem Abend im April 1998 bietet, hat er sich aber wohl nicht in seinen schlimmsten Albträumen ausgemalt.

Real Madrid empfängt den Titelverteidiger Borussia Dortmund zum Hinspiel im Bernabeu. Die Hardcore-Fans der «Königlichen» können den Anpfiff kaum erwarten und besteigen den Zaun vor ihrer Kurve. Um 20.43 Uhr knickt das rostige Gestänge unter der Last zusammen und reisst das daran befestigte Tor mit sich.

Unfassbare Szene in Madrid: Das Tor bricht kurz vor dem Anpfiff zusammen. GIF: Youtube/Zeruyu

Es folgen 76 wahnwitzige Minuten, während denen auf dem Rasen hektische Betriebsamkeit ausbricht. Real Madrid hat kein Ersatztor auf Lager und versucht den Schaden mit improvisierten Reparaturarbeiten zu beheben.

Traumquoten für Improvisationstheater

Während der Schiedsrichter die Mannschaften zurück in die Kabine schickt, ist man bei der Sendeleitung von RTL nicht sicher, ob man die ungeplante Unterbrechung mit Werbung füllen darf. So moderiert Marcel Reif zusammen mit Günther Jauch mehr als eine Stunde durch, ohne dass auf dem Feld nennenswerte Fortschritte erzielt werden.

Die beiden TV-Männer ernten Traumquoten. 12,76 Millionen Zuschauer wollen sehen, wie sie die prekäre Situation meistern. Das eigentliche Spiel sehen später nur noch sechs Millionen. Jauch und Reif werden für ihre humoristische Glanzleistung mit dem Bayrischen Fernsehpreis ausgezeichnet und für den renommierten Adolf-Grimme-Preis nominiert.

Ein Real-Fan mit einem Lastwagen beendet das ganze Theater. Mit einer Polizeieskorte fährt er zum Trainingsgelände und transportiert von dort ein Ersatztor ins Bernabeu. Das Spiel endet nach Treffern von Fernando Morientes und Christian Karembeu 2:0 für Madrid. Das Ergebnis ist heute längst vergessen, aber die Sprüche von Reif und Jauch bleiben legendär.

«Noch nie hätte ein Tor einem Spiel so gut getan.»

Marcel Reif

«Für alle die, die nicht rechtzeitig eingeschaltet haben. Das erste Tor ist schon gefallen.»

Günther Jauch

«Meine Kenntnisse als Ingenieur sind bescheiden, deswegen gucke ich genauso staunend dahin wie Sie. Vielleicht wissen einige Tiefbaufachleute unter Ihnen zuhause, was los ist.»

Marcel Reif

Screenshot: RTL

«Zwei Handballtore nebeneinander. Ginge das?»

Günther Jauch

«Das ist wie bei den Pfadfindern hier. Jetzt wird der Hering eingeschlagen. Wie im Zeltlager.»

Marcel Reif

«Hier spielen doch die Königlichen und dann frisst da der Gammel das Tor.»

Günther Jauch

«Ach, jetzt ist da auch noch Wasser. Die sind bis aufs Grundwasser gekommen. Oder ist es Öl? Mein lieber Schwan.»

Marcel Reif

Screenshot: RTL

«Dortmund hat ja auswärts nur ein Gegentor bekommen. So gesehen könnte man das Tor auch flach da liegen lassen, so lange Stefan Klos da drin steht.»

Günther Jauch

«Wenn der jetzt hinten in seinem Kämmerchen, in seinem Keller ein Tor baut, dann ist er der Held von Madrid.»

Marcel Reif

Screenshot: RTL

«Wem der Spielstand als Verteidiger nicht gefällt, der lehnt sich einmal gegen den Pfosten.»

Günther Jauch

«Warum habe ich keinen vernünftigen Beruf gelernt?»

Marcel Reif

«Wer auf der Seite die Werbebanden gebucht hat, übrigens: Glückwunsch!»

Günther Jauch

Screenshot: RTL

«Jo, ich dachte, wir könnten jetzt so bisschen Fussball gucken, so im Halbfinale der Champions League. Bis jetzt erleben wir hier nur einen Heimwerkerkurs.»

Marcel Reif

«Oh, da hinten der Rote, der hat eine Lösung – nee, das war Rotes Kreuz.»

Günther Jauch

Unvergessen

In der Serie Unvergessen blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei.

Alle Panini-Bilder von Schweizer WM-Teilnehmern

Fussball-Quiz

Wer war alles dabei? Bei diesen legendären WM-Aufstellungen kannst du dich beweisen 

Du wirst dich fühlen wie ein Clown – Teil 2 des Trikot-Quiz wird schwierig

Dieses knifflige Rätsel löste mein Chef in 4:14 Minuten – bitte, bitte, sei schneller!

Dieses logische Rätsel hat noch niemand unter 10 Minuten geschafft. Bist du der erste?

Erkennst du den Fussball-Klub, wenn du nur einen Teil des Logos siehst?

Wenn du diese Trikot-Klassiker nicht kennst, musst du oben ohne spielen

Fussball-Stadien, wie sie früher ausgesehen haben. Na, erkennst du sie auch alle?

Italienischer Fussballer oder Pastasorte? Hier kannst du deine Bissfestigkeit beweisen 

Huch, da fehlt doch was! Kennst du das Logo deines Lieblingsklubs ganz genau? Wir sind skeptisch ...

Es sind nicht alle Zitate von Zlatan: Aber zu wem gehören die herrlich arroganten Fussballer-Sprüche dann?

Volume II: Erkennst du den Fussball-Klub, wenn du nur einen Teil seines Logos siehst?

In der Disco, im Kino oder beim Fluchen – finde heraus, welcher Fussball-Star du am ehesten bist

Erkennst du den Fussball-Klub, wenn du nur einen Ausschnitt seines Logos siehst?

Vom Selfie bis zum Kokser-Fake – erkennst du die Fussball-Stars anhand ihres Jubels?

Achtung knifflig! Natürlich weisst du, wo Diego Benaglio, Mats Hummels oder Gerard Piqué spielen. Aber weisst du auch, bei welchem Verein sie vorher waren?

0, 1+8, 23, 52, 618 – weisst du, wieso Fussballer teilweise so schräge Rückennummern tragen?

Volume III: Erkennst du den Fussballklub, wenn du nur einen Teil seines Logos siehst?

Dass dieser Bub Wayne Rooney ist, hast du bestimmt erkannt. Aber wie sieht es mit anderen Fussballstars aus?

Achtung, noch kniffliger! Für welchen Klub haben diese 23 Fussballer denn früher gespielt?

Wenn du von einem Fussballer nur den Lebenslauf siehst: Weisst du, wen wir suchen?

11 Fragen bis zum Henkelpott: Hast du die Königsklasse, um dir den Champions-League-Titel zu holen? Aber Achtung, es ist wirklich knifflig

Alle Artikel anzeigen
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pana 01.04.2018 16:20
    Highlight "Die heissblütigen spanischen Fans"

    Der Satz alleine klingt (heutzutage) schon wie ein Aprilscherz.
    22 7 Melden

Liebe Schiris, gebt Real doch gleich den Pott, wenn ihr keinen Mumm habt, fair zu pfeifen

Real Madrid eliminiert Bayern München im Halbfinale der Champions League mit dem Gesamtskore von 4:3. Der Einzug ins Finale kam aber nur zustande, weil die Schiedsrichter kein Rückgrat haben, auch mal gegen die «Königlichen» zu pfeifen.

Sie haben heroisch gekämpft. Und trotzdem verloren. Die Bayern haben Real Madrid in deren eigenem Stadion dominiert, phasenweise gar vorgeführt. Und trotzdem jubeln am Schluss die «Königlichen». 

Weil den Bayern die Kaltschnäuzigkeit fehlt. Weil Goalie Sven Ulreich der grösste Patzer seiner Karriere unterläuft, auf den er wohl für immer reduziert werden wird. Aber auch, weil die Schiedsrichter keinen Mut haben, gegen Real Madrid zu pfeifen, wie gegen jeden anderen Klub auch. 

Bereits im …

Artikel lesen