Unvergessen
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Trotz Ausscheiden: Jubel bei den Bebbi nach dem späten Siegestreffer von Christian Gimenez. Bild: KEYSTONE

Der FCB schafft gegen Juve nur die «kleine» Sensation – für die grosse fehlen vier Tore

18. März 2003: Der FC Basel träumt vom Champions-League-Viertelfinal. Nach zehn Minuten ist das geforderte 4:0 gegen Juventus Turin bereits ungeschriebene Geschichte. Dabei wäre so viel dringelegen.

18.03.18, 00:07
Tobias Wüst
Tobias Wüst

«Es ist schwierig, aber nicht unmöglich.» Von Tiefstapeln ist vor der zweiten Partie gegen Juventus Turin meilenweit nichts zu hören, so auch nicht bei Julio Hernan Rossi. Trotz Herkulesaufgabe herrscht am Rheinknie fast schon Euphorie hinsichtlich einer möglichen Qualifikation für die Champions-League-Viertelfinals. Aber der Reihe nach:

Bei der erstmaligen Champions-League-Teilnahme schafft der FC Basel das Unmögliche und qualifiziert sich dank dem legendären 3:3 gegen Liverpool für die damalige Zwischenrunde. Nach dem verpatzten Start (1:3 gegen Manchester United, 0:4 gegen Juventus) fängt sich der FCB, punktet zweimal gegen Deportivo La Coruña und in Manchester. Vor der letzten Partie gegen Turin haben die Bebbi das Weiterkommen damit weiter in den eigenen Händen.

Im Hinspiel ist gegen Juves Schlussmann Gianluigi Buffon kein Durchkommen: Der FCB verliert im dichten Schneegestöber von Turin mit 0:4. Bild: KEYSTONE

Allerdings muss gegen die «Alte Dame» ein sensationeller 4:0-Sieg her und Deportivo darf gegen eine B-Truppe der bereits qualifizierten United nicht punkten. So räumt Coach Christian Gross vor dem Spiel auch ein, dass «etwas viel stimmen muss».

Das frühe, heftige Aufwachen

Nach zehn gespielten Minuten im St.Jakob-Park scheint alles vorbei: Alessio Tacchinardi sticht mit einem Gewaltschuss mitten ins Herz der Bebbi, sein Knaller fliegt völlig unerreichbar für Goalie Pascal Zuberbühler in den Winkel.

Tacchinardi lässt dem fliegenden Zubi in der 10. Minute keine Chance. Video: streamable

Damit sind die Basler Träume ausgeträumt: Die mittlerweile geforderten sechs Tore würden auch einer Über-Mannschaft gegen eine der besten Defensiven der Welt nicht gelingen. Umso bitterer, dass der FCB in der Folge das Zepter in die Hand nimmt und die Juve phasenweise an die Wand spielt – und alle fragen sich: Was wäre gewesen, wenn?

In der 38. Minute gelingt Mario Cantaluppi das zweite Traumtor des Abends, nach einer eher unkonventionellen Ballstafette durch den italienischen Strafraum. «Wir waren es dem Publikum schuldig, alles zu geben», meint der zentrale Aufbauer nach dem Spiel – und die Rot-Blauen halten sich daran.

Der Ausgleich durch Mittelfeld-Regisseur Mario Cantaluppi. Video: streamable

Das Telegramm:

Basel – Juventus 2:1 (1:1)
Tore: 10. Tacchinardi 0:1. 38. Cantaluppi 1:1. 92. Gimenez 2:1.
Basel: Zuberbühler; Haas, Murat Yakin, Zwissig, Atouba; Barberis (57. Huggel), Cantaluppi, Chipperfield, Hakan Yakin (79. Varela); Rossi (72. Tum), Gimenez.
Juventus: Buffon; Thuram (70. Del Piero), Montero, Iuliano, Birindelli; Tudor (46. Pessotto), Tacchinardi, Zenoni, Nedved, Zambrotta; Trezeguet (31. Salas).

In der Folge vergeben die Basler zahlreiche Hochkaräter: Hakan Yakin sieht seinen Schlenzer von Gianluigi Buffon aus dem Winkel gekratzt, Rossi scheitert nach schöner Vorlage von Scott Chipperfield aus wenigen Metern kläglich und Christian Gimenez trifft in der Schlussphase nur die Lattenunterkante.

Und die Basler Fans raufen sich ein ums andere Mal die Haare und betrauern den frühen K.o.-Schlag durch Tacchinardi. Immerhin findet die Partie für den FCB in der Nachspielzeit ein versöhnliches Ende: Gimenez steht nach einem Eckball genau richtig und hämmert das Leder zum 2:1-Schlussstand in die Maschen.

Gimenez steht kurz vor Schluss goldrichtig. Video: streamable

«Wir konnten noch einmal Werbung für den Verein und den Schweizer Fussball machen. Ich freue mich für unsere Fans über diesen Sieg, den wir gegen eine grosse, sehr ruhig und abgeklärt spielende Mannschaft errungen haben. Ein solcher Sieg ist ein halbes Jahr harte Arbeit wert. Sieben Punkte in der zweiten Phase der Champions League zu gewinnen, ist sicher ein sehr gutes Ergebnis.»

Christian Gross nach dem Spiel

Ehre wem Ehre gebührt: Als erstes und bislang einziges Schweizer Team besiegt der FCB den italienischen Serienmeister und schrammt punktgleich mit Deportivo und Juventus haarscharf an den Viertelfinals vorbei. Nur ein kleiner Trost: Da die Spanier Manchester tatsächlich mit 2:0 schlagen, hätte den Bebbi auch ein 10:0-Sieg nicht gereicht.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Scrj1945 19.03.2018 08:24
    Highlight Das war noch eine tolle mannschsft. Gimenez rossi und chipperfield😍 würde später noch besser mit delgado, costanzo, petric und rakitic
    1 0 Melden

Liebe Schiris, gebt Real doch gleich den Pott, wenn ihr keinen Mumm habt, fair zu pfeifen

Real Madrid eliminiert Bayern München im Halbfinale der Champions League mit dem Gesamtskore von 4:3. Der Einzug ins Finale kam aber nur zustande, weil die Schiedsrichter kein Rückgrat haben, auch mal gegen die «Königlichen» zu pfeifen.

Sie haben heroisch gekämpft. Und trotzdem verloren. Die Bayern haben Real Madrid in deren eigenem Stadion dominiert, phasenweise gar vorgeführt. Und trotzdem jubeln am Schluss die «Königlichen». 

Weil den Bayern die Kaltschnäuzigkeit fehlt. Weil Goalie Sven Ulreich der grösste Patzer seiner Karriere unterläuft, auf den er wohl für immer reduziert werden wird. Aber auch, weil die Schiedsrichter keinen Mut haben, gegen Real Madrid zu pfeifen, wie gegen jeden anderen Klub auch. 

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