Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Manchester United's Wayne Rooney, center, is congratulated by teammate Ryan Giggs after scoring his second goal on his debut against Fenerbahce during their Champion's League group D soccer match at Old Trafford Stadium, Manchester England, Tuesday Sept. 28, 2004. (AP Photo/Jon Super)

Ryan Giggs umarmt den Dreifach-Torschützen Wayne Rooney. Bild: AP

«Der Messias in Manchester» – Rooney skort bei seiner ManUnited-Premiere einen Hattrick

28. September 2004: Viele Experten schütteln den Kopf, als Sir Alex Ferguson im Sommer den erst 18-jährigen Wayne Rooney für sagenhafte 37 Millionen Euro zu Manchester United holt. Der englische Wunderknabe beweist aber schon bei seinem ersten Auftritt, dass er sein Geld wert ist.



«Er ist im Training sehr gut drauf.» Der erfolgreichste Klubtrainer hat mal wieder ein gutes Gespür. Nur drei Monate nach dem Fussbruch im verlorenen EM-Viertelfinal gegen Portugal setzt ManU-Coach Sir Alex Ferguson erstmals seit seinem Wechsel von Everton zu den «Red Devils» auf seinen neuen Stürmer Wayne Rooney. Und der 18-jährige Wunderknabe rechtfertigt das Vertrauen. Beim 6:2-Sieg in der Champions League gegen Fenerbahce Istanbul erzielt der Shooting Star gleich einen Hattrick.

MANCHESTER, ENGLAND - SEPTEMBER 28:  Wayne Rooney of Manchester United (R) lines up for the first time in a United shirt during the UEFA Champions League Group D match between Manchester United and Fenerbahce SK at Old Trafford, on September 28, 2004 in Manchester, England.  (Photo by Laurence Griffiths/Getty Images)

Wayne Rooney (r.) ist bereit. Bild: Getty Images Europe

In Manchester rümpfen die Verantwortlichen zunächst nur die Nase, als Ferguson mit dem Transferwunsch vorspricht. 37,5 Millionen Euro für einen Teenager auszugeben, das passt einigen in der Chefetage so gar nicht in den Kram – auch wenn Rooney als grösstes englisches Talent aller Zeiten gilt. Sir Alex bleibt aber hartnäckig und boxt den Transfer gegen alle Widerstände durch.

Hinter Rio Ferdinand ist Rooney damals der zweitteuerste Engländer aller Zeiten. «Er ist der beste junge Spieler, den dieses Land in den letzten 30 Jahren gesehen hat», sagt Ferguson an dem Tag, als der Transfer von Everton nach Manchester perfekt ist.

Rooney nicht zu bremsen

Das alles kümmert Rooney wenig, als er zur Champions-League-Hymne den Platz des Old Trafford betritt. Der Debütant ist motiviert bis in die Fussspitzen. Angewöhnungszeit braucht Rooney nicht: Nach einem frühen Giggs-Treffer führt United bereits mit 1:0, als Rooney das Leder in der 18. Minute nach perfekter Vorlage von Ruud van Nistelrooy mit links unter die Latte zimmert. Wow, was für ein Einstand.

Play Icon

Wayne Rooneys Hattrick gegen Fenerbahce. Video: YouTube/4420219

Elf Minuten später klingelt es bereits wieder im Tor von Rüstü Recber. Rooney ersprintet sich einen Pass von Giggs, tanzt die Abwehr der Türken aus und trifft aus 20 Metern unhaltbar, flach zum 3:0 ins linke Eck. Alles, was der Teenager versucht, scheint an diesem Abend zu klappen.

Die Krönung folgt in der zweiten Halbzeit. Fener hat mittlerweile auf 1:3 verkürzt, als Rooney sich kurz vor der Strafraumgrenze zum Freistoss hinstellt. Kurzer Anlauf und drin ist der Ball. Herrlich zirkelt er den Ball – wieder unhaltbar für Rüstü – über die Mauer. 

«Vielleicht wird er der Spieler des Jahrhunderts.»

Fenerbahce-Trainer Christoph Daum

Manchester United's Wayne Rooney, right, fires in his third goal from a free kick against Fenerbahce during their UEFA Champion's League group D soccer match at Old Trafford Stadium, Manchester England, Tuesday Sept. 28, 2004. (AP Photo/Jon Super)

Da staunen gar die Teamkollegen: Gary Neville, Ryan Giggs und Gabriel Heinze (v.l.). Bild: AP

Drei Tore beim Champions-League-Debüt, das hatte vor Rooney nur der grosse Marco van Basten 1992 mit vier Treffern für die AC Milan überboten – doch damals war nicht der Holländer «neu», sondern nur die Champions League, die erstmals an Stelle des Meistercups ausgetragen wurde.

«Der Messias kam nach Manchester.»

Schlagzeile in der «Daily Mail»

Dank Treffern von Van Nistelrooy und Bellion gewinnt ManUnited gegen Fenerbahce mit 6:2. Der Mann des Spiels ist aber natürlich Rooney, der nach der Partie nichts zu seinem Debüt sagen darf. Trainer Ferguson hat ihn mit einem Interview-Verbot belegt. Also wird über ihn gesprochen. «Wayne war grossartig», sagt sein strahlender Trainer Ferguson. «Man hat gesehen, was für ein enormes Potenzial in dem Jungen steckt.»

Verteidiger Ferdinand staunt: «Ich glaube, das Wort ‹Druck› kennt er nicht.» Van Nistelrooy fürchtet: «Wenn er so weitermacht, kann er meine Rekorde brechen.» Da kann Fenerbahce-Trainer Christoph Daum natürlich nicht zurückstehen: «Vielleicht wird er der Spieler des Jahrhunderts.»

«Der Messias kam nach Manchester»

Auch die englische Presse überschlägt sich am Tag nach der Rooney-Gala nur so mit Superlativen. «Das Wunderkind hat die Bühne gefunden, die seinem Talent entspricht», frohlockt der «Independent». «Der Messias kam nach Manchester», jubelt die «Daily Mail». Der «Guardian» nennt es «das eindrucksvollste Debüt, das Old Trafford je erlebt hat». «Wayne im Traumland», schreibt der «Daily Mirror».

Doch das Traumland bleibt ein Traumland und Rooney prallt – wie schon so manch englisches Wunderkind – bald wieder auf dem harten Boden der Realität auf. Zwar gewinnt er mit der United fünf englische Meistertitel und 2008 sogar die Champions League, doch sein persönlicher Stern leuchtet nie so hell, wie auf der Insel eigentlich erhofft.

Manchester United debutant Wayne Rooney celebrates his hat-trick against Fenerbahce during their UEFA Champions League Group D match at Old Trafford, Manchester, Tuesday, September 28, 2004. United went on to win 6-2. (KEYSTONE/AP Photo/Phil Noble/PA) **  UNITED KINGDOM OUT  MAGS OUT    **

Wayne Rooney: In der Folge hinkt er den Erwartungen allzu oft hinterher. Bild: AP PA

Kein weisser Pelé, kein Roo-naldo: Der bullige Stürmer kann den Erwartungen, die in ihn gesteckt werden, nie vollauf gerecht werden. Vor allem in der leidgeprüften Nationalmannschaft nicht, bis heute warten die Engländer auf den ersten grossen Titel seit der WM 1966. Die Geister, die er mit seinem Traumdebüt gegen Fenerbahce ruft, hat Rooney bis heute nicht vertreiben können.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote - alles ist dabei. 

Fussballstars von heute als Fussballstars der 70er-Jahre

Unvergessene Fussball-Geschichten aus Grossbritannien

25.11.1964: Dank Bill Shanklys Geistesblitz wird aus dem FC Liverpool ein für alle Mal die Reds

Link to Article

Das berühmteste Mannschaftsfoto der Welt oder der Tag, an dem die Geschichte des Mannes mit den grössten Eiern beginnt

Link to Article

28.04.1923: Ein weisses Pferd (das gar nicht weiss war) rettet die chaotische Wembley-Eröffnung – und ist dann angeblich auch noch Schuld am Resultat

Link to Article

21.04.2001: Die späte Rache des Roy Keane – «Schitzo» begeht das böswilligste Foul der Fussball-Geschichte

Link to Article

14.04.1999: Ryan Giggs schiesst ein Wahnsinns-Tor und entblösst sein Brusthaar. Arsène Wenger hat davon noch immer Alpträume

Link to Article

01.03.1980: Everton trauert um Dixie Dean – die Klublegende war so gut, dass ihm ein hässiger Verteidiger einen Hoden zerstörte

Link to Article

Singen statt streiten – wie dieses magische Lied ein ganzes Stadion vereinte

Link to Article

12.05.2013: Der Wahnsinn von Watford: «Ja, Sie haben gerade die dramatischste Schlussminute aller Zeiten gesehen!»

Link to Article

22.12.2007: Arsenal-Bad-Boy Nicklas Bendtner schiesst 1,8 Sekunden nach seiner Einwechslung das schnellste Joker-Tor aller Zeiten

Link to Article

11.11.2011: Der estnische Ersatzspieler, der hier den Ball weitergereicht hat, ist in Wahrheit ein cleverer irischer Fussballfan

Link to Article

Als der «Prinz des Dribblings» den allerersten Cupwettbewerb entschied 

Link to Article

25.01.1995: King Cantona flippt aus – er setzt zum legendärsten Kick der Fussball-Geschichte an

Link to Article

04.02.1997: Goalie Peter Schmeichel erzielt ein Fallrückzieher-Tor – aber es endet im Drama

Link to Article

05.05.1956: «Traut the Kraut» spielt den FA-Cup-Final trotz Genickbruch zu Ende und wird vom Kriegsgefangenen zum besten City-Torhüter aller Zeiten

Link to Article

14.10.2006: Petr Cech bangt nach einem üblen Zusammenprall um sein Leben und wird danach nie mehr ohne Helm im Tor stehen

Link to Article

09.10.1996: Schottland spielt in Estland gegen sich selber und wird von der «Tartan Army» lautstark gefeiert

Link to Article

23.08.2003: Nach dem Traumtor von Blackpools Neil Danns jubelt der Schiedsrichter kräftig mit – oder etwa doch nicht?

Link to Article

23.12.2006: Paul Scholes zimmert das Leder mit einer Volley-Rakete unter die Latte – und Ferguson fordert danach eine Entschuldigung von Mourinho

Link to Article

21.10.2013: Pajtim Kasami hämmert «einen der schönsten Volleys überhaupt» ins Crystal-Palace-Tor und verzückt sogar Andy Murray

Link to Article

26.12.1963: 10 Spiele, 66 Tore – ein Hattrick in dreieinhalb Minuten krönt die unfassbare Torflut am Boxing Day

Link to Article

28.09.2004: «Der Messias kam nach Manchester» – Wayne Rooney skort in seinem ersten Spiel für die United gleich einen Hattrick

Link to Article

02.01.1998: Paul Gascoigne erhält Morddrohungen, weil er einen Flötenspieler imitiert

Link to Article

15.05.1974: Im Suff stecken schottische Natifussballer ihren Star in ein Boot – das sofort von der Strömung weggetrieben wird

Link to Article

12.02.2011: Wayne Rooneys perfekter Fallrückzieher gegen ManCity lässt sogar Sir Alex schwärmen

Link to Article

23.03.2009: José «The Special One» Mourinho wird Doktor – und überrascht mit seiner Dankesrede die Fussballwelt

Link to Article

22.04.2006: Newcastle-Legende Alan Shearer muss abtreten – ausgerechnet wegen Erzrivale Sunderland

Link to Article

13.05.2012: Zu früh gefreut! City schnappt United den Titel im grössten Herzschlag-Finale der englischen Geschichte weg

Link to Article

09.11.1997: Der Windarsch kassiert in einem einzigen Fussball-Spiel gleich drei Rote Karten – und ist auch sonst ein liebenswerter Rüpel

Link to Article

16.03.2002: Ein Knochenbrecher-Foul macht aus einem fast gewöhnlichen Fussballspiel die «Battle of Bramall Lane» 

Link to Article

01.01.2007: Schöner als beim Neujahrsspringen fliegen sie nur noch in der Premier League

Link to Article
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

So schwärmen sie in England von der gelben YB-Wand

Beim 0:1 gegen Manchester United spielten die Young Boys in tristem Grau. Die Klubfarben trugen die rund 3000 mitgereisten Fans in die Welt hinaus. Sie legten im «Theatre of Dreams» einen beeindruckenden Auftritt hin.

(ram)

Artikel lesen
Link to Article