Unvergessen
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In Kanada kennt jeder Sport-Fan dieses Bild: Orr hebt nach dem Siegtor ab. bild: ray lussier

10.05.1970: Bobby Orr entscheidet mit dem «Flying Goal» den Stanley-Cup-Final

10. Mai 1970: Bobby Orr gilt bis heute als einer der besten Eishockey-Spieler aller Zeiten. Zwei Mal sorgt der Verteidiger dafür, dass die Boston Bruins den Stanley Cup holen. Beim ersten Mal entsteht ein Moment für die Ewigkeit.

10.05.16, 00:01


3:3 steht es im Boston Garden nach 60 Minuten gegen die St.Louis Blues. Die Meisterfeier der Bruins ist aufgeschoben. Aber nicht aufgehoben. Nur 40 Sekunden sind in der Verlängerung absolviert, als Bobby Orr hinters Tor zu Derek Sanderson spielt. Der passt die Scheibe zurück zu Orr – der Rest ist Geschichte.

Orr macht die Bruins zum Champion.
ververgaert

Ikone der Eishockey-Fotografie

Es ist der erste Stanley-Cup-Triumph der Boston Bruins seit 29 Jahren. Und das Bild, wie Orr sein Tor zum 4:3-Sieg im vierten Spiel bejubelt, wird zu einer Ikone der Eishockey-Fotografie.

Das ist Bobby Orr

731 NHL-Spiele (657 Regular Season, 74 Playoffs). 1007 Skorerpunkte: 296 Tore (270/26), 711 Assists (645/66). Von «The Hockey News» im Jahr 1997 zum zweitbesten Eishockey-Spieler aller Zeiten gewählt (hinter Wayne Gretzky und vor Gordie Howe). Bis heute der einzige Verteidiger, der Topskorer in der Regular Season wurde (1970 und 1975).

Zum «Flying Goal» kommt es, weil Orr im Moment der Schussabgabe von Blues-Verteidiger Noel Picard gefoult wird. Da Orr sieht, wie der Puck in den Kasten geht, kümmert ihn dies nicht weiter. Mit weit aufgerissenem Mund und mit den Armen in die Höhe gestreckt fliegt er jubelnd durch die Luft.

Dieses Bild des triumphierenden Orr hat sich in Nordamerika so sehr in den Köpfen eingebrannt, dass es in Bronze verewigt wurde. Seit 2010 steht die Statue, welche diesen Moment zeigt, vor dem TD Garden, der Heimstätte der Boston Bruins.

Boston Bruins hockey great Bobby Orr reacts while addressing a crowd during an unveiling ceremony for a statue of Orr, left, in front of the TD Garden sports arena, in Boston, Monday, May 10, 2010. The statue depicts Orr in the defining moment when he scored in overtime in 1970 giving the Bruins victory over the St. Louis Blues to win the Stanley Cup.  (AP Photo/Steven Senne)

Orr und Orr: Die Hockey-Legende bei der Einweihung seiner eigenen Trophäe – am 40. Jahrestag des legendären Tors. Bild: AP

Bobby Orr wird nach dem gewonnenen Final 1970 zum MVP gekürt. Dieselbe Auszeichnung erhält er zwei Jahre später – als er die Bruins erneut zum Stanley-Cup-Sieg führt.

Erster echter Offensiv-Verteidiger

Der Status Orrs in der Hockey-Welt ist umso beeindruckender, als er wegen Verletzungen nur zwölf Saisons in der NHL spielen kann. Nach seinem 27. Geburtstag absolviert er nur noch 47 Partien in der besten Liga der Welt.

Dok-Film «Bobby Orr And The Big Bad Bruins» (50 Minuten, englisch).
YouTube/Hockey Universe

Alleine seine statistischen Werte – 1007 Skorerpunkte in 731 Spielen – würden zur Untermauerung seines Stellenwerts genügen. Aber Zahlen sind nur das eine, Orrs Spielstil war das andere. Er gilt als erster echter Offensiv-Verteidiger und ist in der NHL eine solche Attraktion, dass Bostons Auswärtsspiele in der Regel ausverkauft sind.

Als Bobby Orr zurücktritt, ehren die Bruins ihn, indem sie seine Rückennummer 4 nie mehr vergeben. Der Applaus des Publikums ist so lang anhaltend, dass fast alle anderen Elemente der Unterhaltung vor dem Spiel gestrichen werden müssen.

Ausschnitt aus der Rücktritts-Zeremonie. YouTube/nitram222

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei. 
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    Alle Leser-Kommentare
  • Tikkanen 10.05.2016 08:35
    Highlight Bobby Orr, the greatest D-Man who ever play the Game👍👏🏻
    2 1 Melden
    • Robert E. Lee 10.05.2016 12:02
      Highlight gleich nach Normand Dupont ...
      Spass beiseite. Erinnere mich noch daran, wie er anno 1980 beim legendären Spiel gegen die Davoser Murmelis (9:0) im Bieler Eisstadion ehrenhalber die Scheibe eingeworfen hat. Was für schöne Zeiten... damals wechselten die Berner noch nach Biel und nicht umgekehrt.
      3 0 Melden

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