Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
21.03.2014; Zuerich; MK FIFA; FIFA Logo auf dem Hauptgebaeude (Andreas Meier/freshfocus

Bild: Andreas Meier/freshfocus

Der Fussball-Weltverband in Zahlen

21.05.1904: Die FIFA wird gegründet und nimmt im Laufe ihrer Geschichte gigantische Ausmasse an

21. Mai 1904: Sieben Gründungsmitglieder versammeln sich in Paris und gründen den Verein FIFA. Doch wissen die Schweiz, Schweden, Dänemark, Frankreich, Holland, Belgien und Spanien noch nicht, was für ein riesen Ding sie gerade in die Welt gesetzt haben.

21.05.14, 00:00 21.05.14, 16:52

Das Mutterland des Fussballs, England, ist fast ein wenig empört, als an der Rue Saint Honoré 229 in Paris 1904 die sieben nationalen Fussballverbände der Schweiz, Schwedens, Dänemarks, Frankreichs, Hollands, Belgiens und Spaniens, das durch Madrid vertreten wird, zusammenkommen. Sie wollen «den Fussball führen» und dazu einen Verband, die FIFA, gründen.

Grossbritannien sieht der Idee von Robert Guérin und Carl Anton Wilhelm Hirschmann, den Gründungsvätern, skeptisch entgegen. Ein internationaler Verband soll die Sportart lenken, für welche England die Regeln entwickelt hat? Doch zwei Jahre darauf löst der Engländer Daniel Burley Woolfall den ersten Präsidenten Guérin ab und beruhigt die Gemüter auf der Insel.

Unter Woolfall tritt die FIFA 1913 als Mitglied der IFAB, dem Gremium, welches bis heute die Fussballregeln bestimmt, bei. Acht Stimmen hat die IFAB, vier von FIFA-Mitgliedern und je eine der Ur-Fussballverbände England, Schottland, Wales und Nordirland. Findet eine Regeländerung statt, muss diese von der IFAB abgesegnet werden.

epa03296837 (FILE) A file photo shows goalposts with censors in the base of the posts during the friendly soccer match between England and Belgium at Wembley, London, Britain, 02 June 2012. Goal-line technology in football was approved on 05 June by the rule-making International Football Association Board (IFAB) with immediate effect and is to be used for the first time at the Club World Cup in December. Jerome Valcke, general secretary of the governing body FIFA, made the announcement after a special meeting of IFAB which made the historic decision unanimously. In what is the biggest milestone in football since the introduction of yellow and red cards in 1970, two systems - GoalRef and Hawk-Eye - can be used to determine whether a ball has crossed the line or not. The systems require final licensing in stadiums, and if successful at the Club World Cup, are also to be used at the 2013 Confederations Cup and 2014 World Cup.  EPA/GERRY PENNY *** Local Caption *** 50368896

Die neuste Errungenschaft der IFAB – die Torlinientechnologie. Bild: EPA

Die FIFA hat eine andere Aufgabe. Sie organisiert internationale Fussballwettbewerbe, welche bislang nur während der beiden Weltkriege unterbrochen wurden und immer populärer werden. Heute präsentiert sich die FIFA als Verein, an dem keine Fussball-Angelegenheit vorbeigeht. Und dieser Verein hat gigantische Ausmasse angenommen. Hier einige Zahlen zum Fussball-Weltverband.

1

Frau ist im Exekutivkomitee der FIFA vertreten. Lydia Nsekera aus Burundi wurde 2012 unter Blatter als erste Frau in das Komitee gewählt. Seither setzt sich das Komitee aus dem Präsidenten, acht Vizepräsidenten, 15 weiteren Mitgliedern und einer Frau zusammen. So wollte es der Schweizer Präsident Sepp Blatter, damit die Frauenquote steigt – immerhin für vier Prozent hat es gereicht.

Lydia Nsekera

Lydia Nsekera ist die einzige Frau im FIFA-Exekutivkomitee. Bild: Getty Images

8

Präsidenten waren seit der Gründung im Amt. Am längsten hielt es der Franzose Jules Rimet aus. 33 Jahre waltete er als oberstes FIFA-Mitglied. Bleibt abzuwarten, ob sich Sepp Blatter auch so lange halten kann. Seit 1998 – «erst» 16 Jahre also – sitzt der Walliser auf dem Stuhl des Präsidenten, ein Ende ist trotz seiner 78 Jahre vorerst nicht in Sicht.

209

Mitglieder (Nationalverbände) gehören der FIFA an. Diese werden gleichzeitig in sechs Kontinentalverbänden eingeordnet, welche sich meist nach geografischer Lage bilden. Somit umfasst die FIFA mehr Mitglieder als die UNO (193).

310

Mitarbeiter arbeiten alleine im Generalsekretariat des FIFA-Hauptsitzes in Zürich. Mehr zur prunkvollen Heimstätte folgt in Kürze.

The entrance area of Home of FIFA on Zuerichberg hill, pictured on July 17, 2013, in Zurich, Switzerland. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Der Eingangsbereich des Home of FIFA auf dem Zuerichberg, aufgenommen am 17. Juli 2013 in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Dieser Anblick bietet sich den FIFA-Mitarbeitern am Eingang ihres Arbeitsplatzes jeden Tag. Bild: KEYSTONE

657

Franken kostete ein Safari-Zelt für vier Personen während der WM 2010 im Kruger-Nationalpark in Südafrika. Normalerweise ist es für 67 Franken zu haben.

36'000

Franken kostet ein Final-Ticket, wenn es blöd läuft. Offiziell kostet das Final-Ticket für den 13. Juli 907 Franken, auf Viagogo liegen die Preise allerdings schon bei 36'000 Franken. In diesem Sinne bonne chance! Wahrscheinlich werden Sie das Spiel doch mit Freunden, Chips und Bier zuhause verfolgen. Ist auch nicht schlecht.

epa04141884 Picture taken on 15 May 2013 shows an interior view of the Estadio do Maracana in Rio de Janeiro, Brazil. Once the largest stadium in the world, packing in crowds of up to 200,000, the Maracana now has an official capacity of 76,804 spectators and still remains Brazil's biggest soccer ground. Rio de Janeiro is one of the host cities of the FIFA World Cup 2014 hosting four matches in the tournament's group phase, one round of 16, one quarter final and the final match on 13 July 2014. The 20th FIFA World Cup will take place in Brazil from 12 June to 13 July 2014.  EPA/MARCELO SAYAO *** Local Caption *** 50624017

Wer am 13. Juli in diesem Stadion vor Ort sein will, muss tief ins Portemonnaie greifen. Bild: EPA/EFE FILE

44'000

Quadratmeter gross ist der Hauptsitz der FIFA in Zürich. Kein Wunder müssen alleine fürs Generalsekretariat 310 Personen angestellt werden. Im Büro des Präsidenten hantiert nur einer – Sepp Blatter.

1'070'000

Franken soll Jack Warner aus Trinidad und Tobago laut der britischen Zeitung «The Guardian» erhalten haben, weil er für die Vergabe der WM 2022 für Katar gestimmt hatte. Darauf wurde der FIFA-Funktionär suspendiert und im Juni 2011 trat Warner von seinen Ämtern im Weltverband zurück.

epa02787119 (FILE) A file picture dated 06 July 2005 shows Jack Austin Warner, President of the North-and Middle American Football Association (CONCACAF), catching a ball during a photocall in Miami, Florida, USA. Suspended vice president Jack Warner has resigned from the ruling football body FIFA and the regional federation CONCACAF, FIFA said in a statement on 20 June 2011. FIFA said it has accepted the resignation and has dropped an ethics commission probe into bribery allegations against Warner.  EPA/GARY I ROTHSTEIN *** Local Caption *** 00000402727200

Jack Warner soll nicht nur Bälle gefangen, sondern sich auch die Taschen vollgemacht haben. Bild: EPA

15'155'800

Franken Steuern bezahlte die FIFA fürs Jahr 2013. Das sind rund 17-mal mehr als in den Jahren 2003 bis 2010. Damals profitierte die FIFA von einer rechtsverbindlichen Zusicherung der Steuerbehörde und kam mit einer jährlichen Abgabe von knapp unter 900'000 Franken davon.

31'223'487

Franken Preisgeld warten auf den Weltmeister der anstehenden WM in Brasilien. Der zweite Finalist erhält immerhin noch 22,3 Millionen. Insgesamt schüttet die FIFA mit 513 Millionen Franken die höchste Summe der WM-Geschichte aus. Die 16 Teams, die nach der Gruppenphase ausscheiden, erhalten garantierte 7,1 Millionen. Ein Achtelfinal ist 8 Millionen wert und der Einzug in den Viertelfinal schon 13,3 Millionen. Ausserdem entschädigt die FIFA alle Vereine, die Spieler für die WM abstellen müssen, mit insgesamt 62,4 Millionen Franken.

280'000'000

Franken kostete der Bau des Hauptsitzes hoch über der Stadt Zürich. Das Gebäude wurde von der Zürcher Architektin Tilla Theus entworfen und hat neben einem gigantischen Kronleuchter auch einen eigenen Fussballplatz und einen multireligiösen Andachtsraum ganz aus dem Halbedelstein Onyx zu bieten.

A meeting room in the new FIFA headquarters is shown during the Swiss Press Day in Zurich, Switzerland, Thursday, 26. April 2007. The new FIFA building was presented to Swiss media today. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Ein Sitzungszimmer im neuen Home of FIFA in Zuerich am Donnerstag, 26. April 2007. Im Rahmen des Swiss Press Day wurde den Medienvertretern das Gebaeude naeher vorgestellt.   (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

So gediegen tagen die FIFA-Funktionäre im Zürcher Hauptquartier. Bild: KEYSTONE

1'236'000'000

Franken betrug der Jahresumsatz der FIFA im letzten Geschäftsjahr. Der Löwenanteil stammt aus dem Verkauf von TV-Rechten (536 Millionen) und Marketing-Einnahmen (360 Millionen). Nach Abzug der Kostenseite verblieben der FIFA 64 Millionen Franken Gewinn, welche in die FIFA-Reserven flossen. Diese sind mittlerweile auf 1,277 Milliarden angewachsen sind.

178'000'000'000

Franken soll die Infrastruktur für die WM 2022 in Katar nach derzeitigem Wissensstand insgesamt kosten. Das wäre viermal mehr als Russland für die gigantischen Winterspiele von Sotschi aufgeworfen hat. Ein teurer Spass für die Scheichs, denn die Rechnung begleicht nicht die FIFA, sondern der Ausrichterstaat. Noch wird aber gestritten, ob die WM im Sommer oder im Winter stattfinden soll.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote – alles ist dabei.



Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Vucinic lässt der Schweiz die Hosen herunter und trägt sie als Kopfschmuck

8. Oktober 2010: Dass die Schweiz in Montenegro mit 0:1 verliert, gerät beinahe zur Nebensache. Für Aufsehen sorgt vielmehr der unkonventionelle Jubel des einzigen Torschützen Mirko Vucinic.

Nach dem enttäuschenden Ausscheiden in der Gruppenphase an der WM 2010 will es die Schweizer Nati am nächsten Turnier besser machen. Doch die EM 2012 verpasst sie – weil der Start völlig in die Hose geht.

Zuerst ein 1:3 in Basel gegen England, dann eine unerwartete 0:1-Niederlage auswärts gegen Montenegro. In Podgorica fehlt es der Schweiz an Durchschlagskraft, sie hat keine Ideen, wie sie den Gegner überwinden kann. So fällt das einzige Tor auf der anderen Seite. In der 67. Minute vernascht …

Artikel lesen