Unvergessen
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Warum so traurig? Santi Cazorlas Sohn kapiert noch nicht ganz, dass sein Vater soeben Europameister geworden ist. Bild: EPA

01.07.2012: «La Furia Roja» ist nicht zu halten – die Spanier holen den dritten grossen Titel in Serie

1. Juli 2012: Aller guten Dinge sind drei. Nach dem Triumph an der EM 2008 und dem WM-Titel 2010 sitzen die Spanier auch an der Euro 2012 zuoberst auf dem Thron. Xavi, Iniesta, Torres und Co. sind im Fussballolymp angekommen.

01.07.16, 00:01 01.07.16, 10:32


Es ist die Krönung von absoluter Fussballdominanz. Es ist der berüchtigte Tiki-Taka-Fussball, der in seiner Perfektion fast jeden Gegner zermürbt. Es eine Ansammlung von bis in die Fingerspitzen und Ohrläppchen talentierten Spielern und es ist folglich der dritte grosse Titel, den die in dieser Phase des Weltfussballs haushoch überlegenen Spanier gewinnen.

Eine Machtdemonstration

Der portugiesische Schiedsrichter Pedro Proença hat das EM-Finale 2012 soeben abgepfiffen. Italien, das Xavi, Iniesta und Co. in der Gruppenphase noch ein 1:1 abtrotzt, sieht in diesem Endspiel keinen Ball und unterliegt Spanien folgerichtig mit 0:4. Und das, obwohl deren Trainer Vicente del Bosque keinen gelernten Stürmer auf das Feld schickte. 

Die Trauer bei den chancenlosen Italienern ist riesig. Bild: EPA

Die Grössten der Geschichte! Vier wunderbare Tore für die Ewigkeit. Das war sicher das beste Spiel der Roten in der Historie. Es mag Leute geben, die das Brasilien von 1970 bevorzugen oder das Deutschland von Beckenbauer. Für andere ist das Frankreich von Zidane der Gipfel. Das ist eine Frage des Geschmacks. Aber wenn es um Titel geht, gibt es keinen Zweifel: Spanien ist die beste Mannschaft der Geschichte.

Die «Marca» begründet

Wie fast im ganzen Turnier in Polen und der Ukraine agieren die Iberer auch im Finale mit ausschliesslich offensiven Mittelfeldspielern. Iniesta, Fabregas und David Silva ganz vorne, dahinter Xabi Alonso und Xavi. Nur Busquets übernimmt in dieser spanischen Mannschaft einen etwas defensiveren Part. Dass trotz allem Fernando Torres mit drei Treffern die meisten spanischen Tore (12 insgesamt) erzielt, ist eine Randnotiz.

Die Highlights des EM-Finals 2012. YouTube/sport

Eine Rückblende

Das Team von Vicente del Bosque ist bereits vor der Europameisterschaft 2012 Kronfavorit. Es ist «doppelter» Titelverteidiger, hat bereits die EM vier Jahre zuvor und die WM in Südafrika für sich entschieden.

Puyol und Xavi zelebrieren 2010 den allerersten spanischen Weltmeistertitel. Bild: KEYSTONE

In der Euphorie geht allerdings vergessen, dass die Spanier lange auf die grossen Erfolge warten mussten. An der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland scheiterte «La Furia Roja» schon im Achtelfinal, der letzte Viertelfinaleinzug bewerkstelligte die Mannschaft 1994 in den USA. An Europameisterschaften sieht die Bilanz ähnlich düster aus, das beste Resultat ist der Titel 1964, damals nahmen aber lediglich vier Mannschaften (Spanien, Dänemark, Ungarn und die Sowjetunion) an der Endrunde teil.

Unter dem knorrigen Coach Luis Aragonés gelingt 2008 an der Euro in der Schweiz und Österreich die Auferstehung. Die Spanier fliegen durch die Gruppenphase, müssen nur im Viertelfinale gegen Italien im Penaltyschiessen kurz zittern. Danach wird Russland problemlos abserviert und im Finale gegen Deutschland sorgt Fernando Torres mit seinem Game-Winner für den ersten Titel nach 44 Jahren.

Der entscheidende Moment: Torres lupft den Ball über Lehmann, Lahm hat das Nachsehen. 
Bild: AP

«Olé! Spanien ist Weltmeister! Nur Schweiz schlägt Iniesta und Co.»

Der Blick schwelgt

Zwei Jahre später an der WM in Südafrika bleibt die überraschende Auftaktniederlage gegen die Schweiz der einzige Rückschlag. Die Gruppe überstehen die Spanier – neu gecoacht von Vicente del Bosque – in der Folge locker, in der K.-o.-Phase reichen vier (!) 1:0-Siege zum Titel. Im Endspiel gegen Holland dauert es zwar etwas länger, die Bude von Iniesta in der 116. Minute sorgt aber für den ersten WM-Titel in der Geschichte der spanischen Fussballs. 

Der entscheidende Treffer natürlich mit spanischen Kommentar.
YouTube/M.G.G.

Die Premiere

Nun will Spanien das erreichen, was zuvor noch keinem Land gelungen ist. Drei grosse Titel in Serie zu gewinnen. Die Devise ist klar: Es gilt, den EM-Titel zu verteidigen. Die Gruppenphase stellt für die Iberer keine Hürde dar. Auch Frankreich ist im Viertelfinale kein Gradmesser. Im Halbfinale setzen sich Ramos und Co. gegen Portugal im Penaltyschiessen durch und die Geschichte vom Endspiel und den schwindlig gespielten Italienern wurde eingangs bereits erzählt.

«Spanien und niemand sonst. Die beste Mannschaft der Geschichte! Eine märchenhafte Vorstellung. Man muss sich die Augen reiben, aber Vorsicht: Verwischen Sie nicht, was Sie gesehen haben. Das war die ultimative Pirouette dieser fabelhaften Mannschaft. Sie haben uns ins Paradies gehoben. Spanien hat die Welt daran erinnert, dass Fußball ein Spiel ist. Das Leben ist nicht so einfach, sagen manche. Aber Träume werden wahr, manchmal sogar in einem Rutsch.»

Die völlig euphorische «AS»

Das Unmögliche ist möglich geworden, die goldene Generation der Spanier dominiert den Weltfussball, ist im Olymp angelangt. Insgesamt gehören elf Spieler zum «Triple Gold Club» der an allen drei Turnieren dabei war. Es sind dies Iker Casillas, Pepe Reina, Arbeloa, Raul Albiol, Sergio Ramos, Cesc Fabregas, David Silva, Iniesta, Xabi Alonso, Xavi und Fernando Torres. Erst 2014 wird die Dominanz gebrochen. Und dies jäh: Der Titelverteidiger scheitert in der Gruppenphase hinter Holland und Chile. Immerhin Australien konnte zum Abschluss besiegt werden.

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