Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Schuhe binden? Nicht nötig, wenn du den Ball mit den Knien jonglierst. bild: youtube

Bei Diego Maradona staunen sogar die Gegner, wenn er sich aufwärmt

19. April 1989: Diego Armando Maradona ist in den 80er-Jahren der beste Fussballer der Welt. Deshalb sind auch alle TV-Kameras auf den Argentinier gerichtet – zu unserem grossen Glück sogar beim Warm-up.

19.04.18, 00:01 19.04.18, 06:17


Olympiastadion in München, 73'132 Zuschauer sind gekommen. Und die meisten sind schon lange vor dem Anpfiff da, denn es gibt etwas zu bestaunen. Nicht nur die eigenen, die Bayern, nein. Der beste Fussballer der Welt präsentiert sich: Diego Armando Maradona. Mit Napoli steht der argentinische Weltmeister im Halbfinal des UEFA-Cups.

Und Maradona gibt den Fans, was sie wollen – wohl ohne, dass es ihm bewusst ist. Als während des Aufwärmens der Hit «Life is Live» von Opus aus den Lautsprechern ertönt, schnappt sich Diego einen Ball und jongliert mit ihm. Tanzt mit ihm. Liebkost ihn wie eine Geliebte.

Es ist ein ganz grosses Schauspiel, das Diego Armando Maradona aufführt, die Schuhbändel offen, das Trainerjäckli zwei Nummern zu gross:

Wie im Zirkus: «Goldjunge» Maradona. Video: YouTube/TheUnComfortZONE

Dank zwei Toren des Brasilianers Careca holt Napoli im Rückspiel in München ein 2:2. Das reicht für den Einzug ins Endspiel, denn zuhause hatten die Süditaliener zuvor mit 2:0 gewonnen. Careca und Andrea Carnevale trafen jeweils nach Vorarbeit Maradonas.

Das Telegramm

Bayern München – Napoli 2:2 (0:0)
Tore: 61. Careca 0:1. 63. Wohlfarth 1:1. 76. Careca 1:2. 81. Reuter 2:2.
Bayern: Aumann; Augenthaler; Pflügler, Reuter, Eck; Dorfner, Flick (65. Ekström), Nachtweih (80. Johnsen), Kögl; Wegmann, Wohlfahrt.
Napoli: Giuliani; Corradini, Ferrara, Renica, Francini; Fusi, Crippa, Alemão (76. Bigliardi), de Napoli (90. Carannante), Maradona; Careca.

Im Final wieder gegen Deutsche

Die Entscheidung wird im UEFA-Cup in Hin- und Rückspiel ermittelt – und noch einmal trifft Napoli auf einen Bundesligisten. Der VfB Stuttgart hatte im Halbfinal den DDR-Vertreter Dynamo Dresden knapp eliminiert.

Der VfB hat ein richtig starkes Team: Eike Immel im Tor, den Freistosskönig Karl «Knallgöwer» Allgöwer, Guido Buchwald ist Kapitän, Maurizio Gaudino führt Regie und vorne sind Jürgen Klinsmann und Fritz Walter für die Tore zuständig. Aus dieser Zeit stammt auch Walters Bonmot: «Der Jürgen und ich, wir sind ein gutes Trio. Ich meinte: ein Quartett.»

Napolis Stadtheiliger: Maradona wird auch drei Jahrzehnte nach den beiden Meistertiteln noch vergöttert. Bild: EPA ANSA

Das Hinspiel findet in Neapel statt. Im Hexenkessel San Paolo bringt Gaudino die Gäste vor über 80'000 Fans in Führung. Doch Maradona persönlich und einmal mehr Careca, der Torschütze vom Dienst, korrigieren dies und sorgen für einen 2:1-Heimsieg.

Klinsmanns Erinnerungen an Maradona

Zwei Wochen später kommt's im Neckarstadion zum Rückspiel – und Diego Maradona zaubert auch in Stuttgart beim Aufwärmen. So hat es jedenfalls Jürgen Klinsmann in Erinnerung.

«Klinsi» erwähnt ebenfalls den Opus-Song, der auch vier Jahre nach seinem Erscheinen noch schwer angesagt ist: «70'000 Leute im Stadion schauen zu, wie sich Maradona aufwärmt. Wir auf der anderen Seite machen uns wie Deutsche warm: seriös, fokussiert. Dann wird ‹Live is Life› gespielt und zu diesem Rhythmus beginnt Maradona, den Ball zu jonglieren. Wir haben unser Warm-up unterbrochen und schauten hinüber: Was macht der Typ da? Wir konnten gar nicht mehr aufhören, hinzuschauen.»

Die Tore im Final-Rückspiel. Video: YouTube/bandadelbicchiere

Als es ernst gilt, ist nach einer Stunde klar, dass der UEFA-Cup-Sieger 1989 Napoli heissen wird. Mit 3:1 führen die Italiener zu diesem Zeitpunkt. Stuttgarts Tore fallen zu spät, erst in der Nachspielzeit kann Olaf Schmäler auf 3:3 ausgleichen. Gleich danach ist Schluss. Die SSC Napoli gewinnt zum ersten – und bis heute zum einzigen Mal einen europäischen Klubwettbewerb.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei. 
Um nichts zu verpassen, like uns auch auf Facebook!

El Diego im Wandel der Zeit

Maradona rutscht bäuchlings über den Rasen – als Trainer, nicht als Spieler

Einfach Diego: Maradona tanzt sich zu «Live is Life» warm

Maradona stürmt im Letzigrund die Tribüne und darf als Belohnung ins Altersheim

01.11.1989: Nur durch einen Witz-Penalty zwingt Diego Maradonas Napoli die tapferen Wettinger in die Knie

22.06.1986: Maradona schiesst das Tor des Jahrhunderts – aber in Erinnerung bleibt die «Hand Gottes»

05.05.1984: Maradona dreht völlig durch und besiegelt mit dieser Schlägerei seinen Abgang bei Barça

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dory..hä? 19.04.2018 11:08
    Highlight G.O.A.T.
    11 8 Melden

7 Dinge, die du zu Ronaldos Mega-Transfer von Real Madrid zu Juventus wissen musst

Cristiano Ronaldo wechselt per sofort von Real Madrid zu Juventus Turin. Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu einem der grössten Transfers der Fussball-Geschichte.

Nein, Ronaldo wechselt für 112 Millionen Euro nach Turin – die Summe setzt sich zusammen aus 100 Millionen Gebühr an Real und noch einmal 12 Millionen als Solidaritätsbeitrags gemäss den FIFA-Bestimmungen und Nebengebühren. Die offizielle Ausstiegsklausel war übrigens auf eine Milliarde festgesetzt.

Damit belegt CR7 …

Artikel lesen