Unvergessen
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Kurz vor dem Aufprall: Der Pokal fliegt vom offenen Doppeldecker.  bild: Screenshot youtube

20.04.2011: Reals erster Pott seit drei Jahren geht in die Brüche, weil Sergio Ramos zu wenig Muckis hat

20. April 2011: In der ersten Saison unter Trainer José Mourinho gewinnt Real Madrid dank einem 1:0-Finalsieg gegen Erzrivale Barcelona die Copa del Rey. Der erste Cupsieg seit 18 Jahren wird so ausgiebig gefeiert, dass der Pokal die Nacht nicht heil übersteht.

20.04.15, 06:25 20.04.15, 09:49


Der Jubel nach dem Schlusspfiff ist grenzenlos. Verteilt aufs ganze Feld liegen sich die Spieler von Real Madrid auf dem Rasen des Estadio Mestalla von Valenica in den Armen. Dank dem goldenen Tor von Cristiano Ronaldo in der 103. Minuten gewinnen die Königlichen den packenden Final der Copa del Rey gegen den FC Barcelona mit 1:0 und feiern im ersten Jahr unter Trainer José Mourinho gleich den ersten Titel.

Dass es nicht die Meisterschaft oder die Champions League ist, stört an diesem Abend niemanden. Schliesslich wartet Real seit drei Jahren und dem Meistertitel von 2008 auf den nächsten Pott. Da kommt der erste Pokalsieg seit 18 Jahren gerade recht. 

Sergio Ramos und Iker Casillas präsentieren die Copa del Rey. Bild: Getty Images Europe

Besonders schön: Endlich hat man dem verhassten Barcelona, das zuletzt zweimal Meister wurde und einmal den Pokal holte, wieder einen Titel abluchsen können. In der Meisterschaft liegen die Katalanen nach dem 1:1 im Meisterschafts-Clásico vier Tage zuvor nämlich bereits fast uneinholbar in Front. Und bald stehen im Champions-League-Halbfinal die nächsten zwei Direktduelle an.

Zehnausende wollen den Königspokal sehen

Doch das interessiert an diesem Abend keinen. Nach der Pokalübergabe geht die Siegertrophäe von einer Hand zur nächsten. Jeder darf das Objekt der Begierde einmal in die Höhe stemmen. Als im Mestalla die Lichter ausgehen, machen sich die siegestrunkenen Real-Spieler auf nach Madrid. 

Nachts um vier Uhr geht's im offenen Bus durch die Madrider Innenstadt. Bild: Getty Images Europe

Dort haben sich die Fans der Königlichen wie üblich rund um den Cibeles-Brunnen versammelt. Um vier Uhr nachts, als die Cup-Helden endlich in der Hauptstadt ankommen, säumen noch Zehntausende die Strassen. Und alle wollen ihn sehen: Den Königspokal.

Die Real-Spieler erfüllen ihren Fans den Wunsch und präsentieren die «Copa del Rey» vom Oberdeck eines offenen Busses. Dann passiert das Missgeschick. Der 15 Kilogramm schwere Pokal rutscht Sergio Ramos aus den Händen und fällt auf die Strasse. Der Busfahrer bekommt davon allerdings nichts mit und überfährt die Trophäe.

video: youtube/sky news

«Der Pokal ist runtergefallen, aber es geht ihm gut. Er ist ein Geschenk des Himmels, deswegen hat er überlebt», heuchelt der wohl nicht mehr ganz nüchterne Pechvogel Ramos nach seinem Faux-Pas. Der Pokal kann in der Folge nämlich nicht mehr gezeigt werden. Denn die Trophäe ist in mehrere Teile zerbrochen.

Pokal erleidet Totalschaden

Am Tag danach zeigt sich das Ausmass der Zerstörung: Die Trophäe ist nur noch Schrott. «Wenn ein Pokal aus fünf Metern auf den Asphalt fällt und unter den Bus gerät, ist eine Reparatur schwierig. Versicherungstechnisch ist es ein Totalschaden», weiss Juwelier Federico Alegre, der Hersteller des Pokals. Und so ist es auch: Damit in der Vitrine im Vereinsmuseum kein Schrott ausgestellt werden muss, kriegen die Königlichen umgehend eine Kopie.

Der zerstörte Königspokal. bild: realmadrid.com

Es bleibt die einzige Trophäe in Mourinhos erster Saison als Real-Trainer. Im Champions-League-Halbfinal zieht sein Team gegen Barcelona nach einem 0:2 im Heimspiel und einem 1:1 im Camp Nou den Kürzeren. Den zweiten und letzten Titel unter Mourinho gewinnen die Königlichen mit der spanischen Meisterschaft im Jahr 2012. Und diesmal überlebt der Pokal die Feierlichkeiten auch unbeschadet.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.

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