Unvergessen
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Komiker Gaillard macht mit seinen «Mitspielern» die Welle. bild: tf1

11.05.2002: Rémi Gaillard crasht die Cupsieger-Party und schüttelt Jacques Chirac die Hand

11. Mai 2002: Der kleine FC Lorient feiert mit dem Cupsieg den einzigen Titelgewinn seiner Geschichte. Doch die ganz grosse Story schreibt nach dem Final ein Komiker. Rémi Gaillard gelingt im Cup ein echter Coup.

11.05.16, 00:01

Im Frühling 2002 gehen die Fans des FC Lorient durch ein Wellenbad der Emotionen. Sie müssen den Abstieg ihrer Lieblinge aus der Ligue 1 hinnehmen, sie hoffen im Ligacup-Final vergeblich auf den Triumph (0:3 gegen Bordeaux) und nun reisen sie erneut voller Zuversicht zum Cupfinal ins Stade de France. Wird es gegen Bastia reichen? Die Korsen sind ein Gegner auf Augenhöhe.

Die erste Halbzeit endet torlos. Gleich nach dem Seitenwechsel fällt das erste Tor – und wie sich später herausstellen wird das einzige an diesem Abend. Stürmer Jean-Claude Darcheville setzt sich energisch durch und lupft den Ball gekonnt über Bastias Goalie Ali Boumnijel. Ein Klassetor!

Das herrliche Tor von Darcheville. YouTube/John Roche

Mittendrin statt nur dabei

So schön der Treffer ist, so sehr würde Lorients einziger Titelgewinn der Klubgeschichte hierzulande in Vergessenheit geraten. Wäre da nicht die Begebenheit nach der Partie, welche den französischen Cupfinal 2002 ganz besonders macht.

Dem bekannten Comedian Rémi Gaillard gelingt es nämlich, unbemerkt an den Siegesfeierlichkeiten teilzunehmen. Gaillard jubelt mit den Lorient-Spielern, Gaillard stemmt den Pokal in die Höhe, Gaillard jubelt mit den Fans, Gaillard schüttelt Staatspräsident Jacques Chirac die Hand. Und dieser sagt ihm sogar noch, dass er «gut gespielt hat».

Der Cupfinal-Stunt von Rémi Gaillard. YouTube/Rémi GAILLARD

Niemandem fällt auf, dass Rémi Gaillard eigentlich gar nicht auf den Rasen gehört. Er gibt sogar dem Stadionspeaker ein Interview, in welchem er erklärt, er stehe dem Nationaltrainer zur Verfügung. Und Lorients Anhängern signiert er Trikots und Fussbälle. Rémi Gaillards Stunt gelingt von A bis Z.

Mehr von Rémi Gaillard

Rémi Gaillard spielt Mario Kart.
YouTube/Rémi GAILLARD

Rémi Gaillard beim Volleyball.
YouTube/Rémi GAILLARD

Rémi Gaillard bei den Bodybuildern.
YouTube/Rémi GAILLARD

Rémi Gaillard bei den Hobbyfussballern.
YouTube/Rémi GAILLARD

Rémi Gaillard spielt Pacman.
YouTube/Rémi GAILLARD

Rémi Gaillard beim Rugby. YouTube/Rémi GAILLARD

Rémi Gaillard spielt Tetris.
YouTube/Rémi GAILLARD

Rémi Gaillard und seine Freunde von der Polizei.
YouTube/Rémi GAILLARD

Andere clevere Fans

Der irische Anhänger Conor Cunningham verfolgt 2011 ein EM-Qualifikationsspiel in Estland als Ersatzspieler des Heimteams. Hier gibt's seine Geschichte.

Karl Power stellt sich 2001 vor einem Champions-League-Spiel frech neben die Spieler von Manchester United. Ihm gelingen später noch andere Stunts. Hier gibt's seine Geschichte.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei. 
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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 11.05.2016 13:01
    Highlight Der mit der Schnecke fehlt noch oben😂 oder als er die invasion in der normandie simmulierte. Legende.
    7 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 11.05.2016 09:40
    Highlight bester franzose nach zinedine zidane ^^
    14 1 Melden
    • Dümpelente 11.05.2016 11:11
      Highlight ...und Louis de Funès.
      8 1 Melden
  • Pana 11.05.2016 07:05
    Highlight Legend! "C'est en faisant n'importe quoi qu'on devient n'importe qui."
    24 1 Melden

Ich studiere am Undenkbaren herum: Braucht der Fussball auch Playoffs?

Nie hätte ich einen Gedanken an diese absurde Möglichkeit verschwendet. Aber beim langweiligen Bayern-Kantersieg gegen Dortmund durchfährt mich ein Geistesblitz: Was, wenn es im Fussball auch Playoffs gäbe?

Ich wollte nie Playoffs im Fussball. Meister soll das Team werden, das ein ganzes Jahr lang das beste ist. Und nicht bloss während weniger Wochen im Frühling.

Aber was, wenn so viele Ligen keine spannende Schlussphase mehr kennen? Wenn die Meister schon mit dem Blühen der Osterglocken bekannt sind? Muss man da nicht etwas ändern, um die Attraktivität zu steigern? Soll der Fairness-Gedanken der Belohnung für den besten Klub einer ganzen Saison zugunsten von mehr Spannung geopfert werden? …

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