Unvergessen
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Mit weit aufgerissenen Augen blickt Gross seinen Star Yakin an.
bild: srf

09.05.2002: Christian Gross motiviert Hakaaaan bis in die Zehenspitzen und wir schauen dabei zu

9. Mai 2002: Das Schweizer Fernsehen strahlt einen Dok-Film über den FC Basel aus, der auf dem Weg zu seinem ersten Meistertitel der Neuzeit ist. In Erinnerung bleibt besonders eine Pausenansprache von Trainer Christian Gross.

09.05.16, 00:01 09.05.16, 06:30

Nach sieben Meistertiteln in Folge können sich Schweizer, die um die 20 Jahre alt sind, kaum mehr an einen anderen Champion erinnern. Dabei liegen die Zeiten, als der FC Basel selber zu den Habenichtsen gehörte, noch gar nicht so weit zurück.

Erst 2002 holt der FCB den ersten Titel der Neuzeit und aus dieser Zeit stammt auch ein köstliches Video. Es zeigt die Halbzeit-Ansprache von Trainer Christian Gross im Rückspiel des UI-Cup-Finals bei Aston Villa im August 2001, die bei seinem Star Hakan Yakin auf wenig Begeisterung stösst:

«Hakan, nöd so egoistisch! Mit em George hettet Sie no chönne de Doppelpass spiele!» YouTube/Storyfilter

Doch die Pausenschelte für Yakin und das Lob für die anderen nützt nichts. Im Gegenteil: Aus der 1:0-Führung im altehrwürdigen Villa Park wird noch ein 1:4 und der FCB muss sich die Qualifikation für die Europa League abschminken.

Der Dok-Film

«Den Topf im Kopf» gibt's auf dem SRF-Portal in voller Länge zu sehen.

Der lange Weg nach oben

FCB-Erfolge sind damals rar gesät: Seit 1980 muss der FC Basel auf einen Meistertitel warten. Triste Jahre verbringt der Klub in der Nationalliga B; Champions-League-Auftritte gegen Liverpool, Barcelona und Bayern München sind weit, weit entfernt. Die Realität heisst Urania Genf, Etoile Carouge oder FC Bulle.

Längst vergangene NLB-Zeiten: Basel spielt im alten Joggeli gegen Chur. Bild: KEYSTONE

Nach der Rückkehr in die NLA 1994 sind drei Personalien und eine Immobilie massgeblich daran beteiligt, dass der FC Basel heute die unangefochtene Nummer 1 im Land ist:

Ein Gedanke am Rande

Wieso kommt eigentlich kaum je ein Bericht über Christian Gross ohne die Bemerkung aus, dass er ein «Polizistensohn aus Höngg» ist? Von keinem anderen Fussballer weiss man, womit der Vater sein Geld verdiente, sofern er nicht auch schon Profi war.

Unternehmer Jäggi verzettelt sich zunächst zwar mit der Verpflichtung mehrerer Bundesliga-Spieler wie Franco Foda, Oliver Kreuzer, Markus Schupp oder Maurizio Gaudino, schafft aber noch rechtzeitig den Turnaround. Gross' Verpflichtung ist der Schlüssel zum Erfolg. Der Zürcher führte GC 1995 als ersten Schweizer Klub in die Champions League, was ihm in der Folge ein Engagement bei Tottenham Hotspur brachte. Und weil es Jäggi gelingt, Milliardärin Oeri ins Boot zu holen, braucht sich der FCB um Geld keine Sorgen mehr zu machen.

Erfolgsduo mit Meisterpokal: Gross und Oeri feiern den Titelgewinn 2005. Bild: KEYSTONE

Die erfolgreichste Ära im Schweizer Fussball

Während in der Saison 1999/2000 der sensationelle FC St.Gallen zu stark ist und im Jahr darauf die Grasshoppers Meister werden, schlägt 2002 die erste grosse Stunde des «neuen» FC Basel. Überlegen holt sich Rotblau den Titel, mit zehn Punkten Vorsprung auf GC.

Das Meister-Team 2002

Tor: Pascal Zuberbühler, Miroslav König, Romain Crevoisier.
Abwehr: Thimothée Atouba, Massimo Ceccaroni, Philippe Cravero, Philipp Degen, Oliver Kreuzer, Alexandre Quennoz, Murat Yakin, Marco Zwyssig.
Mittelfeld: Yao Aziawonou, Sébastien Barberis, Mario Cantaluppi, Scott Chipperfield, Ivan Ergic, Benjamin Huggel, Nenad Savic, Carlos Varela, Hakan Yakin.
Sturm: Christian Gimenez, George Koumantarakis, Edmond N'Tiamoah, Hervé Tum.

Es ist der Beginn der erfolgreichsten Ära im Schweizer Fussball. Der FC Basel lässt seither zehn weitere Meistertitel folgen, gewinnt sechs Mal den Cup, begeistert regelmässig in der Champions League und stösst 2013 bis in den Halbfinal der Europa League vor.

Die Entscheidung: Der FC Basel siegt bei YB und wird nach 22 Jahren erstmals wieder Schweizer Meister. YouTube/SRF Archiv

Gross wieder glücklich

Auch Christian Gross hat heute wieder Erfolg. Nachdem er einige Jahre unten durch muss – 2009 wird er in Basel entlassen, beim VfB Stuttgart und bei YB floppt er – ist er seit 2014 in Saudi-Arabien tätig.

Mit Al-Ahli gewinnt Gross in der ersten Saison den Cup und in der zweiten holt er den Meistertitel. Wie einst beim FCB geht auch bei Al-Ahli eine lange Zeit des Wartens vorbei: Für den Klub ist es der erste Meistertitel nach 32 Jahren.

Gross heute: In Saudi-Arabien ist er das viele Geld, das er verdient, auch wert.
Bild: EPA/KEYSTONE

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei. 
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Die grössten Schweizer Europacup-Erfolge

25.11.2009: Das beste Fussball-Musikvideo aller Zeiten erscheint auf Youtube – über den FC Aarau

15.11.2009: Die Schweiz ist Fussball-Weltmeister! Die U17-Nati setzt ihrem Höhenflug die Krone auf

22.02.2004: St.Gallens Kultfigur «Zelli» muss in der Not ins Tor und kratzt den Ball in «seiner» Ecke

30.09.2009: Dank Tihinens Hackentrick, «abgeschaut bei einem finnischen Volkstanz», bodigt der FC Zürich das grosse Milan

07.12.2011: Der FC Basel schmeisst Manchester United aus der Champions League und Steini, der Glatte, schiesst den Ball an die Latte

05.12.2004: Paulo Diogo gewinnt mit Servette wichtige Punkte im Abstiegskampf – und verliert dabei einen Finger

12.11.2002: Basel holt gegen Liverpool ein 3:3 und Beni Thurnheer schwärmt: «Dieses Spiel müsste man zeigen, wenn ich gestorben bin»

01.11.1989: Nur durch einen Witz-Penalty zwingt Diego Maradonas Napoli die tapferen Wettinger in die Knie

21.10.2013: Pajtim Kasami hämmert «einen der schönsten Volleys überhaupt» ins Crystal-Palace-Tor und verzückt sogar Andy Murray

08.10.2010: Vucinic lässt der Schweiz die Hosen runter und trägt sie als Kopfschmuck

07.10.1989: Der «Fall Klötzli» – vier Wettinger gehen auf den Schiri los, weil dieser Sekunden vor dem Ausgleich abpfeift

20.11.1996: Wegen 20 fatalen Minuten landet Champions-League-Überflieger GC in Glasgow auf dem harten Boden der Realität

25.9.1996: Murat Yakin sticht mit seinem Freistoss mitten ins Ajax-Herz und bringt Mama Emine zum Weinen

10.09. 2008: Luxemburgerli vernaschen? Denkste! – Die Schweizer Nati kassiert die bitterste Niederlage ihrer Geschichte

07.09.2005: Nati-Goalie Zuberbühler kassiert auf Zypern ein Riesen-Ei und schiebt die Schuld dafür dem «Blick» in die Schuhe

29.09.1971: Statt «allzu augenfällig im Spargang» die Pflicht zu erledigen, sorgt GC für den höchsten Schweizer Europacup-Sieg aller Zeiten

01.09.2007: Mit dem letzten Spiel im Hardturm-Stadion gehen 78 Jahre Geschichte zu Ende

11.08.2010: Moreno Costanzo schiesst mit seiner ersten Ballberührung als Natispieler gleich den Siegtreffer

09.08.2009: Basel-Goalie Costanzo wird für drei Spiele gesperrt – nach einer Attacke auf den eigenen Mitspieler

26.06.1954: Die Schweiz kassiert gegen Österreich in der «Hitzeschlacht von Lausanne» eine ihrer bittersten Niederlagen

26.06.2006: «Züngeler» Streller leitet das peinliche Schweizer Penalty-Debakel ein

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26.04.2003: Colombas Goalie-Goal lässt Razzetti alt aussehen und den FC Aarau unabsteigbar bleiben

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • AJACIED 12.05.2016 21:48
    Highlight Das müend sie mir nöd sägä 🙈 was für en arrogante siech de hakan. Tzzz wie es Baby
    0 0 Melden
  • The Box 09.05.2016 10:42
    Highlight Never forget: Maischterfyyr 2002. 😍
    10 1 Melden
  • Donald 09.05.2016 09:56
    Highlight Verzettelt sich mit Oliver Kreuzer???
    5 2 Melden
  • Raembe 09.05.2016 07:31
    Highlight Gross ist beim VFB nicht komplett gescheitert. Hat sie ja damals vor dem Abstieg bewahrt. Er ist mehr an der Klubführung gescheitert als am Team.
    10 1 Melden

Liebes YB, bitte veryoungboys es noch ein Mal

Liebe Young Boys

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich würde euch den Titel von Herzen gönnen. Obwohl ich kein Fan bin, mag ich euch: das Team, Radio Gelb-Schwarz, die Stadt, den Hütter – und den Spycher sowieso. Spätestens seit ich ihn einmal im grossen Buchladen in Zürich traf. Und nicht etwa in der DVD-Abteilung.

Ich würde euch den Titel echt gönnen.

Aber ich hätte es auch Odysseus gegönnt, dass er nach dem Krieg gegen Troja auf direktem Weg nach Hause gefunden hätte. Doch so funktioniert …

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