Unvergessen

Robert Kidiaba Muteba bei seinem legendären Torjubel. Bild: AP

Der «Affenritt»

14.12.2010: Mit dem lustigsten Torjubel hopst Goalie Kidiaba in unsere Herzen 

14. Dezember 2010: Mit TP Mazembe Lubumbashi stösst erstmals ein afrikanisches Team ins Finale der Klub-WM. In den Fokus rückt damit auch Torhüter Robert Kidiaba mit seinem sehr speziellen Torjubel.

14.12.14, 00:05 15.12.14, 11:22

Die Klub-WM ist eigentlich langweilig. Am Ende stehen sich sowieso die Vertreter aus Europa und Südamerika im Endspiel gegenüber. Das dürfte auch dieses Jahr wieder so sein. 2010 schafft allerdings TP Mazembe Lubumbashi aus dem Kongo die Sensation und schaltet den brasilianischen Vertreter Internacional Porto Alegre im Halbfinal mit 2:0 aus.

Während nach dem 2:0 kurz vor Schluss die jubelnden Spieler, Trainer und Fans gezeigt werden, fokussiert die Kamera irgendwann auf Mazembes Goalie Robert Kidiaba. Dieser hopst freudig durch seinen Strafraum. Die Welt lacht mit ihm. Neben dem ausgefallenen «Affenritt», wie das Tänzchen genannt wird, hilft Kidiaba auch seine Frisur zur Popularität.

Kidiabas Tänzchen nach dem 2:0 an der Klub-WM 2010 machte ihn einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Video: Youtube/tyughjbnmw

Er habe den persönlichen Torjubel schon in der Schule entwickelt und dieser sei zu seinem Markenzeichen geworden. Praktisch jeden (wichtigen) Treffer feiert der Nationaltorhüter des Kongos so. In seiner Heimat und in Afrika ist der hopsende Keeper längst eine Kultfigur, doch die Öffentlichkeit in Europa verpasst die Tänzchen, da es afrikanischer Fussball hier logischerweise äusserst selten in die Medien schafft.

Erst zum Ende seiner Karriere weltweit bekannt

Dass Kidiaba überhaupt zwischen den Pfosten landete, ist einem der häufigen Goalie-Karrierestarts geschuldet. Eigentlich war der in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsene Fussballer Innenverteidiger. Irgendwann fehlte ein Keeper und Kidiaba meldet sich. «Ich weiss nicht mehr warum», erklärt er 2014 gegenüber dem Fifa-TV. Er macht seine Sache gut, wird zum Vertreter des Stammtorhüters und irgendwann will er nicht mehr Feldspieler sein.

Auch beim Afrika-Cup 2013 konnte Kidiaba sein Tänzchen vollführen. Video: Youtube/mourad tarik

Obwohl Kidiaba mit seinem Verein alles gewinnt, was er gewinnen kann, muss er 34-jährig werden, um im Herbst seiner Karriere 15 Sekunden weltweiten Ruhm einfahren zu dürfen. Mit Mazembe, wo er seit 2002 spielt, gewinnt er schon 2009 die afrikanische Champions League und qualifiziert sich für die Klub-WM. Doch das Team verliert alle Partien und Kidiaba sieht gar die Rote Karte. Glücklicherweise verteidigt Mazembe seinen kontinentalen Titel und kann 2010 erneut an der Klub-WM teilnehmen. 

Kurzporträt über den Goalie mit dem ausgefallensten Torjubel. Video: Youtube/fifatv

Dieses Mal wird das mexikanische Team Pachuca im Viertel- und wie erwähnt Internacional im Halbfinal ausgeschaltet. Immer tanzt Kidiaba. Auf der ganz grossen Bühne im Endspiel gegen Inter Mailand kann Kidiaba sein Tänzchen nicht mehr vorführen. Die Italiener gewinnen mit 3:0. Trotzdem bleibt er als Figur des Turniers in Erinnerung.

gif: Youtube/fifatv

Kidiaba ist mittlerweile 38-jährig und steht noch immer im Kasten. Anfangs Dezember hat er seinen Rücktritt aus dem Nationalteam nach dem Afrika-Cup 2015 in Äquatorialguinea angekündigt. Sein Traum ist es, nach dem Endspiel ein letztes Mal durch die Gegend zu hopsen. Mit der Trophäe auf dem Schoss.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob eine hervorragende sportliche Leistung, ein bewegendes Drama oder eine witzige Anekdote - alles ist dabei. 

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Dümmste Flanke der Fussball-Geschichte kostet Frankreich in letzter Sekunde die WM-Quali

17. November 1993: Die Flüge an die WM in den USA hat der französische Verband wahrscheinlich bereits organisiert, als «Les Bleus» die Qualifikation tatsächlich noch verpassen. Einer Blamage gegen Israel folgt ein 1:2 gegen Bulgarien und ein Streit, der die Franzosen noch heute beschäftigt.

«Mein ganzes Leben wird auf zehn Sekunden reduziert.» David Ginola hadert noch heute mit einer einzigen Szene seiner langen Karriere. Am 17. November 1993, einem kühlen Mittwochabend, steht Frankreich unmittelbar vor der Qualifikation für die WM 1994 in den USA.

Nur noch Sekunden sind gegen Bulgarien zu spielen. Es steht 1:1 und dieser eine Punkt würde den Franzosen reichen.

Was dann geschieht, verfolgt Ginola, die ganze Mannschaft, Trainer Gérard Houiller, die 48'402 Zuschauer im Parc des …

Artikel lesen