Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Rüfenacht (links) und Nüssli geben sich Saures. Bild: KEYSTONE

Der eigentlich verletzte Rüfenacht prügelt sich noch vor Spielbeginn mit Topskorer Nüssli

13. April 2009: Der junge Thomas Rüfenacht ist vor dem entscheidenden Spiel um den Aufstieg in die NLA zwischen Lausanne und dem EHC Biel eigentlich verletzt. Doch hält dies den Lausanne-Akteur nicht davon ab, bereits vor Spielbeginn eine Schlägerei anzuzetteln und so Biels Topskorer unter die Dusche zu schicken.

13.04.18, 00:05 13.04.18, 08:01


Am 13. April 2009 hätte man kaum geglaubt, was Haudegen und Provokateur Thomas Rüfenacht acht Jahr später machen wird. Da wird ihn nämlich ein gewisser Maxim Lapierre im Playoff-Halbfinal zwischen Bern und Lugano derart provozieren, dass ein 2009-Rüfenacht sofort die Handschuhe hätte fallen lassen. Lapierre gibt dem Berner Leitwolf zwei Fäuste ins Gesicht und fordert ihn zum Kampf auf.

Doch der 32-jährige Rüfenacht kann nur lachen und schickt damit Lapierre auf die Strafbank, während der spätere Finalist gegenüber auf der Spielerbank Platz nimmt.

2017 ist Rüfenacht nicht mehr so einfach aus der Fassung zu bringen. Video: streamable

Doch wie gesagt: Wir schreiben das Jahr 2009, Lausanne mit seinem Youngster Thomas Rüfenacht kämpft gegen den letzten der NLA, gegen den EHC Biel, um den Aufstieg in die oberste Liga.

Nach einem katastrophalen Start in die Serie wird Trainer Heinz Ehlers nach zwei Niederlagen beim EHC Biel entlassen. Es übernimmt der Sportchef, kein anderer als Kevin Schläpfer.

Kevin Schläpfer sichert Biel als Retter in Not den Ligaerhalt. Bild: KEYSTONE

Unter dem neuen Mann an der Bande drehen die Seeländer die Serie, bis es zum siebten und entscheidenden Match in Biel kommt. Und dort wird bereits vor der Partie für beste Unterhaltung gesorgt.

«Was er mir gesagt hat, kann ich nicht wiederholen, das ist nicht druckreif.»

Nüssli zu Rüfenachts Provokationen

Schlägerei vor Spielbeginn

Noch bevor der Schiedsrichter die Partie anpfeifen kann, zettelt Lausannes Thomas Rüfenacht eine Schlägerei an. Der Provokateur, der eigentlich verletzt ist, wird lediglich für einen Auftrag auf das Eis geschickt: Der Bieler Topskorer Thomas Nüssli soll die Partie gar nicht erst antreten können.

Bereits im sechsten Spiel versuchte der LHC-Haudegen den Topskorer zu provozieren. Doch liess sich Nüssli da noch nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegensatz zu Spiel sieben: «Was er mir gesagt hat, kann ich nicht wiederholen, das ist nicht druckreif. Aber ich konnte es mir nicht bieten lassen», gibt Nüssli nach der Partie zu Protokoll. So lässt er sich zur Keilerei ein und darf dafür mit Rüfenacht unter die Dusche.

Rüfenacht provoziert, Nüssli steigt darauf ein. Video: streamable

Gebracht hat alles nichts für Lausanne. Bereits nach zwölf Minuten steht es 4:0 für die Hausherren, die Partie geht mit 5:1 an Biel. Und so muss Lausanne bis 2013 warten, um wieder ins Hockey-Oberhaus einzuziehen. 

«Bin nicht der Idiot, für den ich gehalten werde»

Biels Interimstrainer Kevin Schläpfer sagt nach der Serie, es sei sein letztes Spiel als Headcoach gewesen. Doch die Zukunft wird zeigen: Das war es definitiv nicht. Für Rüfenacht wird der Traum der NLA dennoch wahr, denn der schweizerisch-amerikanische Doppelbürger wechselt von Lausanne zu Zug, um dort für hitzige Gemüter zu sorgen. Und wie er das tut: In der Saison 2011/12 sichert sich der Zuger mit 112 Strafminuten die Krone des Strafenkönigs.

Es folgt der Wechsel für zwei Jahre zum HC Lugano, bevor der 85-Kilogramm-Mann mit 29 Jahren zum SC Bern wechselt. Vor seinem Wechsel zu den Mutzen darf Rüfenacht noch an die Weltmeisterschaft in Minsk reisen. Ein Nati-Aufgebot, das wenig überraschend kommt. Denn zu diesem Zeitpunkt ist Rüfenacht längst nicht mehr, was er einmal war. 

Zimperlich ist Rüfenacht auch im Dress der Schweizer Nationalmannschaft nicht. Bild: EPA/KEYSTONE

In Minsk fällt die Nummer neun weniger durch seine Härte, dafür viel mehr wegen seines Offensiv-Potenzials auf. In den ersten vier Spielen sitzt Rüfenacht trotz rund 13 Einsatzminuten pro Spiel kein einziges Mal auf der Strafbank. Gegenüber dem SRF erklärt der WM-Neuling: «Ich provoziere gezielt und habe gelernt, selber weniger Strafen zu nehmen.» Auch habe er sich besser unter Kontrolle, als viele glauben. «Die Zuschauer merken langsam, dass ich nicht der Idiot auf dem Eis bin, für den sie mich gehalten haben.»

Rüfenachts Entwicklung zum Leader

Dass Rüfenacht kein Idiot ist, wird spätestens seit seinem Engagement beim SCB klar. Spielerisch trumpft er auf wie nie, hat aber seine Bissigkeit dabei nicht verloren. Gerade zu Zeiten der Playoffs wird der unkomplizierte Stürmer besonders wichtig. Im Meisterjahr 2016 entscheidet er die zweite Final-Partie beim 1:0 gegen Lugano mit dem einzigen Treffer. Ein Jahr später schlüpft er wiederum in den Playoffs in die wichtige Rolle eines Leaders – und lässt sich im Gegensatz zu Nüssli 2009 nicht so einfach aus der Fassung bringen.

Ein Bild für die Ewigkeit: Lapierre provoziert, Rüfenacht kann nur lachen. Bild: KEYSTONE

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
Um nichts zu verpassen, like uns auch auf Facebook!

Die Strafenkönige in der NLA seit 2001

Das könnte dich auch interessieren:

Erkennst du alle Filme an nur einem Bild? Wer weniger als 7 hat, muss GZSZ* gucken!

«Nur no ä halbs Minipic»: Lara Stoll steckt für 127 Stunden mit dem Finger im Abfluss fest

Die 10 wichtigsten Fragen und Antworten zur WM 2022 in Katar

Ein kleiner Vorgeschmack, was uns bei der nächsten WM erwartet

Das sind die Tops und Flops der WM

Nach diesen 5 Dokus wirst auch du deine Ernährung hinterfragen

«Who is America?» – 7 Fakten über die neue Skandal-Show von Sacha Baron Cohen

WEKO eröffnet Untersuchung gegen AMAG

Hat die Queen gerade Trump getrollt? Diese Bloggerin ist davon absolut überzeugt

Wie mich Sekten mundtot machen wollten – und was ich daraus gelernt habe

8 Dinge, die purer Horror sind, wenn sie morgens vor deinem ersten Kaffee passieren

So gross müsste ein Gebäude sein, um die gesamte (!) Menschheit zu beherbergen

Bei welchen Fluglinien hast du gratis oder günstig WLAN? Der Preisvergleich zeigt's

Warum das chinesische Modell über den Westen siegen wird

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • AllknowingP 13.04.2018 10:26
    Highlight Und in der Halbfinalserie 2018 war er Blass wie nie zuvor.....keiner hatte mehr Lust auf seine Provokationen, und spielerisch konnte er keine Akzente mehr setzen...

    "to be continued"....
    49 8 Melden
  • Diego Armando Maradona 13.04.2018 10:24
    Highlight Super Nüssli.
    Mein Held!!!!!!!!!
    28 4 Melden

Das wären die Logos der Schweizer Klubs, wenn sie NHL-Teams wären

Die Eishockey-Sprache ist englisch: Crosscheck, Slot und Butterfly-Goalie, Boxplay, Icing und Emptynetter. Auch die Schweizer Ligen heissen nicht mehr Nationalliga A und B, sondern National League und Swiss League. Nur die Klubs haben immer noch ihre alten Namen.

Höchste Zeit, dass auch sie sich wandeln upgraden und ihre HC, SC und EV durch zeitgemässe Namen ersetzen!

* Update: User weisen darauf hin, dass der richtige Plural «mice» lautet. Das ist natürlich korrekt. Da ein kleiner Fehler zum …

Artikel lesen