Unvergessen
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Sein fünfter Triumph: Cuche auf seiner «Hausstrecke». Bild: AP

Didier Cuche verkündet seinen Rücktritt und rast danach zum Kitzbühel-Rekord

21. Januar 2012: Didier Cuche brettert zum letzten Mal über die berüchtigte Streif. Er verhindert in der Hahnenkamm-Abfahrt nicht nur einen dreifachen Triumph der Österreicher, sondern wird dank dem Erfolg auch Rekordsieger.

21.01.18, 00:05 21.01.18, 08:45

Didier Cuche gilt als einer der besten Abfahrer der Geschichte. Weltmeister wurde er in der Königsdisziplin zwar nie und das Heimrennen in Wengen hat er in 13 Anläufen auch nie gewonnen. Aber in Kitzbühel, auf der schwierigsten Weltcupstrecke der Welt, ist er mit fünf Siegen Rekordhalter.

Didier Cuches Fahrt zum fünften Sieg auf der Streif. Video: YouTube/MLSMAAUDI

Lange deutete nichts auf dieses Husarenstück hin. 1998 gewann Cuche auf der Streif zum ersten Mal. Erst zehn Jahre später sollte er wieder in Kitzbühel triumphieren. Im Herbst seiner Karriere dominierte er die wichtigste Abfahrt der Saison dann fast nach Belieben: 2010 siegte er, 2011 ebenfalls und 2012 krönte er seine Karriere mit dem fünften Sieg auf dem wilden Ritt. 

Alleiniger Rekordhalter darf er sich seither nennen. Österreichs Franz Klammer muss im Zielraum live mitansehen, wie Cuche ihm die Bestmarke – wohl für die Ewigkeit – wegschnappt. Auch die Skilegende kann nur noch loben: «Er ist jetzt der Kaiser von Kitzbühel.»

Didier Cuche zeigt's an: fünf Siege in Kitzbühel. Bild: AP

Dreifachen Ösi-Triumph verhindert

37-jährig ist der Neuenburger an diesem Samstag schon. Das dritte Training am Donnerstag zuvor musste abgesagt werden. Cuche gab stattdessen eine Pressekonferenz – und verkündete seinen Rücktritt auf das Saisonende hin.

Zwei Tage später steht er zum letzten Mal am Start des Höllenritts. Cuche zaubert mit der Startnummer 19 auf der aufgrund von Wetterkapriolen verkürzten Strecke ohne Mausefalle und Steilhang eine nahezu perfekte Fahrt in das Schneegestöber. Im Ziel nimmt er dem bis dahin führenden Joachim Puchner 36 Hundertstelsekunden ab – der legendäre Ski-Salto darf natürlich nicht fehlen. Unmittelbar nach ihm verpassen mit Klaus Kröll und Romed Baumann zwei weitere Österreicher die Bestzeit, landen auf den Rängen 2 und 3. 

«Das ist schon ein bisschen verrückt»

Ein sichtlich bewegter Cuche sagt, kurz nachdem sein Sieg feststeht: «Dass ich am Start wusste, dass ich hier zum letzten Mal starten werde, macht es noch spezieller. Es ist schon ein bisschen verrückt.»

Didier Cuche siegt danach bis zum Saisonende noch einmal in der Abfahrt und einmal im Super-G. Im März beendet er wie angekündigt seine glorreiche Karriere.

Didier Cuche fliegt in Kitzbühel der Bestzeit und dem Rekordsieg entgegen. Bild: EPA

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.

Didier Cuches letztes Rennen

Der Horrorsturz in Kitzbühel verändert das Leben von Dani Albrecht für immer

17.03.2012: Schiebermütze auf den Kopf, Holzlatten an die Füsse – Didier Cuche verabschiedet sich mit Stil

27.02.2010: Alles scheint nach dem Sturz verloren – da schwimmt sie einfach übers Eis und rettet Deutschland in den Final

01.02.1997 Nur Schweizer auf dem WM-Podest – aber diese Party endet im Fiasko

14.12.1997: Weil Hermann Maier falsch jubelt, erbt Mike von Grünigen den Sieg des Österreichers

15.03.2012: Die grosse Kristallkugel liegt für Beat Feuz bereit – doch er stürzt und Marcel Hirscher ist da, um zu erben

09.03.2012: Ambrosi Hoffmann verkündet seinen Abschied und wir erinnern daran mit dem witzigsten Ski-Video der Welt

13.03.2008: Défago ist zwei Hundertstel zu langsam, Albrecht fährt zu schnell – und Cuche verliert die Super-G-Kugel um einen einzigen Punkt

18.11.2006: Biathlet Björndalen, der Kannibale der Loipe, lässt das Gewehr daheim und triumphiert auch im Langlauf-Weltcup

10.02.2002: Simon Ammann, der voll geile Harry Potter der Lüfte, wird Olympiasieger

23.01.1994: Vreni Schneider steht noch nicht für den Kafi am Pistenrand, sondern ist der Evergreen im Stangenwald

12.03.2010: Carlo Janka schafft den Hattrick und holt sich nach WM-Gold und dem Olympiasieg auch den Gesamtweltcup

17.12.1993: Liechtensteiner gewinnt mit der 66 die verrückteste Abfahrt der Weltcup-Geschichte

29.12.2005: «Grüni» fehlen 100 Meter zur Sensation – nach einem Sturz beim Zielsprung rutscht er knapp an seinem ersten Weltcupsieg vorbei

04.03.2011: Northug vernascht die Schweden mit dem frechsten Zieleinlauf aller Zeiten

29.01.2011: Im allerletzten Wettkampf setzt Sarah Meier ihrer Karriere die Krone auf

31.01.1987: So wie in Crans-Montana haben wir die Österreicher nie mehr paniert

12.02.2006: Die Ösi-Reporter reiben schon gierig die Hände – da klaut ein Franzose doch tatsächlich noch «ihr» Abfahrts-Gold

02.02.2008: In ihrer ersten Abfahrt stürzt Lara Gut mit dem Sieg vor Augen – und wird Dritte

06.01.2002: Sven Hannawald knackt in Bischofshofen seinen eigenen Schanzenrekord und holt sich als bisher einziger Springer den Tournee-Grand-Slam

20.03.2005: Nach einer Kiste Bier und mit ganz viel Alkohol im Blut fliegt Janne Ahonen weiter als jemals ein Mensch vor ihm

25.02.1994: Am Ende strahlt die Schöne Nancy Kerrigan und das Biest Tonya Harding vergiesst bittere Tränen

13.02.1998: Trotz seinem Jahrhundert-Sturz wird Hermann Maier noch Doppel-Olympiasieger

16.02.2002: Der krasse Aussenseiter Steven Bradbury schreibt das schönste Olympia-Märchen überhaupt 

17.02.2006: Tanja Frieden freut sich schon über den silbernen «Plämpu», als Lindsey Jacobellis ihr Gold schenkt

07.01.2007: Marc Berthod beendet beim Slalom von Adelboden mit Startnummer 60 und mit dem Lauf seines Lebens die grosse Schweizer Ski-Misere

10.01.2007: Rainer Schönfelder rast am Lauberhorn die längste Abfahrt der Welt nackt hinunter

03.02.2005: Bode Miller fährt die Kombi-Abfahrt auf einem Ski und wird Weltmeister der Herzen

18.12.2004: Abfahrer Kristian Ghedina kollidiert auf den letzten Metern beinahe mit einem Reh

15.01.2012: Biathlon-Göttin Magdalena Neuner verliert komplett den Überblick und ballert vier Schüsse auf die falsche Scheibe

06.03.1994: Heidi Zeller-Bähler stürzt sich aus dem Starthaus, wie vor und nach ihr nie mehr eine Skifahrerin

06.02.1989: Eine deutsche Eintagsfliege vereitelt in Vail einen Schweizer Vierfach-Triumph und wird Abfahrts-Weltmeister

18.01.1987: Pirmin Zurbriggen kommt zum billigsten Weltcupsieg – er ist der einzige Starter

21.12.1998: Nie passt der Fan-Song «Immer wieder Österreich» besser als beim Ösi-Neunfachsieg

14.02.1988: «Eddie The Eagle» begeistert die Welt: Mithüpfen ist wichtiger als gewinnen

20.02.2014: Ein Sturz produziert das beste Fotofinish aller Zeiten – zumindest für Profiteur Armin Niederer

Die Geburtsstunde einer Legende: Jamaika hat 'ne Bobmannschaft!

17.01.2010: Füdligate in St.Moritz – Bob-Weltmeisterin Gillian Cooke platzt am Start die Hose

09.01.1954: Wie die Lauberhorn-Abfahrt in Wengen zu ihrem Österreicherloch kam

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Denk nach 21.01.2018 11:25
    Highlight Ich finde Feuz super und sympathisch, aber den Didier vermiss ich schon sehr im Weltcup!
    42 0 Melden
    • Mia_san_mia 21.01.2018 12:43
      Highlight ja so ist es.
      9 0 Melden

So will Lara Gut auch im Winter mit der Ski-WM in St.Moritz zuschlagen

Anfang Jahr hat Lara Gut den Gesamtweltcup gewonnen. Nun wird aus der Jägerin die Gejagte. Trotzdem bleibt die Tessinerin cool und lässt keinen Druck zu.

Es gäbe so vieles. Doch am Ende ist es für Lara Gut ganz simpel. Es geht um sie und den Berg. So einfach.

Eigentlich ist sie ja die Gejagte, die Gesamtweltcupgewinnerin der vergangenen Saison, Inhaberin des wichtigsten und am schwierigsten zu erreichenden Titels im alpinen Skisport. Und trotzdem: «Es gibt für mich nichts zu verteidigen, es gibt nur etwas zu gewinnen. Es ist kein Duell mit anderen Athletinnen. Es ist der Berg und ich.» So einfach.

Und typisch Lara Gut. Sie schützt sich selbst, …

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