Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
serena venus williams hingis 2001

Serena und Venus Williams haben gegen Martina Hingis das Nachsehen. Bild: AP

Hingis macht Kleinholz aus Serena und Venus und stürmt in den Australian-Open-Final

24. Januar 2001: Martina Hingis trifft im Viertelfinal des Australian Open auf Serena Williams. Es wird eine epische Partie mit einem grandiosen Sieg. Und zum Dessert wird danach erstmals Schwester Venus im gleichen Turnier gedemütigt.

24.01.18, 00:05 24.01.18, 08:15


Martina Hingis ist beim Australian Open 2001 zwar noch die Weltnummer 1 im Damentennis. Doch sie hatte zuletzt bei Grand Slams bittere Niederlagen kassiert und die Welt prophezeite ihr ein Ende der Regentschaft. Gegen das Power-Tennis der neuen Generation habe die Technikerin Hingis keine Chance. Das Wetter in Melbourne ist entsprechend. Das Dach der Rod Laver Arena ist geschlossen, draussen regnet und donnert es. 

USA's Serena Williams has her pigtails flying as she serves in her center court quarter final against Martina Hingis from Switzerland at the Australian Open Tennis Championships in Melbourne, Wednesday, Jan. 24 , 2001. (AP Photo/Steve Holland)

Serena Williams führt im Entscheidungssatz mit Doppelbreak 4:1 – und verliert doch noch. Bild: AP

Doch die 20-jährige Hingis fegt im ersten Satz förmlich über die 19-jährige Amerikanerin hinweg und holt sich den Durchgang mit 6:2. Später wird sie sagen: «So gut wie im ersten Satz habe ich wohl in meiner ganzen Karriere noch nie gespielt.»

Im zweiten Satz verliert Hingis 3:6 – ein Entscheidungssatz muss her. Die Ostschweizerin liegt schnell 1:4 mit Doppelbreak zurück. Williams hat vier Bälle zum 5:2 (drei davon bei 40:0) und kann später beim Stand von 5:4 zum Sieg servieren. Doch Hingis kämpft sich zurück. Nach 2:19 Stunden und zwei weiteren abgewehrten Breakbällen dreht sie die Partie und gewinnt 8:6. Es ist bis heute eines der besten und dramatischsten Damenmatches der Australian Open. 

Die Highlights des Entscheidungssatzes zwischen Serena Williams und Martina Hingis. Video: YouTube/czarnicolas12

Erstmals beide Williams-Schwestern besiegt

Nicht wenige sagen, dass dieser letzte Satzgewinn gegen Serena das letzte Mal war, als Hingis eine Power-Tennis-Gegnerin in die Knie zwingen konnte. Die Schweiz jubelt und sieht nach bitteren Niederlagen in den Monaten zuvor schon eine neue Hingis: selbstsicherer, kämpferischer, athletischer. 

Switzerland's Martina Hingis, right, shakes hands with American Venus Williams following their semi-final match at the Australian Open tennis championship in Melbourne, Australia,  Thursday, Jan. 25, 2001. Hingis won 6-1, 6-1, and will meet American Jennifer Capriati in the final Saturday, Jan. 27. (AP Photo/Rick Rycroft)

6:1, 6:1 fegt Hingis im Halbfinal Venus vom Court. Selten wurde diese so gedemütigt. Bild: AP

Nach dem Kampf gegen Serena stellt sich im Halbfinal mit Venus die ältere Williams-Schwester der Schweizerin in den Weg. Im vierten Anlauf wird sie erstmals beide Williams-Sisters am gleichen Turnier bezwingen. Sie demontiert Venus in 53 Minuten mit 6:1, 6:1. Die perplexe Amerikanerin wird danach gefragt, wann sie das letzte Mal so vorgeführt wurde: «Das war, als ich noch wie ein Kind auf dieser Tour war, und damals verlor ich auch nur 1:6, 2:6.»

Hingis steht zum fünften Mal in Serie im Endspiel beim Australian Open. Nach drei Siegen von 1997 bis 1999 wird sie dort aber nach der Niederlage im Vorjahr gegen Lindsay Davenport gegen Jennifer Capriati verlieren.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.

Zum Schwelgen: Die grössten Schweizer Tennis-Erfolge

Unvergessene Tennis-Geschichten

06.01.1996: Wegen Rossets Dummheit des Jahres bricht Hingis beim Hopman Cup in Tränen aus

Gut gebrüllt: «Niemand schlägt Vitas Gerulaitis ­17 Mal hintereinander!»

20.01.2013: Djokovic fügt Wawrinka die Mutter aller heroischen und bitteren Niederlagen zu

21.01.1999: «Yips» beschert Anna Kurnikowa trotz Sieg einen unglaublichen Negativrekord 

24.01.2001: Hingis macht Kleinholz aus Serena und Venus und stürmt in den Australian-Open-Final

26.01.2002: Martina Hingis' Traum schmilzt bei 50 Grad im Glutofen von Melbourne weg

01.02.2009: Federer verpasst Sampras' Rekord und weint nach Pleite gegen Nadal bittere Tränen

13.02.2000: Roger Federer verliert seinen ersten Final, weint bittere Tränen und jammert, er werde nie mehr in ein Endspiel kommen

30.03.2002: Roger Federer bodigt zum ersten Mal die Weltnummer 1 – und diese ist sich sicher: «Er kann den Durchbruch schaffen»

30.04.1993: Wie ein Messerstich die Tenniswelt veränderte

31.05.2009: Robin Söderling fügt Rafael Nadal die einzige Niederlage an den French Open zu und ebnet Roger Federer den Weg zum Karriere-Grand-Slam

01.06.2009: Gedanklich ist Federer wohl schon ausgeschieden. Dann rettet ihn eine unglaubliche Vorhand auf dem Weg zum Karriere-Slam 

05.06.1989: Mondbälle, Krämpfe und ein «Uneufe»-Aufschlag – der 17-jährige Michael Chang treibt Ivan Lendl mit seinem Psychokrieg in den Wahnsinn

05.06.1999: Hingis' schwärzeste Stunde – zwei «Uneufe»-Aufschläge, gellende Pfiffe und bittere Tränen

06.06.2005: Nadals erster erster Streich am French Open – ganz Paris verliebt sich in das «Kind mit der donnernden Linken»

05.07.1997: Martina Hingis ist mit 16 Jahren die jüngste Wimbledon-Siegerin des 20. Jahrhunderts

07.07.1985: Als jüngster Spieler aller Zeiten gewinnt Boris Becker Wimbledon und löst so einen Tennis-Boom in Deutschland aus

08.07.2001: Die Weltnummer 125 triumphiert in Wimbledon: Goran Ivanisevics grosser Traum wird doch noch wahr

08.08.1992: Marc Rosset holt sich an Roger Federers 11. Geburtstag den einzigen grossen Titel, der dem «Maestro» noch fehlt

10.08.2003: Andy Roddick ist einen Sommer lang der beste Tennisspieler des Planeten – dann vergeht ihm das Lachen für lange, lange Zeit

04.09.1977: Bei McEnroes drittem US-Open-Auftritt wird ein Zuschauer mitten im Stadion durch eine Pistolenkugel verletzt

05.09.1996: Sampras kotzt gegen Corretja auf den Court – denkwürdigstes US-Open-Tiebreak aller Zeiten 

20.09.2009: «Who ist the beeest? Better than the reeest?» Federer outet sich nach dem Davis-Cup-Sieg gegen Italien als Party-Tiger

25.10.2002: Nach Roger Federers Gegensmash wirft ihm Andy Roddick frustriert das Racket vor die Füsse

24.11.2009: Das kommt uns Spanisch vor – im Interview mit CNN hat Roger Federer seinen legendären Lachflash

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

«Who is the beeest? Better than the reeest?» – Federer rockt beim Davis Cup das Festzelt

20. September 2009: Roger Federer sichert der Schweiz im Davis Cup gegen Italiens Potito Starace den Liga-Erhalt und feiert danach ausgelassen im Festzelt. Dabei tritt Erstaunliches zu Tage: Der Tennis-Maestro kann singen – und zwar ganz gut.

Das Schweizer Davis-Cup-Team trifft am Wochenende vom 18. bis 20. September in Genua auf Italien. Gegen die Südeuropäer geht es für die Schweizer im Abstiegs-Playoff mal wieder um den Verbleib in der Weltgruppe.

Die ersten beiden Einzelpartien können Stan Wawrinka und Roger Federer locker in drei Sätzen für sich entscheiden. Im Doppel vom Samstag wird das Duo Marco Chiudinelli/Wawrinka von Simone Bolelli und Potito Starace jedoch regelrecht vom Platz gefegt. 

Die Entscheidung muss also am …

Artikel lesen