Unvergessen

Der Federer-Flüsterer: Marc Rosset versucht, den geknickten Roger zu trösten. bild: lematin

Bittere Niederlage gegen Rosset

13.02.2000: Roger Federer verliert seinen ersten Final, weint bittere Tränen und jammert, er werde nie mehr in ein Endspiel kommen

13.02.2000: In Marseille kommt es zum ersten rein Schweizerischen Finale in der Tennisgeschichte. Roger Federer verliert gegen Marc Rosset, ist am Boden zerstört und muss von seinem Landsmann getröstet werden. Wenn die beiden wüssten ...

13.02.15, 00:01 14.02.15, 14:45
Tobias Wüst
Tobias Wüst

500'000 Dollar Preisgeld – ein Betrag, von dem der picklige Federer mit seinen süssen 18 Jahren noch nicht mal zu träumen gewagt hätte. So hoch aber ist der Finalsieg beim ATP-250-Turnier in Marseille dotiert.

Für Federer bleibt die Grenze zum «Halb-Millionär» vorerst unerreicht: Er unterliegt seinem Landsmann Rosset nach hartem Kampf mit 2:6, 6:3, 7:6. Der erste Satz ist dabei aus Sicht des damals 29-jährigen Routiniers ein Ausrutscher. Im zweiten Umgang dominiert Rosset und kommt problemlos zum Break.

Auch im dritten Satz läuft alles für den Genfer, schnell führt er mit Break. Beim Stand von 5:4 wankt Rosset kurz und vergibt drei Matchbälle bei eigenem Aufschlag, kann die Entscheidung dann aber im Tiebreak herbeiführen.

Handshake zwischen Generationen: Federer und Rosset. Bild: AP

Die Dämme brechen

Ganz der Sportsmann gratuliert Federer nach dem Match seinem Vorbild zum Sieg und müht sich gar ein Lächeln ab. Doch in ihm drin brodelt es. An der Zeremonie kann er die Tränen nicht mehr zurückhalten.

Nach aussen zeigt sich der Baselbieter tapfer und meint im Platzinterview: «Ich habe mir das Ziel gesetzt, einen ATP-Titel zu gewinnen. Früher oder später wird mir das gelingen.»

Bei der Trophäenübergabe kann Federer bereits wieder etwas lächeln. Bild: X80002

Jahre später verrät Rosset dem «Blick», wie verzweifelt Federer ihm gegenüber gewesen sei: «Während der Zeremonie weinte Roger unaufhörlich. Ich sagte ihm, er solle aufhören zu weinen, da er ja noch jung sei. Darauf meinte Roger, er werde es nach dieser Niederlage vielleicht nie wieder in einen Final schaffen.»

«Ich nehme dieses Match, aber du wirst alle anderen gewinnen.»

Rosset nach seinem Sieg zu Federer

Rossets Prophezeiung

Wie wir heute wissen, hat Federer mit dieser Einschätzung völlig daneben gelegen. Der 17-fache Grand-Slam-Sieger hat inzwischen 125 Finalspiele auf dem Buckel, sagenhafte 83 davon hat er gewonnen.

Rosset prophezeit damals in weiser Voraussicht: «Ich nehme dieses Match, aber du wirst alle anderen gewinnen.» Dennoch zeigt er sich auch kämpferisch: «Roger ist die Zukunft des Schweizer Tennis, keine Frage. Aber ich bin immer noch da!»

Im letzten Duell mit Federer verliert Rosset diskussionslos mit 6:1, 6:3. Bild: © Reuters Photographer / Reuter/REUTERS

Tatsächlich wird Rosset zwei Wochen später noch ein ATP-500-Turnier in London gewinnen, es ist sein letzter Turniersieg. Gegen Federer gelingt ihm ebenfalls noch ein Sieg, ehe er in den letzten beiden Duellen sang- und klanglos untergeht.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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Was die Federer-Zwillinge den Papa nach dem 20. Grand-Slam-Titel Wichtiges fragen mussten

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