WM 2014
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Army soldiers patrol near a bus stop along Brasil Avenue during a 48-hours-long bus strike in Rio de Janeiro May 13, 2014. A new strike on public transport renewed concerns about services and public order one month before Rio and 11 other Brazilian cities play host to the upcoming World Cup soccer tournament. REUTERS/Sergio Moraes (BRAZIL - Tags: TRANSPORT MILITARY POLITICS SPORT SOCCER WORLD CUP)

Soldaten in Rio de Janeiro. Bild: Reuters

Fussball-WM in Brasilien

Rio vor dem grössten Polizeieinsatz seiner Geschichte

Eigentlich sollte die Fussball-WM, die in rund drei Wochen beginnt, für Brasilien zu einem Fest werden. Stattdessen werden in Rio de Janeiro 20'000 Sicherheitskräfte aufgeboten – darunter unzufriedene Polizisten, die erst mal streiken.

21.05.14, 00:52 21.05.14, 11:27

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Rio de Janeiro bereitet sich für die in rund drei Wochen beginnende Fußball-WM auf einen der grössten Polizeieinsätze seiner Geschichte vor. Insgesamt sollten im Grossraum der Millionenmetropole bis zu 20'000 Sicherheitskräfte, darunter Polizisten und Soldaten verschiedener Waffengattungen, aufgeboten werden, wie die Behörden am Dienstag in Rio mitteilten. In der Stadt am Zuckerhut findet am 13. Juli auch das Finale statt.

«Das wird die grösste Sicherheitsoperation in der Geschichte Rio de Janeiros. Wir hatten ein ähnliches Schema schon zum Weltjugendtag, aber nicht von der Dauer und Sichtbarkeit der Weltmeisterschaft», sagte der in Rio für die Sicherheit von Grossereignissen zuständige Vizeminister Roberto Alzir. Der Weltjugendtag war 2013 in Rio gefeiert worden. 

Für den nun ausstehenden Einsatz zur WM stellt die militarisierte Polizei mit über 8000 Einsatzkräften den grössten Teil. Hinzu kommen 5300 Soldaten der Landstreitkräfte, Marine und Luftwaffe. Zudem werden Einheiten der kommunalen Polizei, der Bundespolizei, der Strassenwacht und 800 Feuerwehrleute eingesetzt. Allein im Maracana-Stadion sollen an Spieltagen 2500 Polizisten für Sicherheit sorgen. 

Seit Wochen kommt es in Brasilien wegen der WM zu Ausschreitungen und Grosseinsätzen der Polizei. Erst vor wenigen Tagen demonstrierten Tausende Menschen auf den Strassen São Paulos. Dabei kam es zwischen Demonstranten und Polizisten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Maskierte warfen Gegenstände auf Polizisten und zündeten Müll und Reifen an. Über 20 Menschen wurden vorübergehend festgenommen, die laut Polizei unter anderem Molotowcocktails und Hammer bei sich trugen. 

Polizisten kündigen Streik an 

Bei Ausschreitungen in Rio de Janeiro war jüngst ein 17-Jähriger ums Leben gekommen. Der junge Mann starb nach Angaben brasilianischer Medien bei einer Razzia in der Favela Morro do Chapadão bei einer Schiesserei zwischen Kriminellen und der Polizei. Im April hatte die Regierung zudem Tausende Elitesoldaten in die Armenviertel des Complexo da Maré geschickt. Wenige Tage später wurde ein neu errichtetes Armenviertel komplett geräumt

Die Demonstranten werfen der Regierung vor, viel Geld in Prestigeprojekte wie die WM zu stecken und notwendige Ausgaben für Bildung und Gesundheit sowie die Infrastruktur zu vernachlässigen. 

Auch die Polizei ist mit der Situation unzufrieden: Sie kündigte für Mittwoch einen 24-stündigen Streik an. Betroffen sind 14 der 26 Bundesstaaten, wie die Polizeigewerkschaft am Dienstag mitteilte. Die Beamten protestieren damit für eine höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen. Neben Sao Paulo, mit über 41 Millionen Menschen der einwohnerstärkste Bundesstaat, stellt die Polizei ihre Arbeit unter anderem auch in Rio de Janeiro, Minas Gerais, Bahia, Pernambuco und Amazonas sowie im Bundesdistrikt der Hauptstadt Brasilia ein. In diesen Staaten finden auch WM-Spiele statt. 

Die WM wird vom 12. Juni bis 13. Juli in zwölf brasilianischen Städten ausgetragen. Nach Regierungsangaben werden für das Sportereignis insgesamt 8,7 Milliarden Euro investiert. Davon stammen rund 84 Prozent aus öffentlichen Mitteln. Über ein Drittel des Geldes floss in Projekte für den öffentlichen Nahverkehr, rund 28 Prozent wurden für die WM-Stadien ausgegeben und 26,5 Prozent für Flughäfen. (jbe/dpa/sid)

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FRAGFRAUFREITAG

Guten Tag Frau Freitag. Was halten Sie eigentlich von Leuten, die sich eigentlich kein Stück für Fussball interessieren. 

(Einem vermutlich nicht mal das Abseits erklären können), während der WM aber hochgradig mitfiebern, sich in den Länderfarben ankleiden und schminken, etc.? Den Menschen geht es ja nicht mehr um den Fussball, sondern generell um den Wettkampf zwischen den Nationen. Geht es in der WM überhaupt um Fussball? Vielleicht ist die Frage für sie nicht relevant, weil die Schweiz ja nicht dabei ist. Schönen Gruß! Sarah, 26

Liebe Sarah Was ich von diesen Leute halte? Ich gehöre auch zu diesen von Ihnen beschriebenen Menschen, die sich unter dem Jahr keinen Deut um Fussball scheren, bei einer EM oder WM aber urplötzlich das Fan-Trainings-Jäckchen aus dem Keller holen und emotional mitfiebern. Allerdings muss ich zugeben, dass ich sehr wohl imstande bin, ein Abseits zu erklären und mich nicht in der Landesfarbe schminke, da gelbe Schminke einfach ­scheisse aussieht auf meinem hellen Teint. Und auch als …

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