WM 2014
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Der Schweizer Urs Siegenthaler bespricht sich beim Strandspaziergang mit Bundestrainer Jogi Löw. Bild: Reuters

Chefscout Urs Siegenthaler

Der Schweizer Taktikfuchs bei der deutschen Nationalmannschaft: «Ich will Löw auf keinen Fall enttäuschen»

Bei der deutschen Nationalmannschaft amtet der Basler Urs Siegenthaler als Chefscout. Für einige Beobachter der Equipe ist er einer der wichtigsten Mitarbeiter von Trainer Joachim Löw.

11.07.14, 22:50 12.07.14, 09:06

Zu Beginn seines bald zehnjährigen Engagements beim Deutschen Fussball-Bund sei er nur eine Einzelmaske gewesen, sagt der frühere Ingenieur, Spieler des FC Basel und Coach über sich selber. Heute steht der führende Sport-Analyst dem Scouting-Team hinter der DFB-Auswahl vor: «Wenn mich der Trainer etwas fragt, muss ich ihm sagen können: Kein Problem, ich weiss es.»

«Wenn mich der Trainer etwas fragt, muss ich ihm sagen können: Kein Problem, ich weiss es.»

Urs Siegenthaler 

Unmittelbar vor der Final-Reprise von 1990 gegen Argentinien in Rio de Janeiro hat sich Siegenthaler mit der Sportinformation über den schwierigen Weg an die internationale Spitze unterhalten und das erfolgreiche deutsche Modell analysiert.

COLOGNE, GERMANY - SEPTEMBER 11: Chief scout Urs Siegenthaler attends the German national football team press conference at the Sporthochschule Cologne, on September 11, 2007 in Cologne, Germany.  (Photo by Vladimir Rys/Bongarts/Getty Images)

Taktikfuchs Siegenthaler steht seit 2005 in Diensten des DFB. Bild: Bongarts

Ist Erfolg in irgendeiner Form planbar? 
Urs Siegenthaler: «Erfolg ist im Prinzip immer planbar, in der Wirtschaft aber vielleicht eher als im Sport. Dort kommen unter Umständen mehr Unabwägbarkeiten dazu - das Wetter, kurzfristige Resultat-Änderungen, et cetera. Ich bin dennoch davon überzeugt, dass der Erfolg auch im Sport planbar ist.»

Ständig an der Seite des Bundestrainers: Urs Siegenthaler bei der Euro 2008. Bild: Getty Images Europe

Ist es in einem Land mit vielen ehemaligen Europa- und Weltmeistern schwierig, eine eigene Philosophie zu etablieren, von alten Tugenden abzurücken, eine neue Form des Fussballs zu prägen? 
 «In diesem Zusammenhang gehen mir tausend Dinge durch den Kopf. Ich beispielsweise benötigte einen Bundestrainer, der mir zuhört, der sich überzeugen lässt, der bereit ist Vorschläge anzunehmen. Zweitens ist ein Arbeitgeber nötig, der hinter einem steht. Das Präsidium des DFB bekennt sich durch dick und dünn zu diesem Team. Sie haben unsere Idee bekräftigt und sind bereit, einen steinigen Weg zu gehen.»

Wie schwierig ist es zu ertragen, dass in Deutschland an jedem Turnier nur immer der Titel zählt? Manchmal musste sich das Team sogar für Siege schon fast entschuldigen. 
 «Ich beantworte Ihre Frage mit einer Gegenfrage: ‹Wie oft darf ich in einem überspitzten Mass kritisch sein, ohne Gefahr zu laufen, dass die Betroffenen irgendwann mal genug haben?› Es gibt aber auch in Deutschland zum Glück sehr gemässigte Beobachter und Kommentatoren.»

MAINZ, GERMANY - OCTOBER 25:  Head coach of the German National Football Team Joachim Loew is seen with Urs Siegenthaler during the ceremonial act for the DFB Bundestag at the Staatstheater on October 25, 2007 in Mainz, Germany.  (Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Gute Freunde kann keiner trennen. Löw und Siegenthaler bei einem DFB-Empfang im Staatstheater.  Bild: Bongarts

Das 7:1 gegen Brasilien hat dann aber landesweit eine grenzenlose Euphorie ausgelöst. Bei Ihnen auch?
«Ich bin einer, der seine Arbeit zu jeder Zeit extrem kritisch beleuchtet. Nokia hatte einst auch gute Analysten, verpasste aber komplett den Anschluss. Chevrolet bewegte sich dank einer ebenso starken Forschungsabteilung in der gleichen Kategorie - Anschluss völlig verpasst. Was ich sagen will: Entscheidend ist auch nach solchen Partien die Umsetzung des Wissens, die optimale Verwertung der Infos. Das richtige Coaching zählt.» (dux/si)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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Nach Pleite gegen Holland – so machen sich die deutschen Fans über Hummels und Co. lustig

«Wir sind ja keine Gurkentruppe!», lässt sich Toni Kroos nach der Klatsche gegen die Niederlande zitieren. Die Fans sehen das etwas anders.

Deutschland hat sein Nations-League-Duell gegen die Niederlande mit 0:3 verloren. 

Nach einer Klatsche also – bei einem Oranje-Team mit einem pinkfarbenen Ryan Babel in der Spitze – gehört schon eine Portion Wahnsinn dazu zu sagen, dass die deutsche Elf das Spiel hätte gewinnen sollen. 

Hummels trieb es später sogar noch auf die Spitze.

Wie kann man so in die Offensive gehen, wenn auch die Statistiken des Spiels eine andere Sprache sprechen?

Ballbesitz: 50 zu 50.

Schüsse aufs Tor: 6 zu 4 …

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