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Soldiers parade during rehearsals for the Victory Day parade on the Dvortsovaya (Palace) Square in Sevastpol on May 2, 2014. Russia celebrates the 1945 victory over Nazi Germany on May 9. AFP PHOTO / YURI LASHOV

Probemarsch der Russen auf der Krim. Bild: AFP

Militärparaden und Fliegerstaffeln

Gerüchte um Krim-Besuch von Putin: Kreml plant neue Provokation

Ausgerechnet auf der annektierten Halbinsel Krim will Russlands Präsident Wladimir Putin am Freitag eine Militärparade abhalten lassen. Der Westen ist entsetzt.

Ein Artikel von

Spiegel Online

Benjamin Bidder / Spiegel Online

Immer wenn Russland am 9. Mai des Sieges über Hitlerdeutschland gedenkt, donnern meist auch Kampfjets im Tiefflug über den Roten Platz. In diesem Jahr müssen die Zuschauer in Moskau allerdings auf die Künste der Fliegerstaffeln «Schwalben» und «Russische Recken» verzichten. Sie sind abkommandiert, ihre Kunststücke fern der Hauptstadt vorzuführen: Die Maschinen werden am 9. Mai über die Stadt Sewastopol jagen - auf der von Russland annektierten Krim.

epa04190186 Russian flight group performs during their training before a military parade, which will take place on 09 May, during the WWII Victory Day celebration in Sevastopol, Crimea, 03 May 2014.  EPA/ANTON PEDKO

Die russische Armee schickt die Fliegerstaffel auf der Krim in die Luft. Bild: EPA/EPA

Russian soldiers parade during rehearsals for the Victory Day parade on the Dvortsovaya (Palace) Square in Sevastpol on May 2, 2014. Russia celebrates the 1945 victory over Nazi Germany on May 9. AFP PHOTO / YURI LASHOV

Waffenshow auf der Krim. Bild: AFP

Die Triumph-Waffenschau wird Putin noch höhere Zustimmungswerte in der Heimat bringen - und noch mehr Ärger international. Sollte er gar persönlich an der Siegesparade auf der Krim teilnehmen, wäre dies nur ein weiteres Zeichen, dass er an einer Beilegung der Krise offenbar kein Interesse habe, heisst es in Brüssel.

Mehr als 1200 Soldaten will der Kreml-Chef auf der Halbinsel aufmarschieren lassen und rund 40 Militärfahrzeuge aufbieten, darunter Panzerwagen vom Typ Tiger, die Russland auch bei der Besetzung der Krim im März eingesetzt hatte.

epa04190187 Russian flight group performs during their training before a military parade, which will take place on 09 May, during the WWII Victory Day celebration in Sevastopol, Crimea, 03 May 2014.  EPA/ANTON PEDKO

Fliegerstaffel über der Krim. Bild: EPA/EPA

In Moskau gilt als ausgemacht, dass Putin am 9. Mai vormittags erst wie gewohnt die Parade in der russischen Hauptstadt abnimmt und dann nach Sewastopol reist, um dort an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung «Kommersant» wollte der Kreml weder bestätigen noch dementieren. Putins Pressesprecher Dmitrij Peskow erklärte lediglich, der Termin tauche bislang nicht im Kalender des Staatsoberhauptes auf. Die Krim-Verwaltung in Simferopol dagegen teilte stolz mit: Putin und Premierminister Dmitrij Medwedew «kommen nach Sewastopol zur Parade».

Fataler Imageschaden

Putin würde sich dort als «Sammler russischer Erde» in der Tradition der Zaren präsentieren. In der Bevölkerung käme das gut an, die Krim-Annexion hat seine Beliebtheitswerte auf Rekordhöhe getrieben. Russlands Imageschaden in Europa und den USA dagegen wäre fatal. Dabei ist es gerade vier Jahre her, dass sogar noch Nato-Offiziere zum 9. Mai gemeinsam mit russischen Soldaten über den Roten Platz defilierten. Und Bundeskanzlerin Angela Merkel sass auf der Ehrentribüne.

Der 9. Mai hat in Russland inzwischen den Rang eines Nationalfeiertages, für viele Bürger ist er eines der wichtigsten Feste im Jahr, vergleichbar mit Weihnachten und Silvester. 60 Prozent der Russen sehen im Sieg über Hitlerdeutschland die «grösste Errungenschaft der Sowjetunion».

Zum Feiertag schlagen Medien und Politiker extra-nationalistische Töne an: Ein Kolumnist der Kreml-treuen «Iswestija» zum Beispiel forderte Putin zum militärischen Eingreifen in der Ostukraine auf. Dort werfe ein «verwundeter russischer Widerstandskämpfer mit erschlaffender Hand einen Molotowcocktail auf einen Faschisten-Panzer», heisst es. Russlands Präsident solle deshalb nach dem Ende der Mai-Parade den Panzerbesatzungen Befehl geben, die Motoren laufen zu lassen - und «sie nach Donezk schicken».



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    Alle Leser-Kommentare
  • AndiGore 06.05.2014 08:12
    Highlight Highlight Sowiet Union 2.0 ! Krim ist Ukraine!
  • Maya Eldorado 06.05.2014 01:38
    Highlight Highlight Wo und wie genau und auf welcher Seite liegt die Provokation.
    Und was für Akteure und auf welche Art die genau mitmischen, weiss wohl niemand so genau.
    Um besser und genauer verstehen zu können, was da genau abläuft, ist es nötig die gefärbten Brillen abzuziehen, seien es pro westlich-Us-Brillen oder auf der anderen Seite pro-russische.
    Nur so kann man beginnen, wenn auch, wenigstens zu Beginn, nur ansatzweise zu verstehen, was da alles für Partikulärineressen vorhanden sind.
    Der eiserne Vorhang wird wieder aufgerüstet nach einigen Jahren der Entspannung. Nur wird er nun weiter östlich aufgezogen. Und die Ukraine hätte man schon noch gerne innerhalb.
    Was genau USA-Obama so sehr daran interessiert, sagt er ja nicht deutlich. Auf jeden Fall hörte ich so herumflüstern, dass Europa ev. mit einem 3. Weltkrieg rechnen muss. Soll von Obama kommen.
    Ist es das wert? Ich finde nein und nochmals nein!

    Uebrigens bin ich der Ueberzeugung, dass wie in den andern Ländern im Nahen Osten, wie Syrien und anderen, Kräfte von ausserhalb, angeheuert von wem wohl?, das ganze so richtig aufschüren, dass es dann offensichtlich kein Zurück mehr gibt.
    Für sowas sollte Europa keine Hand bieten. Weder von der Ukraine im Allgemeinen, noch von der Krim im Besonderen werden wir in Europa nicht bedroht. Allerhöchstens sind Eigeninteressen von Seiten der EU möglicherweise insofern bedroht, dass die Osterweiterung nicht wie erhofft, ausgedeht werden kann.

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