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Schneewelyn, die VBS-Hexe und der bitchige Frosch: Die Märchen der Gebrüder Grimm – aus Sicht der Bundesrats-Parteien

Viele Märchen haben zu wenig oder die falschen politischen Botschaften. Damit unsere Kinder nicht falsch erzogen werden, hier fünf Geschichten, neu interpretiert.

09.10.15, 12:38

Die BDP erzählt: «Schneewittchen und die 7 Bundesräte»

Es waren einmal sieben Bundesräte, die lebten hinter den sieben Bergen in Bern. Eines Tages, als sie von einem Bundesrats-Reisli zurückkehrten, sahen sie, dass die Türe des Bundeshauses weit offen stand.

Alle riefen durcheinander: «Wer hat aus meinem Schüsselchen gegessen?» – «Wer hat mein Vorstösschen eingereicht?»

Bild: watson / KEYSTONE

Bald entdeckten sie eine Frau in einem ihrer Bettchen. Sie stellte sich als Schneewelyn Wittchen-Schlumpf vor und wurde von den Zwergen mit Freude aufgenommen. Dafür kickten sie den Blocherli raus, der vor Wut tobte und zeterte.

Auch die böse Hexe war überhaupt nicht erfreut:

Bild: watson / KEYSTONE

Sie warf Schneewelyn aus der Partei, denn sie solle auf ewig parteilos umherirren. Aber sie hatte die Rechnung ohne Prinz Grunder gemacht. Dieser brach den Fluch, gründete die BDP und wenn Schneewelyn nicht abgewählt wurde, so regiert sie noch heute.

Die FDP liest: «Dornröschen»

Es war einmal eine böse Sozialistin, die war zur Geburtstagsparty der Freiheit nicht eingeladen. Aus Rache versetzte sie die Freiheit in einen hundertjährigen Schlaf. Nur eine Initiative einer liberalen Partei sollte sie wieder aufwecken können.

Um die Ruhestätte zauberte die Sozialistin einen massiven Wall aus bürokratischen Formalitäten hin.

gif: giphy

Schliesslich gelang es der FDP, durch den Wall zu brechen und sie wedelte die Freiheit mit einer Geldnote wach. Seither sitzen die Beiden auf dem Bankgeheimnis und falls sie nicht gestorben sind, klammern sie sich noch heute daran.

Die SP präsentiert: «Berset und Gretel»

Es war einmal eine Arbeiterpartei, die schickte ihre zwei Kandidaten in den Bundesrat. Nach langem Umherirren kamen sie zum Departement für Sicherheit, vor dem viele Lebkuchen-Panzer standen. 

Hungrig fingen sie an, diese zu verspeisen, als aus dem Büro eine Stimme drang:

Bild: watson / KEYSTONE

Es war die VBS-Hexe! Sie öffnete und liess sie herein, doch sie hatte düstere Absichten. Sie sperrte den Berset ein und nahm sein Geld für die Deckung der Armeekosten. 

In ihrem Ofen schmiedete sie bereits Pläne für ein neues Kampfflugzeug.

Bild: watson / imgur

Die Hexe hatte aber eine Schwäche: Die direkte Demokratie. Weil sie diese so hoch hielt, wurde sie von Berset und Gretel hinterrücks überstimmt. Die Beiden kamen frei.

Wenn man ganz leise ist, kann man das Wehklagen der Hexe noch hie und da im Wind vernehmen.

Die CVP rezitiert: «Rotkäppchen und die zerstörten Familienwerte»

Es war einmal ein Rotkäppchen, das wollte die Generationen-Beziehungen stärken. Und so machte es sich auf, seiner verwitweten Grossmutter Wein und verringerte Krankenkassen-Prämien zu bringen. 

Doch als sie ankam, war ihre Grossmutter seltsam geworden:

bild: watson / shutterstock

Zum Glück eilte ein CVP-Nationalrat herbei und beendete die steuerliche Benachteiligung von Ehepaaren. Rotkäppchen und ihre Grossmutter heirateten und lebten glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage.

Die SVP erzählt: «Der Froschkönig»

Es war einmal eine stolze Eidgenossin, die spielte am Schloss-Brunnen mit ihren Goldbarren. Plötzlich fiel einer der Goldbarren ins Wasser und ein Frosch erschien an der Oberfläche. Er bot der Eidgenossin an, ihre Goldbarren zurückzubringen, aber dafür müsse sie ihm Asyl gewähren.

bild: watson / shutterstock

Die Eidgenossin hing sehr an ihrem Gold und so ging sie den Handel ein. Aber als sie den Frosch ins Schloss nahm, ass er all ihr Essen, schlief mit allen Frauen und klaute den Bediensteten ihre Arbeitsplätze.

gif: giphy

Da schmiss sie vor Wut den Frosch an die Wand und dieser verwandelte sich plötzlich von einem Sozialschmarotzer in einen stämmigen Schwingerkönig. Die Prinzessin heiratete ihn und gemeinsam verteidigten sie ihr Land bis ans Ende ihrer Tage.

Noch ein Frosch, der gerne Schnecken besteigt:

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sillum 09.10.2015 15:48
    Highlight Und das täglich SVP-Bashing gib uns (auch) heute!
    Armselig. Ideenlos. Langweilig. Einseitig.
    20 61 Melden
  • nilu98 09.10.2015 13:58
    Highlight Sehr schöner Artikel:) Vor allem Schnewelyn Wittchen und Berset und Gretel sind super:D

    "Knusper, Knusper, Kebab, wer baut da die Armee ab?"
    42 6 Melden
    • Steckenpferd 09.10.2015 15:49
      Highlight Der Spruch ist geeeenial! 😂
      17 2 Melden
  • Bulwark 09.10.2015 13:54
    Highlight Irgendwie lässt mich bei diesen durchaus witzigen Märchen das Gefühl nicht los, dass es darum geht, die SVP zur Schnecke zu machen...
    26 29 Melden
    • blueberry muffin 09.10.2015 16:00
      Highlight Denken sie? Ach denken sie? Wir denken auch alle, das die SVP sich immer ueber die SVP lustig macht. Komischerweise hoeren die Waehler ihr nie zu und behaupten dann, das seien nur die Medien. ;)
      16 8 Melden
    • marhu13 09.10.2015 16:11
      Highlight Ja so geht es mir auch.
      7 3 Melden
    • Bulwark 09.10.2015 17:00
      Highlight @blueberry Muffin
      Ja, die SVP macht sich echt selbst lustig über sich, jedoch finde ich, dass genau dies die Volksnähe am besten zeigt. Der "ränzler" von Ch. Blocher im Videoclip zu "Welcome to SVP" hat auch sehr viel menschliches an sich. ich denke viele andere hätten 1000 mal geübt um einen möglichst perfekten köpfler zu packen. Ein bisschen Selbstironie tut in der Politik sicher gut.
      14 10 Melden
  • Sapere Aude 09.10.2015 13:15
    Highlight Made my day :D besten Dank, schon lange nicht mehr so gelacht.
    13 8 Melden
  • marhu13 09.10.2015 13:14
    Highlight Richtig lustiger Artikel haha.
    Endlich auch mal ein Artikel der lesbar ist, auch wenn Watson die eher linke Haltung auch nicht ganz verstecken kann.
    11 10 Melden
  • michel. 09.10.2015 13:13
    Highlight Dä Kebab-Ueli, grossartig :D
    21 6 Melden

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