Wetter

Staatsanwalt untersucht

Tödlicher Erdrutsch im Tessin hat ein juristisches Nachspiel

Am Tag eins nach dem tödlichen Erdrutsch in Davesco TI bei Lugano dauern die Aufräumarbeiten am Unglücksort an. Die Tessiner Staatsanwaltschaft und ein Geologe beginnen unterdessen mit der rechtlichen Untersuchung der Katastrophe.

17.11.14, 12:38 17.11.14, 16:38

«Wir müssen in den kommenden Tagen klären, welche Rolle die Mauer spielte, welche sich oberhalb des zerstörten Gebäudes am Berghang befand», sagte Geologe Urs Lüchinger am Montag auf Nachfrage der Nachrichtenagentur sda.

Lüchinger wurde von der Stadtgemeinde Lugano mit der Untersuchung beauftragt und arbeitet mit der Tessiner Staatsanwaltschaft zusammen. Zu klären sind laut Lüchinger mindestens zwei Szenarien: Die Mauer stürzte durch einen vorherigen Erdrutsch ein und die Schlamm- und Gesteinsmasse ergoss sich dann in Richtung des Wohnhauses am Fuss des Hangs. Oder aber die eingestürzte Mauer selbst löste einen Erdrutsch am Berghang aus, der dann das Haus zerstörte.

Die Tessiner Staatsanwaltschaft werde nun gemeinsam mit dem Geologen Lüchinger einen Untersuchungsbericht der Vorfälle in der Nacht von Samstag auf Sonntag erstellen, sagte der Sprecher der Tessiner Staatsanwaltschaft auf Anfrage. Bei der Untersuchung werden laut Staatsanwaltschaft auch Bauingenieure mit einbezogen.

Gefahrenzonen werden im «demokratischen Prozess» bestimmt

Das zerstörte Wohnhaus befand sich laut Angaben des Luganeser Gemeindepräsidenten Marco Borradori (Lega) vom Sonntag nicht in einer Gefahrenzone für Erdrutsche. Diese Gefahrenzone werden gemäss dem Tessiner Departement der Territorien seit 1990 erstellt.

Es handle sich dabei um einen «demokratischen Prozess», rechtfertigt sich ein Sprecher des Departements auf Anfrage. Eine kantonale Expertenkommission überprüfe dabei das entsprechende Gelände und arbeite dann einen Entwurf aus – dieser werde dann den Gemeinden und der Bevölkerung vorgelegt. Sie können dann Einspruch erheben.

«In der Vergangenheit gab es fast ausschliesslich Widerstand aus der Bevölkerung gegen die Einführung einer Gefahrenzone», sagte der Departementsprecher weiter. Gehöre ein Wohngebiet zu einer solchen Gefahrenzone, habe dies auch Auswirkungen auf die Immobilienpreise und die Bauverordnungen. Die Kantonsstrasse am Unglücksort bleibt laut Polizeiangaben vom Montag bis auf weiteres gesperrt. (whr/sda)

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • karl_e 17.11.2014 15:55
    Highlight Hoffentlich hält sich die Tessiner Geologie an die demokratisch festgelegten Gefahrenzonen!
    0 0 Melden

In welchen Städten die meisten Radarfallen stehen – diese Blitzer-Fakten musst du kennen

Radarmessgeräte sind unter Autofahrern verhasst. Die Polizei nutzt sie, um gefährliche Strassenabschnitte zu beruhigen – und als Einnahmequelle. Wir zeigen dir, welches die Radar-Hochburgen der Schweiz sind und wie viel Geld die Blitzer in die Kassen spülen.

Insgesamt stehen in der Schweiz fast 600 automatische Radargeräte im Einsatz. Mobile Geräte, die von Polizisten bedient werden, ausgeschlossen. Die Anlagen konzentrieren sich besonders auf Schweizer Städte. In der Stadt Zürich alleine stehen 87 Blitzer. watson hat bei den Gemeinden und Stadtpolizeien nachgefragt und die Daten ausgewertet.

Die meisten Blitzer stehen in Zürich, gefolgt von Lausanne und Luzern.

Vergleicht man jedoch die Anzahl Blitzer mit der Bevölkerungszahl, landet Zürich nur auf …

Artikel lesen