Wetter

Neuschnee im Nordtessin

Doppelte Menge – Das Tessin versinkt im Schnee

Tiefverschneit: Hausdächer in Airolo. Bild: TI-PRESS

Nach einem schneereichen Dienstag ist in der Südschweiz in der Nacht auf Mittwoch mit 20 Zentimetern nicht allzu viel Neuschnee gefallen. Mit teilweise bis zu drei Metern liegt in der Region aber doppelt soviel Schnee wie für die Jahreszeit üblich.

05.02.14, 11:43 05.02.14, 12:59

Der meiste Schnee fiel über Nacht im Simplon-Gebiet, im Maggiatal, im Nordtessin sowie in den Graubündner Regionen Hinterrhein und Oberengadin, wie MeteoSchweiz am Mittwoch auf Anfrage mitteilte. Im Schnitt bescherte die feuchte Luft aus Italien nochmals zwischen zehn und 30 Zentimetern Neuschnee.

In Simplon-Dorf (VS) lagen am Mittwochmorgen laut MeteoSchweiz 1,8 Meter Schnee, in Ambri-Piotta (TI) 1,75 Meter, in Bosco-Gurin (TI) waren es 2,4 Meter. Laut dem Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) waren die Schneehöhen am Alpensüdhang etwa doppelt so mächtig wie um diese Jahreszeit üblich.

Drei Meter Schnee auf dem Bernina-Pass

Am dicksten war die Schneedecke am Mittwochmorgen auf dem Bernina-Pass, wo drei Meter Schnee lagen. Der Pass war am Mittwochmorgen dennoch für den Strassenverkehr geöffnet, ebenso der Maloja-, Julier- und der Ofenpass. Alle anderen Schweizer Pässe waren für den Verkehr gesperrt.

Die Schneefallgrenze lag in der Südschweiz zwischen 700 und 1000 Metern über Meer. Im Verlauf des Mittwochs sollten laut MeteoSchweiz zwischen zehn und 20 Zentimeter Neuschnee fallen. Für Donnerstag erwartete der Wetterdienst eine Niederschlags-Pause, weil die Südströmung aufgrund eines Zwischenhochs nachlassen sollte.

Grosse Lawinengefahr im Tessin und im Wallis

Im Verlauf des Freitags sollte die Südströmung demnach wieder aufkommen, ebenso der Föhnwind.

Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) stufte am Mittwochmorgen die Lawinengefahr für das Tessiner Maggiatal, das Bedrettotal sowie die obere Leventina als gross ein (Stufe vier auf der fünfstufigen Skala). Im restlichen Alpenraum herrschte verbreitet erhebliche Lawinengefahr.

Am ungünstigsten seien die Schneeschichten im zentralen Wallis, im südlichen Unterwallis, in Nord- und Mittelbünden, im Unterengadin und im Münstertal beschaffen. Dort können Lawinen vor allem an sehr steilen Nordhängen teils bis in bodennahe Schichten durchreissen, schrieb das SLW auf seiner Webseite. (rar/sda)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Schweizer Arzt in Haiti: «Es ist schlimmer als nach dem Erdbeben von 2010»

Rolf Maibach war jahrelang Chefarzt eines Spitals in Haiti und ist heute im Verwaltungsrat. Im Interview spricht er über die prekäre Lage des vom Hurrikan «Matthew» gebeutelten Landes, darüber, wie er seinen Optimismus behält und warum ausländische Hilfswerke auch problematisch sind.

Wie schlimm ist die Lage in Haiti?Rolf Maibach: Die amtlichen Opferzahlen sind mit Vorsicht zu geniessen, dabei handelt es sich immer um Schätzungen der Regierung, die eigentlich nie stimmen. Man kann die anfänglich erwähnten Zahlen meist mit Hundert multiplizieren. Das Problem sind die Kommunikationswege, so dürften Wochen vergehen, bis man weiss, wie schlimm es wirklich ist.

Sie stehen in ständigem Kontakt mit Ihren Mitarbeitern im Spital. Wie ist die Situation dort?Wir hatten in den …

Artikel lesen