Wirtschaft
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Trotz Ölpreis-Zerfall: Iran will beim Förder-Stopp nicht mitmachen

Trotz eines weltweiten Überangebots will Iran offenbar seine Ölproduktion hochfahren. Eine gemeinsame Strategie der Förderländer scheint zu scheitern.

17.02.16, 09:50 17.02.16, 10:59


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Der Ölpreisverfall macht wichtigen Förderländern zu schaffen. Mit einer gemeinsamen Strategie könnten die grossen Produzenten den Abwärtstrend stoppen. Doch danach sieht es derzeit nicht aus. Denn Iran will einem Zeitungsbericht zufolge die Ölförderung weiter steigern, bis das Land das Produktionsniveau von der Zeit vor den Atomsanktionen wieder erreicht hat.

«Von Iran zu verlangen, seine Ölfördermenge einzufrieren, ist unlogisch», zitiert die iranische Tageszeitung «Shargh» einen iranischen Opec-Gesandten.

Ölminister reisen nach Teheran

Demnach forderte dieser zugleich andere Ölförderländer auf, die ihre Produktion seit 2011 hochgefahren haben, diese wieder zu reduzieren, um damit zu einer Erholung der Ölpreise beizutragen.

Die Ölproduzenten Russland, Saudi-Arabien, Katar und Venezuela hatten sich am Dienstag darauf verständigt, die Produktion auf dem Januar-Niveau einzufrieren. Dieses Abkommen greift aber nur, wenn auch andere grosse Ölländer mitmachen. Am Mittwoch will der venezolanische Ölminister Eulogio Del Pino deshalb nach Teheran reisen.

Iran hat Aufholbedarf

Iran ist allerdings gerade erst auf den Ölmarkt zurückgekehrt. Erst kürzlich wurden die westlichen Sanktionen im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm aufgehoben. Entsprechend gross ist der Aufholbedarf für Iran. Das Land hatte angekündigt, zügig eine Million Barrel pro Tag zu fördern.

Allerdings kommt Irans Rückkehr auf den Markt mitten in einer Ölpreiskrise. Durch das grosse Angebot waren die Ölpreise seit Mitte 2014 um rund 70 Prozent eingebrochen. Darunter leiden alle grossen Ölförderländer, aber auch westliche Ölkonzerne, die Rekordverluste in Milliardenhöhe machen. Die niedrigen Preise werden als Angriff auf das verhältnismässig teure Fracking in den USA gesehen, das damit vom Markt verdrängt werden soll.

Russland fördert Öl wie schon lange nicht mehr

Saudi-Arabien ist das wichtigste Förderland des Ölkartells Opec. Genau wie Nicht-Opec-Mitglied Russland hatte das Land bisher eine geringere Produktion abgelehnt, um keine Marktanteile zu verlieren. Russland hatte zuletzt so viel Öl gefördert wie seit 25 Jahren nicht.

Händler warten nun darauf, inwiefern sich die Produzenten auf eine gemeinsame Strategie einigen können. Am Mittwoch stiegen die Ölpreise leicht. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 45 Cent auf 32.63 Dollar je Fass. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI kostete 29.33 Dollar, das waren 29 Cent mehr als am Vortag. (mmq/Reuters/dpa)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Picker 17.02.2016 11:26
    Highlight Am besten wäre es ja, wenn man die fossilen Brennstoffe vergessen würde. Da dies aber wohl erst der Fall sein wird, wenn wit den Planeten komplett vergewaltigt haben, ist dies hier (im Iran) die Beste Variante. Erstens wird das Ziel so schneller erreicht, und zweitens wird Fracking, was die gefährlichste Methode ist, (für den Moment zumindest) zu unrentabel.
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  • Fumo 17.02.2016 10:23
    Highlight Gut so. Das gewisse Ressourcen bewusst knapp gehalten werden um den hohen Preis zu rechtfertigen muss endlich aufhören. Mich persönlich juckt es kein bisschen ob einen Oligarchen weniger Geld verdient, dagegen interessiert mich die günstigere Heizrechnung durchaus mehr.
    5 6 Melden

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