Wirtschaft
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L'enseigne de Giroud Vins, ce mercredi 11 decembre 2013 a Sion. Dominique Giroud est sous enquete penale dans le canton de Vaud et il est soupconne d'escroquerie, de falsification de marchandises et de faux dans les titres. (KEYSTONE/Aline Staub)

Walliser Weinhändler Giroud und NDB-Mitarbeiter festgenommen. Bild: KEYSTONE

Affäre Giroud

Nachrichtendienst-Mitarbeiter wegen Hacking festgenommen

Unter dem Verdacht der Computer-Piraterie ist neben dem Walliser Weinhändler Dominique Giroud ein Mitarbeiter des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB) festgenommen worden. Das Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) und die Zeitung «Le Temps» haben Klage erhoben.

Die Genfer Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch nach mehrwöchigen Ermittlungen vier Personen unter dem Verdacht der Daten-Piraterie festgenommen. Sie sollen Hacker-Angriffe auf Computer von mindestens zwei Journalisten in Auftrag gegeben respektive ausgeführt haben.

Undichte Stellen identifizieren

Neben Giroud handelt es sich bei den Verhafteten um einen professionellen Hacker, einen Privatdetektiv und einen Angestellten des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB). Die vier Personen wurden am Donnerstagmorgen vom Genfer Generalstaatsanwalt Olivier Jornot angehört. Am Donnerstagnachmittag sollten sie erneut verhört werden.

Die Festnahme erfolgte im Auftrag der Staatsanwaltschaft durch die für Finanzdelikte zuständigen Justizbehörden und mit Unterstützung mehrerer Kantonspolizeien. Zusätzliche Informationen wollte die Staatsanwaltschaft vorerst nicht geben. So ist beispielsweise nicht bekannt, wo die Festnahmen erfolgten. Ziel des Hackerangriffs war es laut Jornot aber anscheinend, die undichten Stellen zu identifizieren, über die Informationen zu den laufenden Untersuchungen gegen Giroud an die Medien gelangt waren.

NDB-Mitarbeiter per sofort freigestellt

Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) hatte Kenntnis von der laufenden Untersuchung der Genfer Strafverfolgungsbehörden gegen einen seiner Mitarbeiter, wie er am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA mitteilte. Er habe unverzüglich das Departement VBS und die Aufsichtsorgane informiert.

Der NDB sei aber in keiner Weise in die Affäre des Walliser Weinhändlers Dominique Giroud verwickelt und habe seinen Mitarbeiter auch nicht beauftragt. Für diesen gelte im Übrigen die Unschuldsvermutung. Er wurde gemäss den Vorgaben des Bundespersonalgesetzes jedoch per sofort freigestellt.

Journalisten ausspioniert

RTS und «Le Temps» bestätigten am Donnerstag, dass ihre Redaktionen Ziel von Piraterie-Versuchen gewesen seien. Die beiden Medienunternehmen erhoben deshalb Klage gegen Unbekannt.

Der Nachrichtenchef von RTS, Bernard Rappaz, erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, dass ein Computer der Redaktion vor einigen Wochen Ziel eines Hacker-Angriffs gewesen sei. Es sei eine sehr raffinierte Software verwendet worden. Er könne allerdings nicht sagen, ob dieser Piraterieversuch und die Affäre Giroud in einem Zusammenhang stünden. Es sei nun an der Genfer Staatsanwaltschaft, diese Fragen zu beantworten. Rappaz unterstrich trotz allem, dass es sich nicht um eine alltägliche Affäre handle. Seines Wissens sei es das erste Mal, dass Journalisten der RTS Ziel von derart ausgeklügelten Piraterieversuchen geworden seien.

Der Chefredaktor der Genfer Tageszeitung «Le Temps» bezeichnete es als «extrem schlimm» dass es Personen gebe, die Journalisten auszuspionieren versuchten. Die Informationsfreiheit sei nur garantiert, wenn die Journalisten geschützt seien. (pma/sda)

Fall Giroud

Die Genfer Zeitung «Le Temps» hatte im Oktober 2013 aufgedeckt, dass die Eidgenössische Steuerverwaltung wegen gravierender Steuerdelikte gegen den Walliser Weinhändler Dominique Giroud ermittelt. Zudem wird Giroud beschuldigt, zwischen 2006 und 2009 über 35'000 Liter Wein unerlaubt gemischt zu haben. In dieser Sache läuft im Kanton Waadt eine Strafuntersuchung wegen Betrugs, Warenfälschung und Urkundenfälschung. (sda)



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    Alle Leser-Kommentare
  • MediaEye 12.06.2014 16:15
    Highlight Highlight Die informationsfreiheit ist nur gewährleistet, wenn die Journalisten auch tatsächlich total unabhängig und parteifrei sind!
    Ansonsten ist ihre politische Präferenz offen zu legen, genau so wie etwa die wirtschaftlichen Verflechtungen des verlags

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