Wirtschaft
SEATTLE, WA - JUNE 18: Amazon.com founder and CEO Jeff Bezos presents the company's first smartphone, the Fire Phone, on June 18, 2014 in Seattle, Washington. The much-anticipated device is available for pre-order today and is available exclusively with AT&T service.   David Ryder/Getty Images/AFP
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Amazon-Chef Bezos: Teure Strategie verärgert Anleger. Bild: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Teure Investitionen

126 Millionen Dollar Verlust: Amazon verschreckt seine Aktionäre

Amazon hat wegen teurer Investitionen im zweiten Quartal einen Verlust von 126 Millionen Dollar gemacht. Die Anleger reagierten hektisch.

25.07.14, 07:51 25.07.14, 09:50

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Verluste sind die Aktionäre von Amazon bereits gewohnt. Doch diesmal fiel das Minus so hoch aus, dass die Anleger sich massenhaft von ihren Aktien trennten. Der Kurs sackte nachbörslich um rund 10 Prozent ab. Zuvor hatte der Versandhändler für das zweite Quartal unterm Strich einen Verlust von 126 Millionen Dollar gemeldet. Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus 7 Millionen Dollar betragen.

Firmenchef Jeff Bezos begründete den drastischen Anstieg beim Verlust mit hohen Investitionen in Service und Produkte: «Wir arbeiten hart daran, das Einkaufserlebnis bei Amazon stetig zu verbessern.» Doch zugleich wurde den Anlegern die Hoffnung auf baldige Besserung der Zahlen genommen: Für das laufende Quartal rechnet das Amazon-Management sogar mit einem operativen Verlust von bis zu 810 Millionen Dollar. 

Zugleich wuchs Amazon aber rasant: Der Quartalsumsatz stieg um 23 Prozent auf 19,3 Milliarden Dollar. Bezos teurer Expansionskurs nagt aber am Gewinn und lässt den Versandhändler immer wieder in die Verlustzone rutschen. In der Vergangenheit waren die Anleger grundsätzlich einverstanden mit dem Kurs des Firmengründers. Doch seit Jahresbeginn hat die Aktie alleine im regulären Handel bereits ein Zehntel ihres Werts verloren. Die Aussicht auf einen noch grösseren Verlust im kommenden Quartal liess die Investoren nun reihenweise flüchten. 

Amazon schafft sich Gegner

Auf seinem Heimatmarkt hat Amazon inzwischen Konkurrenz aus Asien. Chinas führender Online-Händler Alibaba will Amazon und auch Ebay mit einem eigenen US-Internet-Auftritt angreifen. Amazon-Chef Bezos will deshalb rasch Marktanteile gewinnen. Für das laufende Quartal peilt das Unternehmen ein Umsatzplus zwischen 15 bis 26 Prozent an. So bietet Amazon neuerdings in den USA auch Lieferungen am Sonntag an. Zudem eröffnet der Konzern reihenweise neue Versandzentren, tüftelt an Zustellungen per Drohnen oder entwickelt neue Produkte wie das eigene Smartphone Fire. In ausgesuchten US-Städten liefert Amazon mittlerweile sogar Lebensmittel aus. Dadurch stieg die Zahl der Mitarbeiter bis Ende Juni auf 132'600 an, 35'600 mehr als vor einem Jahr. 

Gewerkschafter kritisieren jedoch die Arbeitsbedingungen bei Amazon. In Deutschland liegt das Unternehmen mit Ver.di im Streit. Immer wieder gibt es Streiks in Amazon-Verteilzentren. Ver.di fordert höhere Löhne sowie tarifliche Regelungen wie im Einzel- und Versandhandel. Amazon nimmt als Massstab indes die Logistikbranche, in der weniger gezahlt wird. 

Auch einzelne Buchverlage sehen sich durch Amazon unter Druck gesetzt, da der Versandhändler Preissenkungen bei elektronischen Büchern durchsetzen will. Jüngst hatte Amazon in den USA sogar eine E-Book-Flatrate eingeführt, bei der Kunden für knapp zehn Dollar im Monat Zugang zu 600'000 Titeln bekommen. (mmq/dpa-AFX/Reuters)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 25.07.2014 18:35
    Highlight Für mich unverständlich, wieso es Amazon nicht schafft und sich mit Investitionen derart belastet. Das Geschäftsmodell des grössten Online-Warenhauses ist gegenüber anderen Internet-Fantasien ein reales, kalkulierbares und führbares. Aber wenn man überall Baustellen aufreisst, und alte nicht endlich schliesst, wird Alibaba stärker und Amazon zum Übernahmekandidat der US-IT-Giganten, die wie Geier warten, ihr Portfolio zu ergänzen.
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