Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Konsequenz aus der Finanzkrise

EZB übernimmt Bankenaufsicht in der Euro-Zone

04.11.14, 01:26 04.11.14, 10:56

Die 120 wichtigsten Banken in der Euro-Zone bekommen heute (Dienstag) einen neuen Aufseher. Die Europäische Zentralbank (EZB) übernimmt die Überwachung der Grossbanken und gibt die Marschrichtung für 5000 Kreditinstitute vor.

Die EZB soll für eine strengere, von nationalen Interessen unbeeinflusste Aufsicht der Branche sorgen. Allein in Deutschland werden 21 Banken künftig direkt von der EZB überwacht – von der Deutschen Bank zur Deutschen Apotheker- und Ärztebank.

Französin an der Spitze

Die Einführung einer einheitlichen Überwachung war eine Konsequenz aus der Finanzkrise. Dort war den nationalen Bankenaufsehern vorgeworfen worden, sie hätten Schieflagen ihrer Institute nicht früh genug erkannt.

Die Chefin der neuen Behörde, der Einheitliche Aufsichtsmechanismus (SSM), unter dem Dach der EZB ist die Französin Daniele Nouy. Ihre Stellvertreterin ist die ehemalige deutsche Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger. 

Daniele Nouy, Chair of the Supervisory Board of the Single Supervisory Mechanism, SSM, of the European Central Bank, ECB, addresses the media during a press conference following the announcement of the results of the comprehensive assessment (Stresstest) in Frankfurt/Main, Germany, on October 26, 2014. Nearly one in five banks subjected to a crunch financial health check by the European Central Bank have failed the test, though no major banks were among them, according to official data.  AFP PHOTO / DANIEL ROLAND

Die Französin Daniele Nouy ist Chefin der neuen Behörde. Bild: AFP

Die EZB hatte vor der Übernahme der Verantwortung die Bilanzen von 130 Banken in einem Stresstest auf Herz und Nieren geprüft. Damit wollte sie vermeiden, dass dort überraschend Altlasten zutage treten. 

13 Geldhäuser, die den Stresstest nicht bestanden haben, müssen der Notenbank bis Anfang kommender Woche Pläne vorlegen, wie sie die Lücken in ihrer Kapitaldecke zu schliessen gedenken. 

Regelmässige Überprüfungen durch SSM Mitarbeiter

Ab Dienstag werden die Finanzinstitute laufend von Teams aus SSM-Mitarbeitern überprüft. Bisher waren die Euro-Staaten eigenständig für die Überwachung ihrer Finanzinstitute verantwortlich. Nun gilt, dass der Leiter einer Gruppe nicht aus dem gleichen Land stammen darf wie das Geldhaus, das er überprüft.

«Das Projekt ist ein Meilenstein für mehr Krisenfestigkeit an den Finanzmärkten.»

EU-Parlamentarier Peter Simon

Zudem müssen die Prüfer-Teams rotieren und dürfen nicht zu lange bei einer Bank bleiben. Mindestens einmal pro Quartal müssen die Banken Informationen über ihr Eigenkapital, ihre Wertpapierbestände und ihre Kredite preisgeben.

Für den EU-Parlamentarier und Vize-Vorsitzenden des Wirtschafts- und Währungsausschusses im EU-Parlament, den deutschen Politiker Peter Simon, ist die Bankenaufsicht «das grösste europäische Integrationsprojekt seit der Einführung des Euro» und ein «Meilenstein für mehr Krisenfestigkeit an den Finanzmärkten.» (sda/reu/afp)



Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Apple zahlt fast 16 Milliarden Steuern nach, aber die Sache hat einen Haken

Der iPhone-Hersteller Apple hat im Steuerstreit mit den Wettbewerbshütern der EU mehr als 14 Milliarden Euro (fast 16 Milliarden Franken) auf einem Treuhandkonto hinterlegt. Wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte, entspricht die Summe dem Profit, den Apple durch illegale Steuervergünstigungen in Irland machte. Sie soll endgültig gezahlt werden müssen, wenn EU-Gerichte über noch laufende Einsprüche von Apple und Irland entschieden haben.

Noch wehren sich Apple und Irland also auf …

Artikel lesen