Wirtschaft

Finanzmarktaufsicht

Finma-Direktor fordert Banker zu mehr Selbstdisziplin auf

17.06.14, 12:21 17.06.14, 14:35
Mark Branson, Direktor der Eidgenoessischen Finanzmarktaufsicht (FINMA), praesentiert an der Jahres-Medienkonferenz den Jahresbericht 2013, am Dienstag, 17. Juni 2014 in Bern.  (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Bild: KEYSTONE

Der neue Direktor der Finanzmarktaufsicht (Finma), Mark Branson, ruft die Banken zu konsequenterem Risikomanagement und mehr Selbstdisziplin auf. Viele Fälle von unkorrektem Geschäftsverhalten hätten das Vertrauen von Politik, Gesellschaft und Markt erschüttert.

Neuerdings seien es wiederkehrende Probleme, sagte Branson an der Finma-Jahresmedienkonferenz in Bern vor dem Hintergrund zahlreicher Steueraffären und Verfahren wegen Marktmanipulationen. Vielfach seien es verhaltensgetriebene Fälle: «Das beste Medikament dagegen ist die Selbstdisziplin des Instituts.»

Unkorrekt angestrebte Profite sind nicht erwünscht

Ein angemessenes Risikomanagement sei Schlüsselelement für zukünftigen, nachhaltigen Erfolg. Dieses müsse vom Topmanagement vorgelebt und dürfe nicht von entgegenlaufenden Anreizsystemen ausgehebelt werden: «In den Instituten muss klar sein, dass unkorrekt angestrebte Profite nicht erwünscht sind und schon gar nicht belohnt werden», forderte Branson.

Die Banken hätten den Schlüssel selbst in der Hand, sagte der Leiter der Aufsichtsbehörde. «Sie müssen erkennen, dass sie ein Teil eines Gesamtsystems sind, das nur funktioniert, wenn der gesellschaftliche Grundkonsens dafür vorhanden ist», hielt der ehemalige UBS-Banker fest. (pma/sda)

Finma-Chef Mark Branson

Der Brite ist seit 1. April Direktor der Finma und damit Nachfolger von Patrick Raaflaub, dessen Amt Branson bereits per 1. Februar interimistisch übernommen hatte. Raaflaub hat inzwischen seinen Wechsel zum Rückversicherer Swiss Re bekannt gegeben. Wegen des abrupten Wechsels hatte die Finma die Jahresmedienkonferenz verschoben. Der Jahresbericht wurde aber bereits publiziert. (sda)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Das Bankgeheimnis ist tot, es lebe der automatische Informationsaustausch – Was geschieht jetzt in der Schweiz?

10'000 Franken soll künftig jeder bezahlen, der einem schweizerischen Finanzinstitut vorsätzlich eine falsche Selbstauskunft erteilt. Die Schweiz soll künftig mit dem Ausland automatisch Bankdaten austauschen. Was geschieht jetzt im Inland?

Was vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre, ist gestern Abend Tatsache geworden: Der Nationalrat stimmte mit deutlicher Mehrheit für die Einführung des automatischen Informationsaustausches mit ausländischen Steuerbehörden. Ein erster Schritt zur Abschaffung des Schweizer Bankgeheimnisses für internationale Kunden ist damit gemacht.

Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf hatte in der Debatte mit erstaunlich wenig Widerstand zu kämpfen. Die SP sah sich in ihrer Haltung bestätigt, dass die …

Artikel lesen