Wirtschaft
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Jagd auf griechische Steuersünder: Ermittler schlagen bei UBS in Athen zu

Griechische Ermittler haben eine Athener Vertretung der Schweizer Grossbank UBS durchsucht. Die Behörden erhoffen sich wertvolle Hinweise auf Steuersünder.

Giorgos Christides



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die Schweizer Grossbank UBS hat in ihrer Vertretung in Athen Besuch von griechischen Ermittlern bekommen. Man ermittle wegen Steuerhinterziehung gegen Besitzer von grossen Auslandsguthaben, sagte ein Justizvertreter. Bei der Razzia habe man Unterlagen beschlagnahmt.

Bei den Durchsuchungen ging es um mehr Informationen über rund 200 griechische UBS-Kunden. Ein Sprecher der Bank sagte in Zürich, man sei sich der Medienberichte in Griechenland bewusst, kommentiere aber prinzipiell keine Spekulationen.

Das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen hatte dem Athener Finanzministerium im November Datensätze mutmasslicher griechischer Steuersünder mit Schweizer Konten übermittelt. Es geht um 10'588 Konten von Einzelpersonen und Firmen, mit einem Gesamtwert von 6.8 Milliarden Schweizer Franken. Bei der ersten Auswertung der Daten seien rund 200 Kontoinhaber mit Guthaben zwischen 1.5 und zwölf Millionen Euro identifiziert worden, sagte ein griechischer Justizsprecher. Die Untersuchung bei der UBS sei beschlossen worden, weil die Mehrheit der Konten bei der UBS eröffnet worden sei. Darum habe man zusätzliche Informationen einholen wollen.

Nordrhein-Westfalen hat seit 2010 mehrfach Datenträger mit Insider-Informationen über Steuerhinterzieher gekauft. Dabei wurden bei der Auswertung auch griechische Konten entdeckt.

UBS-Büro soll nur für Werbezwecke gedient haben

Die griechische Zeitung «Kathimerini» hatte als Erstes über die Razzia bei der UBS berichtet. Die Durchsuchungen fanden demnach bereits am Freitagabend statt. Die Ermittler hätten Festplatten und Daten aus dem Büro der UBS beschlagnahmt. Auch in Büros eines Börsenmaklers, der für die Bank arbeitet, gab es demnach Durchsuchungen. Bei dem UBS-Büro in Athen handelt es sich laut Quellen aus dem Umfeld der Bank nicht um eine Geschäftsfiliale, sondern um ein Verbindungsbüro. Das Büro wird angeblich derzeit abgewickelt.

Nach der Razzia wollen die Ermittler mit den gewonnen Daten den Kontenbesitzern nun genauer auf den Zahn fühlen. Nicht alle Konten müssen im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung oder anderen illegalen Aktivitäten stehen.

Die griechischen Behörden haben eine Offensive gegen Steuerflucht eingeläutet. Experten zufolge könnte der Staat dadurch zusätzliche Steuereinnahmen in Höhe von zwei Milliarden Euro bekommen.

Die griechische Regierung will aber Steuersündern entgegenkommen. Dort, wo kein eindeutig krimineller Hintergrund erkennbar ist, sollen Kontenbesitzer ohne strafrechtliche Verfolgung davonkommen, wenn sie ihre bisher undeklarierten Vermögen offenlegen und Steuern nachzahlen oder das Geld wieder in Griechenland investieren.

(Reuters)

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