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CEO Brady Dougan and Chairman Urs Rohner (R) of Swiss bank Credit Suisse smile during the annual shareholder meeting in Zurich  May 9, 2014.     REUTERS/Arnd Wiegmann (SWITZERLAND - Tags: BUSINESS)

Konzernchef Dougan und Verwaltungsratspräsident Rohner. Bild: Reuters

Heikle Generalversammlung

Aktionäre winken die hohen Boni der CS-Chefs durch

Der Aktionäre der Credit Suisse haben die Managersaläre für das vergangene Jahr gutgeheissen. Der Vergütungsbericht kam an der Generalversammlung in Zürich-Oerlikon klar durch.

09.05.14, 10:04 09.05.14, 17:39

81,28 Prozent der Aktionärsstimmen sagten ja zu den Löhnen des obersten Kaders. Der Nein-Stimmen-Anteil betrug 16,59 Prozent. Enthalten haben sich 2,13 Prozent der vertretenen Stimmen. Bei der Annahme des Vergütungsberichtes geben die Grossaktionäre den Ausschlag. Kleinaktionäre tendieren dazu, die Bonipolitik der Bank abzulehnen.

Mit 108,61 Millionen Stimmen ist die Stimmenvertretung an der Generalversammlung der Credit Suisse laut Verwaltungsratspräsident Urs Rohner hoch. Im Hallenstadion anwesend sind 1543 Aktionäre, von denen die ersten begonnen haben, mit ihren Wortmeldungen die Bankführung zu kritisieren.

Heiss debattierte Löhne

Vor der Abstimmung hatten eine Reihe von Aktionären die Saläre der Bank kritisiert. Rudolf Meyer, Präsident der Aktionärsvereinigung Actares, verurteilte die «Selbstbedienungsmentalität» der CS-Banker und forderte mehr Zurückhaltung bei Gehältern und Boni. Er kritisierte auch diverse Vorkommnisse wie den Steuerstreit oder die Finanzierung umstrittener Bergbaugeschäfte der CS, welche seiner Ansicht nach den Ruf der Bank beschädigen. 

Actares hatte schon vor der Generalversammlung die Aktionäre dazu aufgefordert, der Bankführung die Décharge zu verweigern und den Vergütungsbericht abzulehnen. Auch die Anlagestiftung Ethos, die Pensionskassen vertritt, hatte zum Widerstand gegen die CS-Vergütungen aufgerufen. 

Ethos-Direktor Dominique Biedermann bezeichnete es als «schockierend», dass die Löhne zahlreicher CS-Chefs und -Mitarbeiter seit zwei Jahren angestiegen seien. Biedermann kritisierte unter anderem, dass der CS-Verwaltungsrat nach der Abzockerinitiative erst nachträglich über die Managervergütungen abstimmen lassen wolle.

Die CS führe ihr Geschäft nicht allein auf Basis der Gewinnmaximierung, sagte Rohner und verwies auch auf zahlreiche Reformen der Bank bei der Boni-Zuteilung und beim Aufbau der Kapitalreserven. Die CS-Umsetzung der Abzockerbestimmungen entsprächen zudem hundertprozentig den politischen Vorgaben. 

Führung erhält die Décharge

Die Generalversammlung der Credit Suisse hat der Bankführung Entlastung gewährt. Die Décharge kam mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 90,39 Prozent durch. Gegen eine Entlastung für das Geschäftsjahr 2013 sprachen sich 7,89 Prozent aus. 

Unumstritten war die Décharge nicht: Die Schweizer Aktionärsvereinigungen Ethos und Actares beispielsweise hatten vor dem Aktionärstreffen dazu aufgerufen, wegen aus ihrer Sicht zu hoher Managersaläre die Entlastung zu verweigern. Kritisiert wurde auch die Verwicklung der Bank in den US-Steuerstreit oder umstrittene Geschäfte etwa bei der Bergbaufinanzierung. (sda)

Knapp ging hingegen die Abstimmung über eine bedingte Kapitalerhöhung aus, welche die CS für Mitarbeitervergütungen einsetzen will. Der Ja-Anteil für die Aktienboni betrug 67,68 Prozent und lag nur knapp über der Zwei-Drittel-Schwelle, die für eine Annahme notwendig war. Mit 29,96 Prozent war der Nein-Anteil sehr deutlich. Kapitalerhöhungen für Mitarbeiterboni sehen auch einflussreiche Aktionäre kritisch. Der einflussreiche US-Stimmrechtsberater ISS etwa war dagegen. 

Dougan spricht Deutsch und Französisch

CS-Konzernchef Brady Dougan hatte bei der Vorstellung der Geschäftsergebnisse 2013 die Aktionäre der Bank auf Deutsch und Französisch begrüsst. Der Bankchef trug ein gewisses Grinsen im Gesicht und erntete den Applaus der im Hallenstadion von Zürich-Oerlikon anwesenden Anteilseigner. 

Der seit 2007 als Chef des gesamten Bankenkonzerns amtierende Amerikaner sieht sich gelegentlich dem Vorwurf ausgesetzt, nicht nur eine anglo-amerikanische geprägte Firmenkultur voranzutreiben, sondern auch keine Anstalten zu machen, deutsch zu lernen. Die CS beschäftigt allerdings etwa die Hälfte ihrer rund 46'000 Mitarbeiter im Ausland, vor allen in den USA, Grossbritannien und Asien. (whr/sda)

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Oberon 09.05.2014 19:20
    Highlight Die Frage ist nur, ob hier die Demokratie gewonnen oder verloren hat. ;)
    1 0 Melden
    • Maya Eldorado 10.05.2014 04:04
      Highlight Was ist da demokratisch?
      Das wäre wie wenn bei uns beim abstimmen, jeder, je nach seinem Konto mehr oder weniger Stimmen bekäme...
      Also sagen wir bis 100'000 Fr. eine Stimme, dann für jede weitere 100'000 Fr. eine Stimme mehr. Die Abstimmungsresultate würden wahrscheinlich ganz andere!
      0 0 Melden

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