Wirtschaft
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Banken

People walk by BES (Espirito Santo Bank) headquarters in Lisbon on August 3, 2014. Portugal is ready to bail out the Banco Espirito Santo (BES) to prevent a catastrophic run on its banks that could plunge its fragile economy further into crisis.AFP PHOTO/ PATRICIA DE MELO MOREIRA

Durchlebt dunkle Zeiten: Die portugiesische Banco Espírito Santo. Bild: AFP

Milliardenspritze und Bad Bank für Portugals Krisenbank BES

04.08.14, 01:15 04.08.14, 11:45

Der portugiesische Staat hat für die angeschlagene Grossbank Espírito Santo ein milliardenschweres Rettungspaket entworfen. Die schlimme Krise bei der wichtigsten Privatbank des Landes hatte Angst vor einer Kettenreaktion im Finanzsektor ausgelöst. 

Rund zweieinhalb Monate nach dem Verlassen des EU-Rettungsschirmes hat Portugal einen neuen, gefährlichen Krisenherd gelöscht. Die Richtung Pleite taumelnde Grossbank BES (Banco Espírito Santo) bekommt eine Finanzspritze von 4,9 Mrd. Euro und wird von faulen Geschäften gereinigt. Zentralbank-Chef Carlos Costa gab den Rettungsplan in der Nacht zu Montag in Lissabon bekannt. 

Die BES hatte am Mittwoch für das erste Halbjahr einen Rekordverlust von 3,57 Mrd. Euro bekanntgegeben. Die Notenbank sprach von «Hinweisen» auf illegale Geschäfte. Allein vergangene Woche war der Kurs der Bank von 0,45 auf 0,12 Eurocent pro Aktie eingebrochen. 

Staat soll nicht bezahlen müssen

Die vielen faulen Kredite und Geschäfte der BES sollen nach Angaben der Notenbank in eine Bad Bank ausgelagert werden. Die Finanzspritze werde unterdessen weder den Staat noch die Anlagenbesitzer in Mitleidenschaft ziehen, versicherte Costa. Das Abwicklungsprogramm sehe «im Gegensatz zu früheren Lösungen überhaupt keine Kosten» für den Staat oder für den Steuerzahler vor. Eine andere Krisenbank, BPN, war 2008 wegen vieler Skandale und hoher Verluste inmitten viel Kritik verstaatlicht worden. 

«Das Abwicklungsprogramm sieht im Gegensatz zu früheren Lösungen überhaupt keine Kosten für den Staat oder für den Steuerzahler vor.»

Zentralbank-Chef Carlos Costa

Das Geld für die Finanzspritze für die BES soll von einem 2012 auf Druck der Geldgeber gegründeten und von Banken finanzierten Abwicklungsfonds bereitgestellt werden. Dieser Fonds, der die Bank kontrollieren wird, verfügt vorerst allerdings nur über 380 Mio. Euro. Deshalb will der portugiesische Staat das restliche Geld leihen und dazu die von der «Troika» aus EU, europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) für den Finanzsektor zur Verfügung gestellten Mittel benutzen. In dieser Kasse sind nach amtlichen Angaben noch 6,4 Mrd. Euro. 

Die «neue BES» werde ab Montag «ihre Geschäfte im In- und Ausland normal weiterführen», sagte Costa. Das Finanzministerium hob hervor, dass «alle Einlagen, alle Bankdienste, alle Arbeitsplätze und die geschäftlichen Beziehungen der Bank» geschützt seien. 

Aktionäre werden Verluste hinnehmen müssen

Weniger Glück hatten die Aktionäre, darunter die französische Bank Crédit Agricole (15 Prozent), die mit herben Verlusten rechnen müssen. «Sie werden die Verantwortung für die verbleibenden Risiken tragen müssen», sagte Costa. 

Die 1869 gegründete BES gehörte bisher einem Firmengeflecht des Banker-Clans Espírito Santo an. Der Hauptaktionär der Bank, die Espírito Santo Financial Group (ESFG), die 20 Prozent des Kapitals hielt, hatte Insolvenz angemeldet und war bereits am Donnerstag von der Notenbank vom Stimmrecht ausgeschlossen worden. Auch andere Töchter der Gruppe Espírito Santo hatten Gläubigerschutz beantragt.

Chef Bento soll bleiben 

Dank der Finanzspritze erhöht sich die Kernkapitalquote (Tier 1) der BES, die im Zuge der Krise auf fünf Prozent (zwei Punkte unter der von der Notenbank gesetzten Mindestgrenze) gefallen war, auf 8,5 Prozent. Die Bank wird nicht mehr an der Börse notiert werden. Auf Druck der Zentralbank, die das Institut von den Problemen der Gruppe Espírito Santo (GES) abschirmen wollte, war Vitor Bento zum Nachfolger von Ricardo Espírito Santo Salgado ernannt worden. Dieser hatte 22 Jahre an der BES-Spitze gestanden. 

Festgenommen: Ex-BES-CEO Salgado. Bild: AARON JOSEFCZYK/REUTERS

Der 70-Jährige war nach seiner Ablösung wegen Geldwäscherei festgenommen, dann gegen eine Kaution von drei Mio. Euro wieder auf freien Fuss gesetzt worden. Bento soll seinen Posten in der neuen Bank behalten. Es gebe nun keine Ungewissheiten mehr, liess der angesehene Ökonom wissen. (kad/sda/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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