Wirtschaft

Umgerechnet 63 Milliarden Euro Konjunkturhilfe will die Notenbank laut Berichten den chinesischen Banken zur Verfügung stellen. Bild: EPA

Geld für die Banken

China pumpt Milliarden in die Wirtschaft

Mit neuen Krediten sollen Chinas Banken die schwächelnde Wirtschaft in Schwung bringen. Dazu leiht ihnen die Zentralbank in Peking laut einem Zeitungsbericht 500 Milliarden Yuan. Doch die Strategie ist riskant. 

17.09.14, 08:03 17.09.14, 08:35

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Wenn am Ende dieser Woche der chinesische Internetkonzern Alibaba in New York an die Börse geht, wird er einen neuen Rekord setzen: Noch nie hat ein Unternehmen gleich zu Beginn so viel Geld von den Investoren eingesammelt – bis zu 25 Milliarden Dollar könnten es werden. 

Doch längst nicht alles in Chinas Wirtschaft läuft so prächtig, wie der Börsenhype um den Vorzeigekonzern glauben machen könnte. Das Wachstum schwächelt, die Industrieproduktion ist zuletzt so langsam gestiegen wie seit sechs Jahren nicht mehr. Die Regierung in Peking versucht seit Monaten, mit neuen Konjunkturhilfen gegenzusteuern, und spannt dabei auch die Zentralbank des Landes ein. 

Laut einem Bericht des «Wall Street Journal» will die Notenbank 500 Milliarden Yuan in die chinesische Wirtschaft pumpen, das entspricht rund 63 Milliarden Euro. Das Geld solle zunächst an die fünf grossen Banken des Landes verliehen werden, die es dann wiederum als Kredite weiterreichen sollten. Dabei würde die Notenbank den Finanzinstituten empfehlen, die Kredite in jene Wirtschaftsbereiche zu lenken, die die Regierung für wichtig hält – wie etwa kleine und mittlere Unternehmen sowie den sozialen Wohnungsbau. 

Die Strategie soll die Konjunktur beleben und dafür sorgen, dass die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt im laufenden Jahr wie geplant um 7,5 Prozent wächst. Doch diese Politik birgt auch Risiken. So warnen Experten, das ständige Wachstum auf Pump müsse irgendwann zum Kollaps führen. Schätzungen zufolge liegen die chinesischen Gesamtschulden schon jetzt bei rund 250 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Ein Grossteil davon geht auf das Konto von Unternehmen und Haushalten. (stk/Reuters)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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