Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Historisches Rekordtief

EZB senkt den Leitzins unerwartet auf 0,05 Prozent

04.09.14, 13:48 04.09.14, 21:13

Die Europäische Zentralbank (EZB) senkt ihren Leitzins überraschend auf das Rekordtief von 0,05 Prozent. Das teilte die Notenbank am Donnerstag in Frankfurt mit. Den Einlagesatz, zu dem Banken bei der EZB kurzfristig Geld parken können, senkte die EZB von bisher minus 0,1 Prozent auf neu minus 0,2 Prozent. Der Euro geriet nach Bekanntgabe deutlich unter Druck. 

Der Euro machte gegenüber dem Franken nach Bekanntgabe der Zinssenkung einen Kurssturz. quelle: swissquote.ch

Der Euro rutschte um fast einen US-Cent auf 1,3038 Dollar und notierte damit so niedrig wie seit Juli vergangenen Jahres nicht mehr. Gegenüber dem Franken sank der Euro auf 1,2056 Franken von 1,2072 Franken unmittelbar vor der Bekanntgabe des Zinsschritts. Der Leitindex der Schweizer Börse stieg schlagartig um 12 Punkte auf 8822 Punkten. Der Dax schoss um 0,5 Prozent nach oben auf 9674 Punkte.

Der EZB-Rat traf sich am Donnerstag das erste Mal nach der Sommerpause in Frankfurt. Weil EZB-Präsident Mario Draghi unlängst versprochen hat, er werde «alle verfügbaren Mittel» im Kampf gegen die Konjunkturschwäche einsetzen, ist die Erwartungshaltung an den Finanzmärkten hoch.

Strafzinsen

In der Eurozone ist zwar die Inflation erneut gesunken und die Konjunkturaussichten trüben sich angesichts der Russlandkrise immer stärker ein. Dennoch rechneten die Mehrheit der Experten und Investoren nicht damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) heute weitere Gegenmassnahmen beschliesst, bevor alle im Frühsommer beschlossenen Massnahmen der EZB umgesetzt und vollständig wirksam geworden sind. Der Zinsentscheid kommt deshalb überraschend.

Die EZB hatte im Juni nicht nur den Leitzins auf das Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt, sondern erstmals auch einen Strafzins für Banken beschlossen, die Geld lieber bei der EZB parken, statt es an Unternehmen und Konsumenten zu verleihen.

Die Notenbank will die schleppende Kreditvergabe in vielen der 18 Euro-Länder auch ankurbeln, indem sie Banken mit neuen Geldspritzen versorgt. Noch in diesem Jahr sollen bis zu 400 Mrd. Euro fliessen. Um die Konjunktur zu stimulieren ist zudem seit längerem ein Programm zum massenhaften Aufkauf von Kreditverbriefungen – sogenannten ABS (Asset Backed Securities) – im Gespräch.

(whr/sda/reu)



Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Die Hälfte der Zuwanderer aus der EU verlässt die Schweiz nach fünf Jahren wieder

Die Zuwanderung aus der EU richtet sich nach dem Arbeitsmarkt und geht nicht auf Kosten der übrigen Bevölkerung. Zu diesem Schluss kommt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) auch in seinem jüngsten Bericht.

Ein Befund rückt laut dem Seco zudem die hohe Zuwanderung früherer Jahre in ein neues Licht: Von den Personen, die 2009 in die Schweiz kamen, sind fünf Jahre später gut die Hälfte wieder ausgereist. Offensichtlich sei nicht grundsätzlich davon auszugehen, dass Zuwanderer dem …

Artikel lesen