Wirtschaft
Recording artist Dr. Dre wears a pair of Beats headphones as he attends the MLB 2010 season opener between the New York Yankees and Boston Red Sox at Fenway Park in Boston, in this file photo taken April 4, 2010. Apple Inc is close to buying headphone maker Beats Electronics for $3.2 billion, the Financial Times reported.  The purchase of Beats, which also runs a streaming music service, would be the company's largest ever acquisition, the newspaper reported.   REUTERS/Adam Hunger/Files   (UNITED STATES - Tags: ENTERTAINMENT BUSINESS)

Hip-Hop-Star Dr. Dre gründete die Firma 2008 gemeinsam mit dem Musikproduzenten Jimmy Iovine. Bild: Keystone

Grösste Übernahme der Firmengeschichte

Apple bietet Milliarden für Kopfhörer-Hersteller Beats

Die IT-Branche steht vor einem grossen Deal. Apple bietet offenbar gut 3,2 Milliarden für den Musikspezialisten Beats. Experten sehen den möglichen Zukauf skeptisch - obwohl der iPhone-Bauer in einen lukrativen Zukunftsmarkt drängen würde.

09.05.14, 08:03 09.05.14, 11:43

Ein Artikel von

Apple plant offenbar eine Mega-Übernahme. Der iPhone-Hersteller verhandelt mehreren Zeitungs- und Agenturberichten zufolge über den Kauf des Musikspezialisten Beats. Das von Hip-Hop-Star Dr. Dre und Musikveteran Jimmy Iovine gegründete Unternehmen ist für seine Kopfhörer mit dem markanten roten «b» bekannt.

Die Übernahme könnte bereits kommende Woche verkündet werden, schrieb die «Financial Times» unter Berufung auf Insider. Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, der Deal stehe kurz vor dem Abschluss. Laut «Wall Street Journal» könnte Iovine bei Apple künftig eine hochrangige Managementposition bekleiden. Apple und Beats äusserten sich nicht zu den Berichten.

Bieten will Apple den Berichten zufolge etwa 3,2 Milliarden Dollar. Es wäre ein stolzer Preis. Die Firma Beats machte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr rund 1,2 Milliarden Dollar Umsatz.

Analysten sehen den möglichen Deal skeptisch. Zwar kosten die Kopfhörer von Beats mehrere hundert Dollar das Stück - werden aber von Experten oft als basslastig bewertet und gelten nicht als das beste High-End-Produkt am Markt. Die Marke Apple indes habe bislang stets dafür gestanden, das Beste vom Besten anzubieten, moniert Brancheninsider Jay Yarow im «Business Insider».

Kampf um den Streaming-Markt

Die meisten Marktbeobachter vermuten hinter der Offerte ohnehin ein anderes Motiv: So verkauft das US-Unternehmen Beats neben Kopfhörern seit kurzem Musik in Form eines Streaming-Dienstes - dem nächsten potentiellen Boom-Markt der Musikindustrie, in dem Apple bisher kaum Fuss fassen konnte. Zwar bietet Apples hauseigene Musikplattform iTunes seit längerem einen eigenen Streaming-Dienst an, liegt jedoch weit hinter den Branchenführern Spotify und Pandora zurück. Die Konkurrenz von Google Chart zeigen und Amazon Chart zeigen drängt gerüchteweise ebenfalls in diesen Markt.

Für Apple ist es eine ungewohnte Situation. Das Unternehmen, das mit seinen Produkten regelmässig ganze Märkte revolutionierte, müsse dieses Mal selbst eine milliardenteure Übernahme tätigen, um mit der neuesten Branchenrevolution Schritt halten zu können, schreibt das «Wall Street Journal». Und das ausgerechnet beim Dienst iTunes - der bei seiner Einführung im Jahr 2003 erstmals den bequemen Kauf einzelner Songs in Digitalform für 99 Cent das Stück ermöglichte und damit den CD-Markt obsolet machte. Nun sei der Zerstörer von einst selbst zerstört, schreibt das «Wall Street Journal».

Ob der Zukauf von Beats jedoch wirklich ein Befreiungsschlag ist, darüber streiten Experten nun. Einerseits gewinnt Apple mit Iovine einen genialen Selbstvermarkter mit weit reichenden Kontakten in die Musikindustrie. Andererseits gilt auch der Streaming-Dienst von Beats gegenüber Spotify & Co. als qualitativ unterlegen.

Bisher war Beats Partner des taiwanesischen Smartphone-Herstellers und Apple-Konkurrenten HTC. Erst im September vergangenen Jahres hatte sich HTC komplett bei Beats zurückgezogen. Der Grund: Die Hoffnungen des Unternehmens auf einen Verkaufserfolg insbesondere bei jüngeren Nutzern hatten sich nicht erfüllt. Den Platz von HTC übernahm damals der Finanzinvestor Carlyle - dem bei einer Apple-Übernahme ein gewaltiger Geldsegen ins Haus stünde.

Der Kauf von Beats wäre für Apple der grösste Zukauf in seiner Unternehmensgeschichte. Der kalifornische Elektronikkonzern hat seit mindestens einer Dekade keine Übernahme mit einem Volumen von einer Milliarde Dollar getätigt. Der grösste bisher war der Zukauf der Software-Firma NeXT im Jahr 1997 - durch den der inzwischen an Krebs verstorbene Branchenpionier Steve Jobs zu Apple zurückkehrte. (ssu)

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Jan Gerber 09.05.2014 12:26
    Highlight Hoffentlich gibt es dann die Apple EarPods mit Beats Lautsprechern:)
    1 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 09.05.2014 12:26
    Highlight Ausser das es unwahrscheinlich ist, dass so ein grosser Deal vor Abschluss an die Öffentlichkeit kommt.... ist Apple vermutlich nicht an den Kopfhörern interessiert, sondern am Music Streaming Service.

    Dessen Qualität man ironischerweise mit Beats Kopfhörern gar nicht richtig schätzen kann :-)
    1 0 Melden
  • saukaibli 09.05.2014 10:35
    Highlight Na das würde ja mal passen. Zwei Unternehmen, die schöne Produkte, die technisch nur Mittelmass sind, zu völlig überteuerten Preisen an Leute verkaufen, die in sein wollen und denen die Qüalität der Technik eigentlich egal ist, also Hipster.
    5 7 Melden
    • Jan Gerber 09.05.2014 12:26
      Highlight Ja:)
      0 1 Melden
    • @schurt3r 09.05.2014 21:09
      Highlight Aus reinem "Gwunder": Welche Smartphones sind denn qualitativ besser als das iPhone 5S?
      3 1 Melden

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