Wirtschaft

Mega-Deal

Facebook kauft WhatsApp für 16 Milliarden Dollar – Aktie rutschte ab

Facebook greift tief in die Tasche: Das weltgrösste Social Network kauft für rund 16 Milliarden Dollar den SMS-Dienst WhatsApp. Die Börse reagiert alles andere als euphorisch.

19.02.14, 23:23 20.02.14, 08:11

Bei WhatsApp wird mit dem edlen Cristal-Champagner gefeiert. Das zeigt ein Instagram-Bild des iPhone-Entwicklers Igor Solomennikov..  Instagram/sgosha

Es ist DER Mega-Deal: Mark Zuckerberg kauft den SMS-Dienst WhatsApp für insgesamt 16 Milliarden Dollar. Beide Seiten hätten sich auf eine Übernahme verständigt, teilten sie am Mittwochabend mit. Der Kauf solle mit vier Milliarden Dollar in bar und Facebook-Aktien im Wert von zwölf Milliarden Dollar bezahlt werden. WhatsApp soll als eigener Dienst erhalten bleiben.

Die überraschende Meldung ist an der Wall Street zunächst auf wenig Gegenliebe gestossen. Die Facebook-Aktie sackte zunächst um 4,8 Prozent auf 64,80 Dollar ab. Bei Börsenschluss am Mittwochabend lag der Wert noch bei 68,08 Dollar, nachdem das Papier im Tagesverlauf zeitweilig auf dem Rekordhoch von 69,08 lag.

54-mal die Schweiz

WhatsApp hat laut Eigenaussage 450 Millionen Nutzer. Täglich werden 50 Milliarden Nachrichten über die SMS-Alternative verschickt. Wenn WhatsApp ein Land wäre, würde die Schweiz 54-mal hineinpassen

«WhatsApp ist auf dem Weg, eine Milliarde Leute miteinander zu verbinden», erklärte Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einer Mitteilung. Deshalb sei der Dienst so wertvoll. Facebook selbst kommt auf mehr als 1,2 Milliarden Nutzer. 

Der WhatsApp-Mitgründer Jan Koum wird fortan bei Facebook tätig sein. Nach Ende der Transaktion sollen WhatsApp-Angestellte Aktien von Facebook im Wert von weiteren rund 3 Mrd. Dollar erhalten. Damit könnte der Kaufpreis auf bis zu 19 Mrd. Dollar steigen. 

Für Facebook handelt es sich um die grösste Übernahme. Zum Vergleich: Für Instagram hatte Facebook 1 Mrd. Dollar bezahlt.

Stolzer Preis

Damit endet zugleich ein Experiment für einen Kommunikationsdienst, der nicht auf Nutzerdaten aus war und sich nicht durch Werbung finanzierte. Mitgründer Jan Koum, der jetzt in den Facebook-Verwaltungsrat einzieht, hatte stets betont, man wolle das nicht. 

WhatsApp finanzierte sich anfangs über den Kaufpreis für die App und zuletzt über eine jährliche Abo-Gebühr von einem Dollar. Angesichts der Grösse sei auch so genug Geld für den Betrieb zusammengekommen, beteuerte Koum noch vor einigen Wochen bei der Internet-Konferenz DLD in München.

Pro Tag wurden weltweit rund 18 Milliarden Nachrichten verschickt. WhatsApp schlug diese Lawine mit einem schmalen Budget und nur 50 Mitarbeitern um. Gemessen daran sind die 16 Milliarden Dollar ein sehr stolzer Preis. 

WhatsApp verspricht: Es bleibt alles beim Alten

Für die Nutzer werde sich nach der Übernahme nichts ändern, schrieb die Firma in einem Blogeintrag. Der Dienst werde nach wie vor für eine kleine Gebühr nutzbar sein und keine Werbung werde die Kommunikation unterbrechen. 

«WhatsApp wird autonom bleiben und unabhängig agieren.»

WhatsApp Blog

«Für Sie, unsere Nutzer wird sich folgendes ändern: Nichts», hiess es. Auch Zuckerberg versicherte, das WhatsApp-Team werde seine Unabhängigkeit behalten. 

Grösste Übernahme

Facebook hat bereits einen eigenen Messaging-Dienst mit ähnlichen Funktionen. Allerdings kaufte Mark Zuckerberg auch schon für knapp eine Milliarde Dollar die Foto-Plattform Instagram, obwohl Facebook-Nutzer bereits Bilder austauschen konnten. Die "WhatsApp"-Übernahme ist die bislang grösste für Facebook. 

Auch die derzeit populäre Foto-App Snapchat, bei der Bilder von alleine verschwinden, wollte Facebook dem Vernehmen nach vor kurzem kaufen, die Gründer lehnten jedoch ab. 

Der Deal um WhatsApp kommt nur wenige Tage nachdem der japanische Online-Händler Rakuten für 900 Millionen Dollar die Kommunikations-App Viber kaufte. Viber hat 300 Millionen Nutzer.

(sda/meg/pbl)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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24
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    Alle Leser-Kommentare
  • papparazzi 22.02.2014 19:36
    Highlight Da bleibt nur noch eins, kommuniziere mit Decknamen, gib ein anderes Geburtsdatum an und tarne dich durch "Schwarm- Accounts" in Bezug zu deiner Persönlichkeit. Da haben die künstlichen Intelligenzen so ihre Schwierigkeiten:-) ut (dp)
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  • beadini 20.02.2014 05:08
    Highlight Hier noch ein interessanter aber nicht überraschender Artikel zur WhatsApp-Alternative Threema aus der Schweiz...

    http://mobil.stern.de/digital/telefon/sicherer-sms-ersatz-warum-threema-das-bessere-whatsapp-ist-2091239.html?mobil=1
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  • beadini 20.02.2014 04:50
    Highlight Threema
    Ich kann die Verunsicherung schon verstehen! Aber ob die Auswirkungen trastisch sind, bezweifle ich!
    Ich nutze seit über einem Jahr die MessengerApp Threema und bin damit sehr zufrieden und denke, dass ich etwas geschützter und vielleicht etwas privater unterwegs bin und kann das euch nur empfehlen...
    Jeder kann selber entscheiden, welche App er nutzen will, es gibt gute WhatsApp-Alternativen!
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  • Roboter 20.02.2014 02:57
    Highlight Der Preis spricht dafür, dass alle Daten welche bisher mittels whatsapp übertragen worden sind, immer noch auf den Servern liegen. Somit gehören diese Daten jetzt Facebook. Und nein, die Chats zu löschen oder den Account zu deaktivieren hilft nicht dagegen. Also in Zukunft für Kommunikation nicht ein geschlossenes System eines Unternehmens nutzen... zurück zur Freiheit des Internets!
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  • Wortzeichner 20.02.2014 00:13
    Highlight Nicht nur die Zahl von 16 Mia USD macht mir Angst, sondern auch, dass facebook nun alles über uns weiss. ALLES.
    ...FreundeVerwandteTelefonnummernFotosVideosStandorteArbeitsortWohnortSchlafwachrythmusBeziehungenUndnochviiielmehr...
    5 0 Melden
    • Donald 20.02.2014 00:24
      Highlight 1. War das vorher nicht so?

      2. Es zwingt dich keiner WA zu benutzen.
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    • SofaSurfer 20.02.2014 00:45
      Highlight @ donald: recht hast du. Keiner zwingt dich wa und fb zu benutzen. Dass eine kombi von fb und wa alles offenbart ist auch klar. Aber Wortzeichner hat ja nicht gesagt dass er des risiko nicht bewusst ist. Es ist halt für unsereins irgendwie beängstigend. Nochmals ein tiefes hmmmmm... wenn das mal gut kommt. .
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  • SofaSurfer 20.02.2014 00:08
    Highlight Was soll man davon halten? Bin definitiv nicht konservativ, bin starker WA Nutzer aber kein Facebook user und irgendwie finde ich das muss nicht sein, dass ich jetzt ungefragt zum FB club gehöre (aus Konsumentensicht). Wenn das mal gut kommt für WA. Hmmmm.... was haltet ihr davon?
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  • Gelöschter Benutzer 20.02.2014 00:04
    Highlight WhatsInYaFace?
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  • Gelöschter Benutzer 19.02.2014 23:38
    Highlight Wohin geht die Welt nur? Wer sich bis anhin strikt gegen die Registrierung mit Telefonnummer auf Facebook gewehrt hat wird hier knallhart umgangen. So kommt Facebook nun über Whatsapp doch noch an meine Telefonnummer und meine täglichen, privaten, intimen SMS Kontakte. Zwar ohne mein Einverständnis, aber immerhin mit ordentlich Geld. Ich wünsche mir die 90er zurück.
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    • Donald 20.02.2014 00:26
      Highlight FB kam schon vorher an deine Nummer und Kontakte. Und zwar über deine Kontakte die ihre Kontakte mit FB syncen ;)
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  • Gelöschter Benutzer 19.02.2014 23:36
    Highlight Ein Grund, WhatsApp sofort zu deinstallieren! Facebook möchte sicher alle Konten direkt übernehmen und für sich nutzen. Ohne mich!
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    • Roman Rey 20.02.2014 02:23
      Highlight Ich glaube, dafür ist es zu spät. Facebook kauft mit dem Geld nicht in erster Linie die Technologie, sondern Userdaten.
      3 0 Melden
  • skyhawk71 19.02.2014 23:36
    Highlight Das müsste jetzt nicht auch noch sein. Bald gibt es nur noch Facebook und Google und wir haben dann wieder ein Kartell das diktiert was wir dürfen und was nicht im Internet
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  • Tobias Gatschet 19.02.2014 23:35
    Highlight Super -.-
    Kennt jemand einen anderen guten Nachrichten Dienst??
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    • Donald 20.02.2014 00:29
      Highlight - Hangout
      - WeChat
      - Line
      - Kakao
      - Skype
      - Swisscom iQ
      und viele mehr...
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    • SofaSurfer 20.02.2014 00:46
      Highlight Leider alles nicht vergleichbar mit WA.
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    • beadini 20.02.2014 04:52
      Highlight Ja! Threema! Vielleicht NOCH nicht ganz so inovativ, aber funktioniert sogar bei "schlechterem" Internetempfang gut! Kann ich nu empfehlen!
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    • Blicki 20.02.2014 06:42
      Highlight Probierts mal mit Telegram Messenger. Für alle Systeme und auch für den Desktop
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  • theycallmesusu 19.02.2014 23:30
    Highlight huch..
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  • Blicki 19.02.2014 23:29
    Highlight Ich hoffe die löschen Whatsapp nicht. Oder machen ne Mischung aus ihrem Fb Messenger und Whatsapp
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  • Gelöschter Benutzer 19.02.2014 23:28
    Highlight hmm...weiss nicht, ob man sich darüber freuen kann.
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  • Malyola 19.02.2014 23:27
    Highlight facebook herrscht über die welt ':D
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    • SofaSurfer 20.02.2014 00:46
      Highlight Naja.... mach mal halblang....
      0 0 Melden

Was stimmt nicht bei diesem Emoji?

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