Wirtschaft

Rekordgewinn, Rekordverkäufe, Rekordsorgen: Apple gibt Jahreszahlen bekannt

Bild: X90027

18.4 Milliarden Dollar Gewinn, 74.8 Millionen verkaufte iPhones: Apple meldet die besten Zahlen der Firmengeschichte. Allerdings wächst die Nachfrage nach den Telefonen nicht mehr so rasant, wie es der Konzern gewohnt war — und wie er es braucht.

27.01.16, 02:31

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Ja, Apple ist erfolgsverwöhnt, und ja, die neuen Quartalszahlen sind sehr gut. Allerdings hat der Konzern den iPhone-Absatz kaum noch steigern können. In den drei Monaten vor dem Weihnachtsfest seien 74.8 Millionen Geräte verkauft worden, teilte der kalifornische Konzern am Dienstagabend mit. Der Zuwachs von 0.4 Prozent ist so niedrig wie nie seit der Markteinführung vor neun Jahren. Vor einem Jahr war dem Unternehmen noch ein Absatzplus von 46 Prozent gelungen.

«Das beste Quartal aller Zeiten» — Konzernchef Tim Cook.
Bild: REUTERS

Ansonsten hat Apple aber die stärksten Quartalszahlen seiner Geschichte bekannt gegeben: Das Unternehmen habe 18.4 Milliarden Dollar Gewinn gemacht, teilte der Konzern mit. In der Jubelprosa des Konzernchefs Tim Cook klingt das so: «Unser Team hat Apple das beste Quartal aller Zeiten beschert, dank der weltweit innovativsten Produkte und Rekordverkäufe von iPhone, Apple-Watch und Apple TV

Auch beim Umsatz legte Apple im ersten Geschäftsquartal, das Ende Dezember abgeschlossen war, um 1.7 Prozent auf 75.87 Milliarden Dollar zu. Das Weihnachtsgeschäft kurz nach dem Verkaufsstart neuer iPhone-Modelle ist traditionell die wichtigste Zeit für Apple.

Trotz der Rekordzahlen blicken Anleger mit wachsender Skepsis auf Apple. Der teuerste Konzern der Welt hat in den vergangenen zwei Monaten ein Fünftel seines Wertes verloren. Anleger sorgen sich wegen Apples grosser Abhängigkeit vom iPhone.

Apple-Watch: Der Konzern hüllt sich in Schweigen über die Verkaufszahlen des neuen Produkts.
Bild: BECK DIEFENBACH/REUTERS

Der Smartphone-Klassiker ist Apples wichtigstes Produkt und macht mehr als 60 Prozent des Geschäfts aus. Bislang wurde kein ähnlich umsatzträchtiger Nachfolger für das iPhone gefunden. Verkäufe von iMac und iPad stagnieren, zu Produkten wie der im Frühjahr gestarteten Apple-Watch und dem Streamingdienst Apple Music gibt der Konzern keine Verkaufszahlen bekannt.

Grund zur Sorge gibt auch das langsamere Wachstum in China, wo Apple rund ein Viertel seiner Umsätze erwirtschaftete. Apple-Chef Cook bekräftigte noch vor einigen Monaten, der Konzern sehe sich davon nicht betroffen und wolle weitere Apple Stores in dem Land eröffnen.

Schleppendes Wachstum: Eröffnung eines Apple-Stores in Chengdu, China.
Bild: CHINA STRINGER NETWORK/REUTERS

Für das laufende Vierteljahr rechnet Apple mit dem ersten Umsatzrückgang seit mehr als einem Jahrzehnt. Die Erlösprognose wurde auf 50 bis 53 Milliarden Dollar festgesetzt. Vor einem Jahr machte Apple in dem Quartal bis Ende März noch 58 Milliarden Dollar Umsatz. Die Anleger hatten sich bereits darauf eingestellt: Die Aktie notierte nachbörslich kaum verändert. (sun/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tornado 27.01.2016 07:57
    Highlight Apple ist doch sinnbildlich für das, was in der Wirtschaft je länger desto mehr schief läuft. Die Erwartung, dass es unendlich weitergeht, dass sich jeder Umsatz und Gewinn immer wieder steigern lässt. Und kaum ist ein kleiner Rückgang in Sicht bricht Panik aus. Die Wirtschaft ist nunmal endlich, wie auch die Ressourcen.
    Und man muss mal die Relationen sehen: 18 Milliarden Gewinn in einem Quartal, damit kann man ganze Staaten sanieren.
    9 0 Melden
    • riqqo 27.01.2016 08:39
      Highlight Genau meine Meinung. Ziel eines Unternehmens muss nicht sein, jährlich den Gewinn zu verdoppeln. Ziel eines Unternehmens müssen gesunde und stabile schwarze Zahlen sein. Und nicht jährlich Milliarden Gewinne.
      Die Geschäftsführer müssen dringend aus ihren Träumen aufwachen und umdenken.
      Je höher man auf dem Berg ist, desto schlimmer wird der Fall.
      4 0 Melden

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