Wirtschaft
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SYDNEY, AUSTRALIA - SEPTEMBER 19:  In this photo illustration, a customer scans a QR code to pay for drinks using bitcoins on September 19, 2013 in Sydney, Australia. The Old Fitzroy pub in Sydney's eastern suburbs will accept the digital currency, Bitcoin,  as of Next Sunday.  Using a smartphone and a QR code scanning application customers will be able to purchase beer and menu items at the bar. The Old Fitzroy is the first Australian pub to accept Bitcoin payment.  (Photo by Cameron Spencer/Getty Images)

Rund um den Globus suchen Firmen nach praktischen und sicheren mobilen Bezahl-Lösungen. Bild: Getty Images AsiaPac

Digitales Portemonnaie «Tapit»

Swisscom, Sunrise und Orange lancieren Bezahl-App und kommen damit Google und Co. zuvor

Am 1. Juli präsentieren die drei grossen Schweizer Mobilfunk-Anbieter ein gemeinsames Projekt zum mobilen Bezahlen.

23.06.14, 20:57 24.06.14, 09:46

Gute alte Zeiten! In wenigen Jahren werden wir verwundert daran zurückdenken, wie wir einst mit Bargeld und Plastikkarten bezahlten.

Die Zukunft gehört dem Smartphone. So viel steht fest. Das Lieblingsgadget der Schweizerinnen und Schweizer, das schon heute auf Schritt und Tritt dabei ist, wird zum digitalen Portemonnaie

Noch ungeklärt ist die Frage, auf welcher Technik das mobile Bezahlen basieren wird. Seit Jahren wird NFC als Favorit gehandelt. Das Kürzel steht für Near Field Communication und meint einen winzigen Chip, der das drahtlose Übertragen von Daten auf kurze Distanz ermöglicht.

NFC-Chips sind bereits in vielen Smartphones verbaut, die mit dem Google-System Android oder Windows Phone von Microsoft laufen. Hingegen hat Apple bislang bewusst auf NFC verzichtet. Laut Gerüchteküche könnte sich dies mit dem iPhone 6 ändern, das im Herbst herauskommt. Andere Fachleute vertreten hingegen die Meinung, dass Apple auf das angeblich ungeliebte NFC verzichten und eine eigene Lösung bevorzugen wird, die auf Bluetooth 4.0 und iBeacon basiert. In Kombination mit dem Fingerabdruck-Scanner ...

Doch zurück zur Swisscom. Nach zögerlichem Anlauf – sprich jahrelangem Experimentieren, Verhandeln hinter den Kulissen und Doch-noch-nicht-Lancieren – will der grösste Schweizer Provider nun offenbar einen mobilen Bezahldienst vorstellen, der auf NFC basiert. 

Laut Ankündigung präsentieren Swisscom, Sunrise und Orange am 1. Juli die Bezahl-App Tapit («Tipp es an»). Das Projekt ist Chefsache, wie die am Montag verschickte Einladung an die Journalisten zeigt. Swisscom-Chef Urs Schaeppi wird gemeinsam mit Libor Voncina (CEO Sunrise) und Johan Andsjo (CEO Orange) auftreten und das «erste Schweizer Portemonnaie der Zukunft» vorstellen.

Nur für Kleinbeträge?

Neu soll es an der Kasse genügen, das Smartphone zu zücken, die Tapit-App aufzurufen und die Rechnung zu quittieren. Der Zahlungsverkehr wird drahtlos mit dem entsprechenden Terminal abgewickelt.

Das Projekt Tapit ist seit längerem in der Pipeline. Coop bestätigte letztes Jahr gegenüber der Handelszeitung eine Kooperation mit der Swisscom, bei der es um das kontaktlose Bezahlen per Mobiltelefon gehe. Als Starttermin wurde 2014 genannt. Dann wolle der Telekomkonzern auch neue SIM-Karten lancieren, auf denen die Zahlungsdetails der Plastikkarten gespeichert seien.

Laut Medienberichten lassen sich allerdings wie beim kontaktlosen Bezahlen mit der Kreditkarte nur Kleinbeträge bis zu 40 Franken per Knopfdruck begleichen. Darüber hinaus müsse nach wie vor ein PIN-Code am Zahlungsterminal eingegeben werden.

Neben Coop ist mit der Migros auch der grösste Player im Schweizer Detailhandel an Bord. Und auch die Kiosk-Betreiberin Valora ist dabei. Bis 2015 soll der gesamte Schweizer Detailhandel mit 120'000 Tapit-fähigen Terminals (sprich: Kassen) ausgerüstet sein.

MasterPass soll Ende Jahr starten

Wie zu erwarten arbeiten nicht nur die Telekom-Anbieter fieberhaft am digitalen Portemonnaie. Im April kündigten die Kreditkartenfirma Mastercard und das auf Finanzdienstleistungen spezialisierte Unternehmen SIX Payment Services die Einführung von MasterPass auf Ende 2014 an. Laut Mitteilung (PDF) handelt es sich um eine Bezahl-Plattform für zuhause und unterwegs, am Computer, Tablet oder Smartphone. Und offenbar handelt es sich dabei nicht um einen direkten Konkurrenten zur Tapit-App. Vielmehr soll MasterPass eine Dienstleistung sein, die von Unternehmen genutzt werden kann.

Und was planen Google und Apple?

Der Internetkonzern Google hat bereits 2011 das mobile Bezahlsystem Google Wallet lanciert. Damit kann man online bezahlen, Geldbeträge übermitteln und empfangen. Der Service steht bislang allerdings nur in den USA zur Verfügung, wo das Bezahlen mit NFC bereits verbreitet ist. Europa hinkt diesbezüglich hinterher.

Dass Apple sich der NFC-Technik verweigert und auf den energiesparenden Standard Bluetooth 4.0 Low Energy (LE) setzt, könnte auch andere praktische Gründe haben. «Bluetooth LE bietet aus heutiger Sicht mehr Potenzial für die sogenannte Micro Location als NFC und könnte zum NFC-Killer werden», sagte der Chef des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft, Harald Summa, gegenüber heise.de. Bluetooth LE würde deutlich grössere Gebiete abdecken als NFC, das bestenfalls 20 Zentimeter weit reiche. 

Summa: «Die Ausrüstung eines mittelgrossen Kaufhauses mit NFC würde rund 100'000 Euro kosten, die Ausstattung mit BLE etwa 5000 Euro, weil aufgrund der grösseren Reichweite viel weniger Funkstationen benötigt werden.» Den Nutzen habe auch der Kunde: Mit einem NFC-Handy müsse er beispielsweise zum Bezahlen ganz nah an eine Kasse herangehen, so dass eine Warteschlange entstünde.

Ein Analyst des Marktforschungsunternehmens ABI Research glaubt hingegen nicht, dass sich die Detailhändler zwischen NFC oder iBeacon von Apple entscheiden müssen. Vielmehr dürften die App-Nutzer die Wahl haben. Das wäre für einmal ganz im Sinne der Konsumenten, die an sicheren UND praktischen Lösungen interessiert sind.



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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dude 24.06.2014 18:45
    Highlight Mir gefällts, werde ich sehr gerne benutzen!
    Betreffend NFC vs. Bluetooth: Ich empfinde es nicht als mühsam, sondern als grosse Sicherheit, dass NFC nur ganz nähe beim Terminal funktioniert!!
    An alle Skeptiker: Bisher waren die Menschen gegenüber vielen neuen Technologien skeptisch, natürlich speziell wenns ums Bezahlen geht. Aber wenn ich mir die Verwendung von EC/Kreditkarten so ansehe, ist das wohl nur eine Frage der Zeit.
    Noch ein doofer Spruch dazu: "Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht." :)
    1 0 Melden
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 24.06.2014 08:52
    Highlight Ein Zahlungssysten das nur in der Schweiz geht, lanciert von Abzocker-Firmen (vorallem Swisscom: "Roaming Gebuehren sind dem Kunde egal"), fuer nur bis CHF 40? Meine Kreditkarte kann das alles jetzt schon.
    2 4 Melden
  • Der Tom 23.06.2014 23:39
    Highlight Wohl kaum NFC... oder nicht nur. Es gibt nicht sehr viele Geräte mit für diesen Zweck geeignetem NFC. iBeacon wiederum funktioniert zwar erst ab iPhone 4S oder Android 4.3 (falls die Hardware vorhanden ist). Auf jeden Fall viel mehr Geräte als NFC. Viel Spass beim Technologie Entscheid! Bin gespannt!
    2 0 Melden
  • elivi 23.06.2014 22:11
    Highlight interessant ... damit machen praktisch alle schweizer players mit ... detailhandel, service provider ... mal sehn was da noch kommt.
    0 0 Melden
  • The Destiny // Team Telegram 23.06.2014 21:38
    Highlight -1 Person die auf diesen Weg bezahlen wird, ausser bei online shops da geht das ja auch schlecht, ausnahme ist da Digitec da hole ich die Artikel ab in der Filiale.

    Das ganze ist schliesslich auch nicht Risikolos, Ich möchte ja keine Bedenken verbreiten aber man sollte bei Zahlungsmethoden immer vor und nachteile gut abwägen, Zeit ist nicht immer Geld. Der Mensch ist faul und wenn man die gelegenheit dazu bekommt dann wird man diese auch nutzen.
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    • cabacho . 23.06.2014 22:33
      Highlight -2 Personen genau gleicher Meinung! Werde diese Option nie nutzen. Und Cashless System mit KK ebenfalls nicht. Den wenn ich was bezahle, soll dies bewusst geschehen und nicht beim "durchlatschen" an der Kasse...
      1 3 Melden
    • Devante 24.06.2014 15:34
      Highlight Gute Sache, ich werde es bestimmt nutzen. Gibt ja genügend kontrollmechanismen. Zudem muss man nicht immer mit so einem dicken portmonnaie rumlaufen...
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    • The Destiny // Team Telegram 24.06.2014 19:16
      Highlight @Devante

      Sie müssen ja auch nicht ein Vermögen mit sich herumtragen.
      Trennen sie sich von nicht mehr gebrauchten Kärtchen von den guten Restaurants oder machen sie ein Bargeldportemonai und eines für all die Verschiedenen KK, visitenkarte etc.

      Geld hat nunmal ein Gewicht genau wie das Gewissen, nur ist es dort nicht physisch messbar.

      Wenn man nur noch in den Laden reinläuft und wieder rausläuft ohne bewusst noch irgendwie einen bezahlvorgang zu erledigen verliert man den Bezug zum Geld.
      1 1 Melden

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