Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Google schleust Milliarden durch Steuerschlupflöcher aus Europa

19.02.16, 16:13 21.02.16, 08:11


Google hat nach eigenen Angaben vor zwei Jahren rund 11 Milliarden Euro 12,1 Milliarden Franken) durch legale Steuerschlupflöcher aus Europa geschleust. Der US-Technologiekonzern transferierte diese Summe über die Niederlande auf die Bermudas, wo für Unternehmen keine Einkommensteuer anfällt.

epa04360362 A boat carrying a 360-degree Google camera sails through the city canals of Amsterdam, The Netherlands, 19 August 2014. The camera, mounted on a small vessel, takes photos for the Google Street View service.  EPA/REMKO DE WAAL

Ein Google-Boot filmt Grachten in Amsterdam.
Bild: EPA/ANP

Das geht aus Bilanzdaten der Google Netherlands Holdings BV hervor. Das Ganze geschah über ein komplexes Firmengeflecht, dank dem der Grossteil des im Ausland verdienten Gewinns steuerfrei blieb. Google erklärte dazu, das Unternehmen halte sich in allen Ländern, in denen es tätig ist, an die Steuergesetze.

Im Kern geht es dabei um eine Struktur, die unter Experten als «Double Irish, Dutch Sandwich» bekannt ist. Dabei spielen zwei irische Gesellschaften und eine Holding in den Niederlanden eine Rolle.

Steuerrate von 6 Prozent

Die niederländische Google-Tochter transferierte fast alle ihre Einnahmen auf die Google Ireland Holding, die auf den Bermudas ihren Steuersitz hat, allerdings als Unternehmen in Irland registriert ist.

Diese Einnahmen stammten wiederum vorwiegend aus Lizenzgebühren eines irischen Ablegers, über den der Grossteil der Umsätze ausserhalb des US-Geschäfts läuft. Dank dieser seit einem Jahrzehnt bestehenden Struktur zahlte die Google-Mutter Alphabet zuletzt nur eine effektive Steuerrate von sechs Prozent auf ihren Gewinn ausserhalb der USA. Das ist rund ein Viertel weniger als die durchschnittliche Steuerrate in ihren Auslandsmärkten.

Zahlreiche international tätige Konzerne stehen wegen solcher Steuertricks in der Kritik. Die Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) hat im vorigen Jahr eine Initiative gestartet, um diese umstrittenen Schlupflöcher zur Steuervermeidung zu schliessen.

(sda/reu)

Wie Apple, Google und Facebook entscheiden, was wir lesen – und was nicht

Jetzt kannst du News direkt auf Facebook lesen. 8 Gründe, warum dies mehr Spass macht als auf Newsportalen – und 8 Gründe, warum das stinkt​

Die digitale Medienrevolution hat erst gerade begonnen und das sind die 3 wichtigsten Trends

Facebook erklärt seine Spielregeln: Pobacken und Brustwarzen nein, die Vagina von Courbet ja

Darum muss Google zerschlagen werden

Wie die Popstars aus den Kinderzimmern mit YouTube Millionen verdienen

Facebook macht jetzt Journalismus: Warum wir uns der Realität nicht verweigern können

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • TanookiStormtrooper 20.02.2016 11:08
    Highlight "Don't be Evil".... jaaaa vielleicht doch....
    2 1 Melden
  • SwissGTO 19.02.2016 21:17
    Highlight ...und die amerikanischen Steuerausfälle dürfen die dämlichen Schweizer Banken bezahlen.....
    14 1 Melden

Jeff Bezos, reichster Mann auf dem Planeten und «schlechtester Chef der Welt»

Er begann als kleiner E-Book-Händler. Jetzt ist er der reichste Mensch der Welt, der Imperator der Tech-Welt, ein Elon Musk auf Steroiden. Jeff Bezos wird mit Amazon wohl bald Apple als wertvollstes Unternehmen ablösen. Doch wie ist das möglich?

Der Gründer und Chef von Amazon ist vieles: Visionär, Multi-Milliardär, Ausbeuter. Investoren-Legende Warren Buffett preist Jeff Bezos als den «grössten Unternehmer unserer Zeit». Die Gewerkschaften sehen in ihm den «Weltmeister im Steuervermeiden».

Reichster Mensch der Welt ist Bezos bereits. Aber das ist ihm nicht genug. Sein Tech-Imperium entwickelt wiederverwendbare Raumfahrt-Raketen, verkauft Gesichtserkennungssoftware an Polizisten oder produziert Oskar-gekrönte Filme. Die …

Artikel lesen