Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this July 4, 2015 file photo, prison inmates stand in the yard at Arizona State Prison-Kingman in Golden Valley, Ariz. Arizona is severing ties with the private prison operator over what the state says was a string of security and training lapses that led to violent riots in July. Arizona Gov. Doug Ducey announced the action against Management and Training Corp. after the state released a scathing report about numerous issues at the prison. Ducey said what happened at the prison was “frightening, disturbing and completely unacceptable.”(Patrick Breen/The Arizona Republic via AP, File) MARICOPA COUNTY OUT - NO MAGS- NO SALES - MANDATORY CREDIT

Insassen eines privaten Gefängnisses im Bundesstaat Arizona. Bild: AP/The Arizona Republic

Gefängnisaktien sind die grössten Gewinner des Trump-Triumphs

Die Papiere des grössten privaten US-Gefängnisbetreibers sind mehr als 40 Prozent in die Höhe geschossen.

05.12.16, 11:51 05.12.16, 16:37


Allgemein haben die Aktienmärkte positiv auf die Wahl von Donald Trump reagiert. Es gibt aber spezielle Überflieger: die Aktien der privaten Gefängnisbetreiber. Gemäss Angaben der «New York Times» haben die Papiere der CoreCivic, dem grössten Unternehmer, um 43 Prozent zugelegt, diejenigen der GEO Group, dem wichtigsten Konkurrenten, um 21 Prozent.  

Trump bezeichnet die staatlichen Gefängnisse als Desaster

Trump hat im Wahlkampf mehrfach die staatlichen Gefängnisse als «Desaster» bezeichnet und die privaten gelobt. Gerade im Zusammenhang mit illegalen Immigranten hat er deren Bedeutung betont, so etwa in der TV-Sendung «60 Minutes»: «Wir schaffen sie aus, oder wir sperren sie ein», sagte Trump damals.  

FILE - This Monday, Sept. 14, 2015 file photo shows the Cimarron Correctional Facility in Cushing, Okla. The stabbing deaths of four inmates at a private prison in Cushing were the result of a turf war between two white prison gangs that also spilled over into other state prison facilities, the head of an Oklahoma prison workers group said Thursday. (AP Photo/Kelly Kissel, File)

Vier Tote gab es nach einer Messerstecherei in diesem privaten Gefängnis im Bundesstaat Oklahoma.  Bild: Kelly Kissel/AP/KEYSTONE

Dass die privaten Gefängnisse davon profitieren, ist offensichtlich. Für das Geschäftsmodell von CoreCivic und GEO sind illegale Einwanderer entscheidend: 44 Prozent des Umsatzes von CoreCivic stammten 2015 aus dieser Quelle.

Obama wollte die Verträge mit Privaten auslaufen lassen

CoreCivic ist in Nashville zuhause und betreut rund 70'000 Gefängnisinsassen. Die GEO Group ist auch in Grossbritannien, Australien und Südafrika tätig. Zusammen beherrschen sie 85 Prozent des privaten US-Gefängnismarktes.  

Für die beiden privaten Gefängnisunternehmen bedeutet die Wahl Trumps, dass für sie Weihnachten, Ostern und der Geburtstag zusammenfallen. Die Regierung Obama hatte im Sommer erklärt, sie wolle die Verträge mit ihnen auslaufen lassen, eine Politik, die auch Hillary Clinton weiterverfolgt hätte. Daraufhin sackten die Aktien der beiden in den Keller.    

Soll es überhaupt private Gefängnisse geben?

Beide Unternehmen werden kritisiert, zu wenig für die Sicherheit und die Gesundheit der Insassen zu unternehmen. Zudem ist die Grundsatzfrage umstritten: Soll es privaten Unternehmen überhaupt erlaubt sein, Gefängnisse zu führen? Nein, sagt der Harvard-Professor und diesjährige Nobelpreisträger Oliver Hart. «Es geht nicht an, dass private Unternehmen die Kontrolle über den Einsatz von Gewalt haben.»  

Holy Shit, Trump ist US-Präsident

Liebe Frauen, es ist scheisse. Packen wir's an!

Alles war nur fake! Jetzt wird die «Trumpman-Show» aufgelöst

Tweets voller «Tragik» – so jammern US-Promis über das Wahlergebnis

Trumps Sieg ist das Ende des Neoliberalismus – was dies für uns bedeutet

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

Abonniere unseren Daily Newsletter

20
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • The Origin Gra 06.12.2016 17:54
    Highlight In den USA scheinen alle Neuralgischen Staatsorgane Käuflich resp. Privatisierbar zu sein.
    Armee (Black Water), Security und sogar Gefängnisse
    Bald wird es auch Private Staatsanwaltschaften geben 😳
    3 0 Melden
    • Fabio74 11.12.2016 10:13
      Highlight Gefängnisse sind schon seit längerem Privat geführt.
      Darum gibts auch keine Ansätze die massiven Strafen zu überdenken, keine Resozialisierung etc.
      Ginge alles an den Profiten der Aktionäre ab.
      0 0 Melden
  • Ton 06.12.2016 07:05
    Highlight Private Gefängnisse hatten auch der Clinton Kampagne sehr viel Geld "gespendet". Hätte sie gewonnen, würde in der Schlagzeile eben Clinton statt Trump stehen.
    2 2 Melden
  • Pana 05.12.2016 16:51
    Highlight Private Gefängnisse sind ein unglaubliches Übel in den USA. 1% der Bevölkerung ist zur Zeit im Gefängnis. Die Hälfte davon für Drogen Verbrechen, die heutzutage teilweise nicht mehr strafbar sind. Eines der besten (und schockierendsten) Videos von John Oliver:
    21 0 Melden
  • HabbyHab 05.12.2016 16:24
    Highlight Schaut euch mal das 'Adam ruins everything'-Video zu privaten Gefängnissen an. Hab den Link gerade nicht, aber Youtube ist nicht weit entfernt.
    4 0 Melden
  • kaderschaufel 05.12.2016 13:45
    Highlight die USA erstaunt mich immer wieder aufs neue. Private Gefängnisse, echt jetzt? Damit sie durch den Wettbewerbsdruck innovativer werden und mehr Häftlinge anziehen, oder wie?
    52 2 Melden
  • stookie 05.12.2016 13:34
    Highlight Hier fällt mir nur "Kids for Cash" und der einhergehende Name "Mark Ciavarella" ein.
    6 2 Melden
  • zombie woof 05.12.2016 13:33
    Highlight Frag mich grad, ob es etwas Positives gibt, das mit Trump zusammenhängt?
    22 7 Melden
  • Hayek1902 05.12.2016 13:26
    Highlight Private Gefängnisse machen keinen Sinn. Interessenskonflikte sind vorprogrammiert und mir fällt spontan kein Mittel ein, wie man diesen Interessenskonflikt ausschalten könnte.
    38 1 Melden
    • Philipp Löpfe 05.12.2016 14:30
      Highlight Wow, selbst Hayek hat das erkannt...
      13 20 Melden
    • Hayek1902 05.12.2016 14:41
      Highlight Auch der blinde Löpfe pickt mal ein Korn Wahrheit... ;)
      19 5 Melden
  • lilie 05.12.2016 13:25
    Highlight Ist doch klar, dass die privatisierten Gefängnisse in den USA jetzt jubeln, wo die Regierung auch privatisiert wird.

    Die spinnen doch, die Amis.
    30 7 Melden
  • TanookiStormtrooper 05.12.2016 12:27
    Highlight Private Gefängnisse sind ein Desaster! In einem Knast sollte es darum gehen den Insassen, nachdem er seine Strafe verbüsst hat, zu resozialisieren. Ein Unternehmen hat doch kein Interesse daran, dass der nicht wieder kommt. Da werden dann auch sicherlich Richter unterstützt (ob bei Wahlen oder mit "Geschenken"), die auch immer für gut gefüllte Gefängnisse sorgen, indem auch kleinere Vergehen direkt im Knast landen. Gefängnisse sind eine Aufgabe des Staats, man privatisiert ja auch keine Gerichte oder die Polizei.
    79 5 Melden
    • Neemoo 05.12.2016 14:31
      Highlight Was noch nicht ist, kann werden. Meine damit, das die Gerichte und die Polizei privatisiert werden. Ich befürchte unter Trump ist einfach alles möglich...
      15 3 Melden
  • m:k: 05.12.2016 12:09
    Highlight Private Gefängnisse sind eine Perversion der Privatisierung. Ein Unternehmen das den Gewinn maximieren soll, muss zwangsläufig möglichst viel Umsatz machen und wenig Aufwand haben. Erstens braucht ein Gefängnis dazu möglichst viele Insassen für den Umsatz und muss bei deren Betreuung sparen (Verpflegung, Hygiene etc. ). Da ist doch sowohl Missbrauch des Justizsystems, als auch Missachtung von Grundrechten vorprogrammiert.
    69 2 Melden

Nach nur 31 Stunden – Allianz gegen Waffenexporte hat 25'000 Unterstützer zusammen

Die Allianz gegen Waffenexporte in Bürgerkriegsländer hat 25'000 Unterstützer beisammen. Diese erklärten sich bereit, je vier Unterschriften für die Korrektur-Initiative zu sammeln. Das Volksbegehren kann damit starten.

Die 25'000 Unterstützungswilligen erklärten sich innert zwei Tagen zu ihrem Einsatz bereit, die die überparteiliche Allianz am Dienstag mitteilte. Das zeige den massiven Unmut der Bevölkerung über die Bundesratspläne für eine Lockerung der Ausfuhrvorschriften.

Auch wenn die …

Artikel lesen