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FILE - In this Sept. 19, 2017, file photo, Michael Cohen, President Donald Trump's personal attorney, arrives on Capitol Hill in Washington. For more than a decade, Cohen has served as Trump’s private attorney and image protector. Now the FBI raids on Cohen’s office and hotel room to seize records on that payment and others has cast a spotlight on the influential figure widely considered Trump’s fixer.(AP Photo/Pablo Martinez Monsivais, File)

Hat wenig zu lachen: Trumps Hausanwalt Michael Cohen. Bild: AP/AP

Trump ist sich sicher: «Ich kann Mueller feuern!»

Der US-Präsident ist überzeugt, dass er den verhassten Sonderermittler loswerden kann. Die politischen Konsequenzen wären allerdings verheerend.

11.04.18, 15:34 12.04.18, 06:33


Die Hausdurchsuchung bei seinem Hausanwalt Michael Cohen hat bei Donald Trump einen Wutanfall ausgelöst, der selbst für seine Massstäbe ungewöhnlich ist. Offensichtlich will er diese Schmach nicht auf sich sitzen lassen. «Wir sind in der Ansicht bestärkt worden, dass der Präsident sicherlich die Macht hat, den Entscheid zu fällen, Mueller zu entlassen», erklärte Sarah Huckabee Sanders auf eine entsprechende Frage am Pressebriefing.

White House press secretary Sarah Huckabee Sanders speaks during the daily press briefing at the White House, Tuesday, April 10, 2018, in Washington. (AP Photo/Evan Vucci)

Gibt sich siegesgewiss: Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders Bild: AP/AP

Das Weisse Haus stützt sich dabei auf Neal Katyl, einen ehemaligen Obersten Anwalt der Vereinigten Staaten unter Präsident Barack Obama. Dieser war 1999 an der Ausarbeitung der Regeln beteiligt, die für einen Sonderermittler gelten. In einer Kolumne in der «Washington Post» hatte Katyl letztes Jahr aufgezeigt, wie der Präsident diese Regeln ausser Kraft setzen und Mueller feuern kann.

Dass Trump Mueller loswerden will, ist ein offenes Geheimnis. Schon im vergangenen Sommer hat er einen dementsprechenden Versuch unternommen, wurde jedoch vom Anwalt des Weissen Hauses, Don McGahn, daran gehindert. Nun meldet die «New York Times», dass im vergangenen Dezember ein zweiter Versuch ebenfalls gescheitert ist.

«Mueller zu feuern wäre eine Katastrophe. Es würde mit Sicherheit die republikanische Partei spalten.»

Newt Gingrich

Mueller ist nicht der einzige, der entlassen werden soll. Auf Trumps Wunschliste stehen auch Justizminister Jeff Sessions, dessen Stellvertreter Rod Rosenstein und FBI-Chef Christopher Wray – alle sind von Trump eingesetzt worden.

In this June 6, 2017, photo provided by the U.S. Attorney's Office, interim U.S. attorney Geoffrey Berman poses in New York. Berman, the top federal prosecutor in Manhattan, has recused himself from involvement in the FBI's probe of President Donald Trump's personal lawyer. He was named the interim U.S. attorney for Manhattan in January 2018. (Courtesy of U.S. Attorney's Office via AP)

Hat er den Untersuchungsbefehl unterschrieben? Geoffrey Berman, Staatsanwalt im Southern District of New York. Bild: AP/U.S. Attorney's Office

Das gilt auch für Geoffrey Berman. Der Staatsanwalt im Southern District von New York ist zuständig für das Verfahren gegen Cohen. Er ersetzt den gefeuerten und allseits geachteten Preet Bharara. Trump hatte Berman, einen ehemaligen Partner seines Kumpels Rudolph Giuliani, eigenhändig ausgewählt. Ob Berman den Untersuchungsbefehl unterschrieben hat oder in den Ausstand getreten ist, ist noch unklar.

Die Untersuchung der Wohnung und des Büros von Michael Cohen ist auf jeden Fall ein Meilenstein im aktuellen Politstreit. Trump ist ausser sich vor Wut und zu allem fähig. Er muss allerdings mit heftigen politischen Reaktionen rechnen. Eine Entlassung des Sonderermittlers würde selbst bei seinen Parteifreunden auf wenig Gegenliebe stossen.

Ein politischer Selbstmord droht

Newt Gingrich, ein glühender Trump-Fan, warnt im «Wall Street Journal»: «Mueller zu feuern wäre eine Katastrophe. Es würde mit Sicherheit die republikanische Partei spalten.» Auch Senator Charles Grassley, ebenfalls ein konservativer Hardliner, spricht von «politischem Selbstmord», sollte Trump tatsächlich den Versuch unternehmen, Mueller loszuwerden.

Doch der Präsident ist nicht nur wütend, er verliert auch zunehmend den Bezug zur Realität. So hat er die FBI-Untersuchung ernsthaft als «Angriff auf unser Land» bezeichnet.

Ein gefährlicher Mix

Trump sieht sich von Feinden umzingelt. «Sein langjähriger Anwalt wird in Manhatten untersucht», schreibt Frank Bruni in der «New York Times». «Sein Schwiegersohn Jared Kushner wird von Untersuchungsbehörden in Brooklyn unter die Lupe genommen; sein ehemaliger Wahlkampfmanager ist angeklagt; sein ehemaliger Sicherheitsberater hat sich schuldig bekannt; und zwei ehemalige Wahlkampfhelfer kooperieren mit Mueller.»

Die Paranoia des Präsidenten, die aufgeheizte Stimmung in der Russlandaffäre, das zweigeteilte Land und die Krise in Syrien: Hier braut sich etwas zusammen, das uns allen Angst machen muss.

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32
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32Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • maricana 11.04.2018 19:17
    Highlight Wenn Trumps Souffleuse sagen würde: "Donald trete von deinem Amt zurück", Trump würde zurücktreten. Trump hat aber keine Souffleuse sondern geldgierige Puppenspieler im Hintergrund.
    12 5 Melden
  • α Virginis 11.04.2018 17:22
    Highlight Habe mich auch mal mit Tarot beschäftigt (ja, Leute, es ist wahr!). Da gibt es bei den grossen Arkanen die Ziffer Null, das ist der Narr, der, in die Luft träumend, von einem Hund gejagt, in den Abgrund stürzt. Trump ist meiner Meinung nach "Zero, the Hero" und wird als ebendieses in die Geschichte eingehen.
    11 20 Melden
    • lilie 11.04.2018 18:22
      Highlight Viel schlimmer: Der Narr stürzt eben gerade nicht in den Abgrund, weil sein Instinkt in Form des Hundes ihn davon abhäöt.

      Leider noch viel das bessere Bild für Trump. 😣
      14 0 Melden
    • Klaus07 11.04.2018 18:36
      Highlight Wenn Dummheit schmerzen würde, müssten einige Menschen denn ganzen Tag schreiend herumrennen.
      19 3 Melden
  • dmark 11.04.2018 17:21
    Highlight Ich bin mir sicher, dass Trump auch sich selbst feuern könnte...
    47 0 Melden
    • The Origin Gra 11.04.2018 18:32
      Highlight Ja? 😍Ja bitte sofort Mr. Trump 😍
      23 1 Melden
    • James McNew 12.04.2018 00:31
      Highlight ...und sogar damit noch durchkäme! ;-)
      11 0 Melden
    • Jürg Müller 12.04.2018 05:52
      Highlight Hallo dmark, lange nichts gelesen von Dir. Ferien ?

      Ausserdem: Recht hast Du.
      4 0 Melden
    • dmark 12.04.2018 13:34
      Highlight @Jürg:
      Ferien? Noch lange nicht. Stecke bis zum Hals in der Arbeit und strecke nur mal ab und zu den Kopf hoch, um Luft zu holen ;)
      0 0 Melden
    • Jürg Müller 13.04.2018 02:33
      Highlight dmark: ja dänn ... Heb der Sorg. 😎
      0 0 Melden
  • Olaf! 11.04.2018 17:02
    Highlight Da kommt Syrien ja zur richtigen Zeit, ein wenig Krieg hat schon immer gut vom innenpolitischen Chaos abgelenkt.
    111 0 Melden
  • wydy 11.04.2018 16:51
    Highlight Trump wird Müller feuern und es wird nichts passieren. Gar nichts. Es wird kein impeachment geben und er wird bis zum Ende seiner Periode Präsident bleiben. Ihr könnt noch so oft prophezeien, dass er abgewählt wird, es wird nicht passieren. Am Ende wird er eventuell noch eine zweite Amtsperiode haben.
    64 27 Melden
    • loquito 11.04.2018 17:36
      Highlight leider...
      33 3 Melden
    • Moelal 11.04.2018 19:25
      Highlight Sind die Smis wirklich so doof wie Sie meinen?
      7 0 Melden
  • Gawayn 11.04.2018 16:49
    Highlight Ist schwer zu erkennen was Interpretation und was Information ist.
    Vor allem wenn man von Wutausbrüchen spricht.

    Was man vom Trumpel bisher gesehen hat, zeichnet das Bild eines verwöhnten ungezogenen, jähzornigen Bengels im Körper eines 71 Jährigen gefangen.

    Er schlägt immer zurück, wenn er irgendwie angegriffen wird.
    Das macht ihn sehr berechenbar.

    Ich verstehe es nicht, das man einen so offensichtlich psychopathischen Typen nicht schon längst abgeschossen hat.
    Das man den Irren gewählt hat, ist schon eine Katastrophe.
    69 4 Melden
  • Alterssturheit 11.04.2018 16:39
    Highlight He - keine Frage, klar kann er ihn feuern, er kann JEDE/N feuern. ER IST DONALD TRUMP !
    24 5 Melden
    • Moelal 11.04.2018 19:26
      Highlight Nein er ist Donald Duck
      8 3 Melden
  • LukasderErste 11.04.2018 15:54
    Highlight "Angriff auf unser Land"

    Erinnert mich irgendwie an einen gewissen Louis XIV😅
    122 4 Melden
    • Jonas Schärer 11.04.2018 18:07
      Highlight Erinnert?? Same Same! Je suis l'Etat in Reinform was Trump praktiziert!
      23 0 Melden
  • Juliet Bravo 11.04.2018 15:39
    Highlight Ich glaube langsam aber sicher, dass Trump selbst damit noch durchkäme.
    173 7 Melden
    • ThomasHiller 11.04.2018 16:45
      Highlight Schlimmer noch: Es gibt genug Leute, die ihn genau dafür abfeiern würden.

      Und diese Erkenntnis selbst macht mir mehr Angst als Trump ....
      51 2 Melden
    • Pana 11.04.2018 17:47
      Highlight Richtig. Alles was bei Trump absurd und surreal klingt, tut er solange mit noch Absurderem und Surrealerem überbieten, bis man irgendwann nur noch mit der Schulter zuckt. Das Konzept geht irgendwie auf..

      In 5 Jahren sind wohl Obama und Hillary hinter Gitter, und Mexikaner dürfen nach 18 Uhr nicht mehr auf die Strasse.
      27 1 Melden
    • FrancoL 11.04.2018 18:26
      Highlight Das Durchkommen ist die Richtschnur die uns Angst machen muss, ob das dann Trump oder Pence oder sonst ein Schwachkopf ist, ist für mich sekundär.
      Ich bin leider davon überzeugt, dass man heute so ziemlich an allem ritzen kann und nicht annähernd die Folgen abschätzt. Wir leben in einer mehr als gefährlichen Zeit und sägen an vielen unserer besten Errungenschaften.
      28 0 Melden
    • elias776 11.04.2018 19:06
      Highlight habe ich mir auch beim lesen gedacht.
      9 0 Melden

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