Wirtschaft

Ex-Nationalbank-Chef Philipp Hildebrand fürchtet «Katastrophe» in Europas Finanzsektor

11.07.16, 10:09 11.07.16, 11:23

Der frühere SNB-Präsident Philipp Hildebrand fürchtet, dass es nach dem Brexit-Votum in Europas Finanzsektor zu einer «Katastrophe» kommt. «Jetzt kommt so etwas wie die zweite Welle – neun Jahre nach der Finanzkrise», sagte er der «Süddeutschen Zeitung» vom Montag.

Europa habe es in dieser Zeit verpasst, das Bankensystem zu sanieren. «Das war ein riesiger Fehler.» Immer, wenn etwas schiefgehe – so wie jetzt das Votum der Briten für ein Ausscheiden aus der Europäischen Union –, komme an den Finanzmärkten die Frage auf, ob Europas Banken wirklich stabil seien.

EU hat Bankenproblem unter den Teppich gekehrt

Es sei eines der grossen Versäumnisse Europas, «dass wir das Bankenproblem immer unter den Teppich gekehrt haben», kritisierte Hildebrand, mittlerweile Vize-Chef der US-Vermögensverwaltung Blackrock.

Dass Italien seinen Geldinstituten nun mit Steuergeld helfen will, begrüsst Hildebrand. Wenn die Finanzstabilität gefährdet sei, dann dürfe ein Euro-Staat seinen Bankensektor mit frischem Kapital ausstatten, sagte er der Zeitung.

Italien will Medienberichten zufolge beim Treffen der Euro-Finanzminister am Montag in Brüssel die Zustimmung zu einem Bankenrettungsplan einholen. Dazu müsste Rom eine Ausnahmeklausel der neuen EU-Abwicklungsregeln für Banken nutzen. (egg/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Wilhelm Dingo 11.07.2016 15:06
    Highlight Es gilt sehr genau zu prüfen wer profitiert bei einer weiteren 'Rettung' von Banken.
    10 0 Melden
    • FrancoL 11.07.2016 16:10
      Highlight Und wenn wir dann wissen wer profitiert, was machen wir denn genau?
      Entweder rettet der Staat oder die die ihr Geld bei der Bank deponiert haben. Beides trifft kaum die Schuldigen.
      2 1 Melden
    • Wilhelm Dingo 12.07.2016 06:41
      Highlight @FrancoL: oder man lässt sie konkurs gehen.
      0 0 Melden
    • FrancoL 12.07.2016 11:47
      Highlight @Wilhelm Dingo; Konkurs bedeutet dass die die Ihr Geld im Institut haben alles verlieren, also zB meine Grossmutter oder ein KMU dass ein Depot bei der in Konkurs gehenden Bank hat. Auch bei den Aktionären hat es nicht nur Spekulanten, die den Verlust mit Fassung tagen würden. Das sind alles Verlierer die kaum die Schuldigen sind. Ich glaube Du hast eine etwas zu einfache Sicht des Konkursverfahrens. Konkurse treffen meistens die Falschen.
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    • Wilhelm Dingo 12.07.2016 13:08
      Highlight @FrancoL: ja, natürlich darf das nicht leichtfertig geschehen. Wenn jemand Geld auf einer faulen Bank hat empfehle ich das Geld schleunigst abzuziehen. Weiter sind die Spareinlagen bis zu einem bestimmten Betrag gesichert.
      0 0 Melden
  • Str ant (Darkling) 11.07.2016 12:55
    Highlight Der Status zur Zeit scheint mir der "Schrecken ohne Ende" zu sein statt wie Island ein "Ende mit Schrecken" durchzusetzen und dann einen geordneten Neustart zu vollziehen.
    18 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 11.07.2016 12:51
    Highlight Ein Zusammenbrechen des Kartenhauses Finanzsystem ist unvermeidlichbar.
    Irgend was oder wen muss nun aber noch als Schwarzer Peter definiert werden. Dem wird man die Schuld geben.

    Und davon abzulenken, dass das Finanzsystem selber das Problem ist.

    19 5 Melden
  • smoking gun 11.07.2016 12:42
    Highlight Wenn einer Vice-Chef von einem Monster wie Blackrock ist, sollte er besser den Mund halten.
    13 13 Melden
    • phreko 11.07.2016 15:28
      Highlight Weshalb?
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    • smoking gun 11.07.2016 16:33
      Highlight Weil Blackrock die grösste Finanzfirma der Welt ist und mittels iShares/ETFs "toxische" Finanzvehikel anbietet. Das kommt uns doch bekannt vor ...

      Und weil Hildebrand als Vice-Chef genau weiss, dass in seiner Firma "Leichen" im Keller liegen.

      Deshalb hätte er gerne, dass wir Steuerzahler einmal mehr die Banken sanieren. Zum wohle von Blackrock ...
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  • Madison Pierce 11.07.2016 12:17
    Highlight Im ersten solchen Fall gleich die Ausnahmeregel aktivieren, das erzeugt Vertrauen! Man hat nichts gelernt aus dem Debakel um den Euro-Stabilitätspakt. Dort konnten die Länder die Neuschuldengrenzen auch immer ohne Konsequenzen verletzen und tun dies zum Teil heute noch. Oder man schaut bei der Bilanz nicht so genau hin wie im Fall Griechenland...

    Wenn jetzt der Staat eingreift, lernen die Banken nie was. 2008 hat es geheissen, das sei garantiert ein Einzelfall und der Staat werde zukünftig nicht mehr helfen.
    14 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 11.07.2016 11:02
    Highlight Was das Problem für Europa ist, wird der Befreiungsschlag für Grossbritannien sein. Die Briten werden die Chance nutzen, um losgelöst von Brüssel das Land in einen Aufschwung zu leiten.
    18 21 Melden
    • teufelchen7 11.07.2016 11:51
      Highlight wird aber bestimmt ein paar jahrzehnte dauern...
      14 8 Melden
    • kurt3 11.07.2016 12:59
      Highlight Trader , vielleicht werden die Briten in 20-30 Jahren ein funktionierendes Gesundheits - System haben , wenn sie Glück haben . Wie ein desindustralisierten Landes , dessen Landwirtschaft von EU - Geldern abhängig ist , einen Aufschwung hernehmen soll , musst Du mir noch erklären .
      18 3 Melden
    • FrancoL 11.07.2016 14:11
      Highlight Eine der vielen Behauptungen, die ohne viel Begründung in die Welt gesetzt werden, so im Sinne der Kampagne der Brexit-Befürworter. Wenn das sooo ein Befreiungsschlag war, frage ich mich wieso die Briten noch keinen greifbaren Aktionsplan haben, wieso die treibenden Kräfte sich verabschieden.
      So Ausdrücke wie "in den Aufschwung zu leiten" sind mehr als vereinfachte Sichtweisen, sie zeugen kaum von einer Realsicht.
      14 1 Melden

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