Wirtschaft

Ölpipeline Keystone XL

«Wer hat sie dafür bezahlt?» Obamas Senatoren stimmen für Pipeline-Bau

30.01.15, 00:15 30.01.15, 11:05

Auch Demokratin Heidi Heitkamp (rechts) stimmte für das Pipeline-Projekt. Bild: Carolyn Kaster/AP/KEYSTONE

Nach dem Repräsentantenhaus hat auch der Senat in Washington für den unverzüglichen Bau der umstrittenen Ölpipeline Keystone XL von Kanada an die US-Golfküste gestimmt. Die Kongresskammer verabschiedete das Gesetz am Donnerstag mit 62 zu 36 Stimmen.

Neun Senatoren aus dem Lager von Präsident Barack Obamas Demokraten schlossen sich der republikanischen Mehrheit an. Das sorgte auf Twitter umgehend für scharfe Reaktionen:

Keystone XL soll von der kanadischen Provinz Alberta, die über eines der grössten Teersandvorkommen der Welt verfügt, über insgesamt 1'900 Kilometer bis zu den Raffinerien im US-Bundesstaat Texas führen. 

Umweltschützer warnen vor katastrophalen Folgen möglicher Lecks.

Sie monieren ausserdem, dass bei dem komplizierten Verfahren zur Ölgewinnung aus Teersand zu viel Treibhausgase freigesetzt werden. Obama hatte das Projekt auf Eis gelegt.

Prestigeprojekt für Republikaner

Die oppositionellen Republikaner sehen den Widerstand gegen Keystone XL als Paradebeispiel dafür, dass die Umwelt- und Klimapolitik des Präsidenten und seiner Demokraten das Wirtschaftswachstum hemmt und Arbeitsplätze kostet. Nach ihrem klaren Sieg bei den Kongresswahlen im November kontrollieren sie seit Jahresbeginn beide Parlamentskammern und wollen den Bau der Pipeline erzwingen.

Umstrittener Nutzen: Wieviele Jobs bringt der Pipeline-Bau wirklich?

Das Repräsentantenhaus hatte bereits am 9. Januar für das Projekt gestimmt. Die beiden Gesetze müssen nun noch in Einklang gebracht werden, ehe sie zur Unterzeichnung an Obama gehen. Die Unterschrift des Präsidenten ist aber wenig wahrscheinlich.

Obama will erst das Ergebnis einer laufenden Überprüfung durch das Aussenministerium abwarten, ehe er über den Bau der Pipeline entscheidet. Sein Veto könnte nur mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit in beiden Parlamentskammern überstimmt werden. (kad/sda/afp)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 30.01.2015 07:20
    Highlight und schon wieder haben sie es geschaft und es in die (negativ) schlagzeilen gebracht!
    wann kommt dieses land endlich zur vernunft und denkt nicht nur an seine eigene tasche sondern an die zukunft der gesamten erde...?
    und die wollen die einzig richtige würdige weltmacht sein?
    ha ha ha
    0 0 Melden

Russland «klaut» ganze Fabriken

Was der «weisse Konvoi» wirklich transportierte

Die Welt rätselt, was die 280 russischen Lastwagen im «weissen Konvoi» in die Ukraine transportierten. Auf den starken LKW befanden sich nur ein paar wenige Paletten mit Hilfsgütern. Tatsächlich holte sich Russland aber eine ganze Fabrik.

Sogar zweihundertprozentig regierungstreue Russen lachten lauthals heraus, als sie die Begründung der russischen Regierung hörten, warum jeder Kamaz-Lastwagen im so genannten «Hilfskonvoi» nur zwei, drei Paletten Hilfsgüter geladen hatte: «Die Kamaz-LKW konnten nicht vollständig beladen werden, um einen übermässigen Verschleiss der fabrikneuen Lastwagen zu vermeiden. Voll beladen wären die Kamaz-LKW zudem auf Bergstrassen zu langsam gefahren, um die Hilfsgüter …

Artikel lesen