Wirtschaft
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Vladimir Putin

Der Ölpreis marschiert wieder aufwärts.

Putin und die Ölscheichs sind sich einig – Benzin und Heizöl werden teurer

Russland will zusammen mit den OPEC-Staaten die Erdölförderung begrenzen. Der Preis pro Fass ist deutlich über 50 Dollar gestiegen.



Zu Beginn der Woche sind die Erdölpreise kräftig in die Höhe geschossen. Die Märkte reagieren auf eine bevorstehende Einigung zwischen Wladimir Putin und Saudi-Arabien. Der russische Präsident hatte zuvor erklärt, er sei bereit, «sich den gemeinsamen Anstrengungen, die Ölproduktion zu begrenzen, anzuschliessen und fordere andere auf, dies ebenfalls zu tun».

«Wir sind überzeugt, dass wir die Produktion einfrieren müssen, um wieder Stabilität in den Energiesektor zu bringen», erklärte Putin weiter.

Saudi Arabia's Energy Minister Khalid al-Falih talks during the 23rd World Energy Congress in Istanbul, Turkey, October 10, 2016. REUTERS/Murad Sezer

Ein wichtiger Mann im Erdöl-Business: Der saudische Energieminister Khalid al-Falih. Bild: MURAD SEZER/REUTERS

Die Vereinigung der Erdöl produzierenden Staaten, OPEC, hatte zuvor ebenfalls beschlossen, die Produktion zwischen gegen zwei Prozent zu drosseln. Russland ist nicht Mitglied dieses Kartells von 14 Erdölstaaten.  

Russland will seine Produktion um 300'000 Fass drosseln

Putin ist offensichtlich gewillt, den Worten Taten folgen zu lassen. Bereits am Mittwoch wird der russische Energieminister Alexander Novak seinen saudischen Amtskollegen Khalid al-Fahlih treffen. Gemäss Angaben des «Wall Street Journal» gehen Insider davon aus, dass Russland seine Produktion um täglich 200'000 bis 300'000 Fass drosseln wird. Derzeit werden täglich 11,1 Millionen Fass aus dem Boden gepumpt.  

A worker at an oil field owned by Bashneft, Bashkortostan, Russia, January 28, 2015.      REUTERS/Sergei Karpukhin/File Photo

Russisches Ölfeld in Bashkortostan. Bild: Sergei Karpukhin/REUTERS

Der Ölpreis ist bereits um mehr als drei Prozent auf deutlich über 50 Dollar pro Fass gestiegen. Dieser Preisanstieg könnte sich fortsetzen. Fatih Birol, Direktor der Internationalen Energieagentur (IEA) erklärte am Montag, dass der Ölmarkt im Begriff sei, wieder sein Gleichgewicht zu finden. Weil der Ölpreis sehr «unelastisch» ist, wie es in der Fachsprache heisst, könnte das zu raschen Preissprüngen führen. In den letzten Jahren gab es ein deutliches Überangebot.

Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass der Ölpreis wieder auf 150 Dollar pro Fass klettern wird, wie das 2008 der Fall war. Das Fracking wird dies verhindern. Dank dieser neuen Fördertechnik sind die Vereinigten Staaten im Begriff, Energie unabhängig zu werden. In den USA wird am meisten Öl verbraucht.

Putin braucht einen höheren Ölpreis

Für Russland ist der Ölpreis von überragender Bedeutung. Der Export von Öl und Erdgas (die Preise marschieren in der Regel im Gleichschritt) ist für rund 40 Prozent des russischen Staatsbudgets verantwortlich. Der Zerfall des Ölpreises hat die russische Wirtschaft in den vergangenen zwei Jahren in eine schwere Rezession gestürzt.  

Wie tragfähig die Abmachung zwischen Russland und der OPEC sein wird, muss sich weisen. Ölstaaten zu einem gemeinsamen Vorgehen zu bringen, sei «wie ein Rudel Katzen zu hüten», heisst es. Tatsächlich sind alle Ölstaaten – auch Saudi-Arabien – derzeit dringend auf Mehreinnahmen angewiesen und tendieren deshalb dazu, die vereinbarten Förderquoten heimlich zu überschreiten. Dazu kommt, dass mit dem Iran nun wieder ein wichtiger Player auf dem Ölmarkt mitspielt.

Turkey's President Recep Tayyip Erdogan, left and Russian President Vladimir Putin, right,  shake hands following the group photo at the World Energy Congress, in Istanbul, Monday, Oct. 10, 2016. Putin met Erdogan as the two push ahead with steps toward normalizing ties that were strained by Turkey's downing of a Russian warplane near the border with Syria last year.(AP Photo/Emrah Gurel)

Sind sich wieder näher gekommen: Recep Erdogan und Wladimir Putin. Bild: Emrah Gurel/AP/KEYSTONE

Waldimir Putin ist auch an der Erdgasfront tätig. Mit dem türkischen Präsidenten Recep Erdogan hat er vereinbart, eine neue Pipeline durch die Türkei nach Europa zu bauen. Russland wäre dann nicht mehr vom Goodwill der Ukraine abhängig.

Auswirkungen auf den Syrienkonflikt

Die Aussöhnung zwischen Russland und der Türkei hat auch politische Konsequenzen. Putin und Erdogan haben bei einem Treffen verlauten lassen, sie hätten eine «gemeinsame Position» um Kampf um die syrische Stadt Aleppo gefunden. Bisher hat Russland den syrischen Diktator Assad unterstützt, während die Türkei auf seinen Sturz hin gearbeitet hat.

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    Alle Leser-Kommentare
  • philgrum 11.10.2016 13:52
    Highlight Highlight Je teurer das Öl, umso höher die Motivation, vom Verbrauch fossiler Brennstoffe auf erneuerbare Energien umzusteigen.
  • Hayek1902 11.10.2016 13:29
    Highlight Highlight Diese Abkommen sind das Papier doch nicht wert. Wir reden von 1.5 bis 3% Reduktion. Die OPEC (ca. ein Drittel der globalen Produktion) hat sich noch nie daran gehalten und sie werden es auch jetzt nicht tun, vor allem wenn die Hälfte pleite ist und der Iran die Produktion vervielfachen will. Falls doch, dann werden sich sich im Eagle Ford, Bakken, etc. freuen und in einem Monat sind wieder etliche Rigs in der USA am laufen (Fracking-Rigs kann man an- und abschalten) und ein bisschen später kommt der Preis wieder unter Druck. Ich glaube, die OPEC will nur Zeit kaufen mit solchen Aussagen.
    • azoui 11.10.2016 19:44
      Highlight Highlight Dennoch werden die Preise steigen. Andere verdienen, wir zahlen.
  • Kstyle 11.10.2016 13:18
    Highlight Highlight Ich finde diese kartellabsprachen fürchterlich. Das hat absolut nicht mehr mit marktwirtschaft zu tun. Es geht nur um profitmaximierung wen ich das mache heisst es illegale preisabsprache. Wenn zu viel auf dem markt ist gehen halt die preise runter.
  • Tepesch 11.10.2016 13:09
    Highlight Highlight Putin will nicht vom "Goodwill" der Ukraine abhängig sein und setzt deshalb auf Erdowahn? Hab selten so gelacht...
  • chaspi 11.10.2016 12:55
    Highlight Highlight Bin mal gespannt wie sich das auf Syrien auswirkt. Somit könnte eine der geplanten Piplines durch Syrien, die meiner Erachtens eine der Hauptgründe des Krieges ist, an Wichtigkeit verlieren. Ich spreche von der Qatar-Turkey Pipline. Die Iran-Iraq-Syria Pipline würde hingegen dann an Wichtigkeit gewinnen. Diese beiden Piplines sollen das grösste Gasvorkommen der Welt (South-Pars-Gasfeld und North Dome Field) im Persischen Golf an die/den Frau/Mann bringen.

    http://www.news.com.au/world/middle-east/news-story/74efcba9554c10bd35e280b63a9afb74
  • Ivan der Schreckliche 11.10.2016 12:36
    Highlight Highlight Einerseits bin ich froh, dass es nun der Wirtschaft hoffentlich besser gehen wird, andererseits haben sie hoffentlich eingsehen, dass man nicht nur auf die Rohstoffe setzen kann sondern die Produktion im Land erhöhen/verbessern muss..
    • Kstyle 11.10.2016 13:16
      Highlight Highlight Sie haben gar nichts begriffen (also nicht sie ivan). Wen DU das machst in deinem betrieb heisst es illegale preisabsprache. Sie sollten die wirtschaft umbauen, weg vom öl,
      nicht den ölpreis künstlich nach oben drücken.
      Sie stossen so ihre eigene wirtschaft gesund auf die kosten von uns.
    • Ivan der Schreckliche 11.10.2016 14:45
      Highlight Highlight Der Preis wurde ja zuvor künstlich nach unten gedrückt? Das sehe ich nicht wirklich ein Problem.
    • _kokolorix 11.10.2016 17:39
      Highlight Highlight Also welcher Wirtschaft geht es nun besser?
      Ich denke wenn der Ölpreis steigt, haben die Opec Staaten mehr Geld um die Bevölkerung ruhig zu stellen, das sind klassische Rentensysteme, die Wirtschaft hat davon rein gar nichts. Das befeuert nur die ohnehin schon grassierende Korruption und wenn der Preis wieder Fällt gibts wieder Krise...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hanslishans 11.10.2016 12:22
    Highlight Highlight Das Fracking, das die Umwelt wie keine andere Fördermethode schädigt? Wenns ums Geld geht, ist dem Ami doch so ziemlich alles egal.
    • Hayek1902 11.10.2016 13:19
      Highlight Highlight Tut es nicht. Ich habe mich sehr darüber informiert. Wahrscheinlich hast du "Gasland" gesehen, doch dieser Film ist alles andere als Wissenschaftlich. Fracking ist in meinen Augen nicht schlimmer als konventionelle Ölfelder an Land, wenn man richtig abdichtet und die Zusammensetzung der Chemikalien bekannt gibt. Tiefseeborungen finde ich da bedeutend riskanter für die Umwelt. Aber natürlich sollte man nicht in dicht besiedelten Gebieten fracken, alleine schon wegen dem Verkehr und Lärm.
  • Azoth 11.10.2016 11:41
    Highlight Highlight Man merkt, dass denen langsam die Kohle ausgeht. Dann verdient IS mit auch wieder mehr an ihrem Öl...

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