Wirtschaft

Der aktuelle Ölpreis-Anstieg ist erst der Anfang – wenn es nach dem Ölkartell geht

30.11.17, 13:29 30.11.17, 14:48

Mit ihrem Produktionslimit haben die Mitglieder des Ölkartells OPEC sowie andere wichtige Förderstaaten Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt mehr ins Gleichgewicht gebracht. Trotzdem könnte der Rohstoff bald wieder im Überfluss vorhanden sein.

Die Allianz aus OPEC- und Nicht-OPEC-Staaten sieht aktuelle Erfolge bei der Stabilisierung des Ölpreises nur als Etappenziel.

«Es muss noch viel mehr getan werden, um unsere Ziele nachhaltig zu erreichen», sagte der saudi-arabische Ölminister Khalid al-Falih zum Auftakt des Treffens der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) am Donnerstag in Wien.

So seien das Ölkartell und seine neuen Bündnispartner erst auf dem halben Weg, die weltweiten Lagerbestände an Rohöl wieder auf den mehrjährigen Durchschnitt zu drücken.

Khalid al-Falih, saudi-arabischer Ölminister. Bild: AP/AP

Der Minister rief alle 24 Mitgliedsländer der vor einem Jahr etablierten Öl-Koalition auf, sich strikt an das Förderlimit zu halten. Vertreter aus 14 OPEC-Staaten und von zehn Nicht-OPEC-Ländern erörterten bei ihrem Treffen den künftigen Kurs.

Verlängerung von Förderlimit erwartet

Im Vorfeld wurde erwartet, dass das Produktionslimit von 1,8 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag um neun Monate bis Ende 2018 verlängert wird. In diese Richtung bewege sich die anstehende Entscheidung, bestätigte der Ölminister Kuwaits, Essam Al-Marzouq.

Die Vereinigten Arabischen Emirate hofften darüber hinaus, dass weitere Länder das Bündnis unterstützen. Den Verlauf der Diskussion wolle er aber nicht vorwegnehmen, sagte Ölminister Suhail Al-Mazrouei. «Es sind immer Überraschungen möglich.»

Essam Al-Marzouq, Ölminister Kuwaits. Bild: EPA/EPA

Die Auswirkungen des erwarteten Schritts auf den Öl- und damit den Benzinpreis waren unklar. Experten hielten selbst bei einer Verlängerung des Förderlimits ein Fallen der Preise für möglich. Insbesondere mittel- und langfristig dränge ohnehin wieder sehr viel Öl speziell aus den USA, Kanada und Brasilien auf den Markt, sagte Alexander Pögl vom Forschungsinstitut JBC. 

Kluft zwischen Angebot und Nachfrage

«Das Förderlimit ist unbedingt nötig. Die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage wird 2018 grösser», sagte Pögl. Notwendig sei vielmehr, eine solche Massnahme bis 2019 zu verlängern. Russland als Öl-Gigant und wichtigster Nicht-OPEC-Staat habe trotz mancher Kritik seiner Ölfirmen weiterhin politische Unterstützung für das Bündnis signalisiert, meinte Pögl.

Durch das aktuelle Limit hat allein die OPEC ihre Förderung um 1,2 Millionen Barrel am Tag auf 32,5 Millionen Barrel zurückgeschraubt. Die Kürzung um insgesamt 1,8 Millionen Barrel entspricht etwa zwei Prozent der weltweiten Produktion.

Dieser Schritt sowie die zuletzt hohe Öl-Nachfrage angesichts der boomenden Weltkonjunktur hatten den Ölpreis um rund 20 Prozent im Vergleich zu Ende 2016 steigen lassen. Das Fass Öl kostete zuletzt zwischen 60 und 65 Dollar. 2014 waren noch mehr als 100 Dollar fällig, 2008 hatte der Ölpreis ein Rekordhoch von 146 Dollar erreicht. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Realitäter 30.11.2017 14:23
    Highlight Es ist ja toll wenn sich der Ölpreis erhöht, dann wird möglicherweise nicht mehr so viel verbraucht. Nur lohnt sich dann das Fracking leider wieder.....
    6 2 Melden
  • Toerpe Zwerg 30.11.2017 14:19
    Highlight Wesentlich höher kann der Preis nicht mehr steigen. Wir sind an der Schwelle, an welcher die Förderer in den USA und in Kanada ihre Produktion hochfahren können.
    3 1 Melden
    • Posersalami 30.11.2017 16:26
      Highlight Sollen sie halt ihr Land verseuchen, uns kann das egal sein. Es ist schliesslich nur eine politische Entscheidung, das Fracking zu verbieten.
      2 1 Melden
  • Posersalami 30.11.2017 14:13
    Highlight Einen höheren Ölpreis begrüsse ich, das wird den Ausstieg aus dem Fossilen Zeitalter beschleunigen. Weiter so OPEC!
    6 1 Melden
  • .:|HonigTroll|:. 30.11.2017 13:38
    Highlight Erdöl ist eigentlich eine Droge mit klassischen Sucht-Symptomen:

    nicht mehr Aufhören können, ständige Erhöhung der Dosis, totale Abhängigkeit von Lieferanten.

    Kurzfristigen positiven Effekt, langfristigen desaströsen selbstzerstörerischen Effekt.
    12 1 Melden

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