Wirtschaft
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A cargo ship hangs at the crane at the harbor Kleinhueningen, in Basel, Switzerland, pictured on March 29, 2011. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Ein Container haengt am 29. Maerz 2011 an einem Kran im Hafen Kleinhueningen in Basel. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Container-Terminal am Rheinhafen Basel. Bild: KEYSTONE

Euro-Franken-Parität

Importe aus der Eurozone in die Schweiz werden massiv günstiger – es geht um 118 Milliarden Franken jährlich

16.01.15, 20:59 17.01.15, 14:29

Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die SNB hat den Euro gegenüber dem Franken schlagartig um rund 20 Prozent verbilligt. Das sind gute Nachrichten für importorientierte Branchen in der Schweiz, denn ihre Einfuhren aus der Eurozone verbilligen sich massiv.

Lange Gesichter hingegen bei exportorientierten Branchen, ihre Produkte verteuern sich für Abnehmer in der Eurozone im selben Ausmass.

Die Schweiz importiert deutlich mehr aus den 19 Ländern der Eurozone, als sie dorthin exportiert. 2013 beliefen sich die Einfuhren auf 118 Milliarden Franken, die Ausfuhren auf 93 Milliarden Franken.

Handelsbilanz Schweiz-Eurozone 2013

grafik: watson; quelle: eidgenössische zollverwaltung (ezv)

2013 hat die Schweiz für 118 Milliarden Franken Güter aus der Eurozone importiert. Heute müsste sie dafür nur noch 98 Milliarden Franken zahlen. Theoretisch stehen somit 20 Milliarden Franken für Preissenkungen zur Verfügung.

Ein Blick in die Statistik der Eidgenössischen Zollverwaltung zeigt, welche Güter besonders stark betroffen sind.

VW, Audi, Renault, Fiat

grafik: watson; quelle: eidgenössische zollverwaltung (ezv)

Für Fahrzeuge aus der Eurozone müssen Importeure neu 20 Prozent weniger bezahlen. Bei einem jährlichen Volumen von 11 Milliarden Franken macht das satte 2.2 Milliarden Franken.

Fleisch, Getreide, Gemüse, Obst, Fisch

grafik: watson; quelle: eidgenössische zollverwaltung (ezv)

Land- und forstwirtschaftliche Produkte im Wert von 10 Milliarden Franken können neu für 8 Milliarden in die Schweiz eingeführt werden. Einsparung: 2 Milliarden.



Benzin, Erdgas, Elektrizität

grafik: watson; quelle: eidgenössische zollverwaltung (ezv)

Energieträger wurden 2013 im Wert von 10 Milliarden Franken aus der Eurozone importiert. Auch hier winken Einsparungen von 2 Milliarden. Benzin dürfte in den kommenden Tagen noch einmal deutlich billiger werden, nachdem sich der Ölpreis zuvor schon halbiert hatte. Jetzt im Winter aktuell: In der kalten Jahreszeit muss die Schweiz Strom importieren. Dafür werden die Elektrizitätsunternehmen nun weniger bezahlen. 

Klamotten

grafik: watson; quelle: eidgenössische zollverwaltung (ezv)

Bei Textilien, Bekleidung und Schuhen ist bei jährlichen Einfuhren von 4 Milliarden Franken immerhin mit Einsparungen von 800 Millionen zu rechnen.

Die Sorgen der Exporteure

Weniger gut sieht es für Güter aus, bei denen die Handelsbilanz positiv ausfällt. Die Schweiz exportiert davon mehr in die Eurozone, als sie importiert. Diese Produkte werden durch den starken Franken teurer. Es ist zu erwarten, dass die Nachfrage aus der Eurozone nach diesen Gütern nachlässt.

Medikamente, Chemikalien

grafik: watson; quelle: eidgenössische zollverwaltung (ezv)

Die Handelsvolumen in der Chemisch-Pharmazeutischen Industrie sind gewaltig. Die Schweiz exportiert jährlich für 37 Milliarden in die Eurozone. Hier drohen Einbussen von 7.4 Milliarden.

Uhren, Schmuck

grafik: watson; quelle: eidgenössische zollverwaltung (ezv)

Ebenfalls stark exponiert sind Präzisionsinstrumente, Uhren und Bijouterie. Bei einem Exportvolumen von 15 Milliarden drohen Einbussen von 3 Milliarden.

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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    Alle Leser-Kommentare
  • MediaEye 17.01.2015 11:27
    Highlight Und wir Konsumenten wollen diesen Währungsgewinn jetzt endlich auch in unseren Portemonnais sehen; d.h. ALLE Preise für Importprodukte MÜSSEN um rund 50% runter; vor allem bei den Presseerzeugnissen ist dieser Schritt überfällig!!!!
    4 1 Melden
    • Hillybilly 24.01.2015 16:38
      Highlight Hhm, und was ist mit deinem Lohn im Vergleich zur EU. Soll der auch 50% sinken? Denken vor Schreiben!
      1 2 Melden
    • MediaEye 24.01.2015 19:17
      Highlight @HillyBilly; Du checkst es einfach nicht, oder?????

      Ich denke, du solltest dich zuerst sachkundig machen und erst dann etwas absondern!!!!
      2 0 Melden
  • kettcar #lina4weindoch 17.01.2015 06:32
    Highlight Wieso nur Eurozone? Soviel ich verstanden hab, hat sich nicht der Euro ab- sondern der Franken aufgewertet. Es gilt also auch für Importe & Exporte außerhalb der Eurozone.
    1 3 Melden
    • Kian 17.01.2015 08:00
      Highlight Das ist richtig, aber mit den USA und UK haben wir eine positive Handelsbilanz, also weniger Importe.
      3 1 Melden
    • MediaEye 24.01.2015 19:19
      Highlight Das siehst du falsch; eben gerade hat sich der Euro abgewertet,
      1 1 Melden
    • kettcar #lina4weindoch 24.01.2015 23:05
      Highlight Zu dem Zeitpunkt, als ich es geschrieben habe, sah ich es absolut richtig. Wenn du mir sagst: "jetzt ist Wochenende", warte ich auch nicht bis Montag und antworte dir dann: "da liegst du aber falsch, denn heute ist Montag!"
      1 1 Melden
  • Beobachterin 16.01.2015 23:06
    Highlight Langes Gesicht auch bei mir, als ich mich heute in einem Handyshop nach dem voraussichtlichen Preis für Apples iPhone erkundigte. Genau gleich wie bisher und von einer Preissenung wisse man nichts. Dito auf der Homepage des Apple-Shops. Wer dort bestellt, wird direkt aus der EU mit den Geräten beliefert, die Rechnung bezahlt man per Kreditkarte - in Schweizer Franken. Und der Preis ist noch genau der selbe wie vor 2 Tagen. Schnell noch profitieren, heisst dort die Devise.
    6 0 Melden
    • Oban 17.01.2015 08:08
      Highlight Beim Schweizershop ist es ja wohl klar weshalb es nicht gesenkt wird.
      Der Händler hat die Ware noch zum alten Wechselkurs eingekauft und wird sicherlich nicht auf ein Gerät bei dem er schon zum alten Wechselkurs nichts verdient hat, auch noch einen Preisabschlag geben.
      Zum Shop der die Ware aus dem EU raum bezieht, da Apple die Preise ja einmal festlegt wird hier wegen der hohen Nachfrage sicherlich nicht der Preis gesenkt. Der aufwand ständig den Preis neu zu kalkulieren für ein Produkt das jeder will ist sowiso sinnlos.
      4 1 Melden
  • Matthias Studer 16.01.2015 22:36
    Highlight Interessant wäre noch, wieviel importieren die Exportfirmen für die Produktion.
    16 0 Melden
  • klugundweise 16.01.2015 22:33
    Highlight Aha, dann freuen wir uns doch auf die massiven Preisreduktionen auf allen importierten Gütern wie Autos, Lebensmittel, Elektronik, Energie (Oel, Gas, Importstrom), Kosmetika und und und... Auch die importierten Rohstoffe und Produktionsmittel (Saatgut, Dünger, Maschinen etc.) werden günstiger
    Nur, wer stellt sicher, dass diese auch wirklich den Konsumenten zu gute kommen ?
    20 1 Melden
    • manollito 17.01.2015 01:03
      Highlight Von Preisreduktionen haben wir beim letzten Mal auch nichts gespürt. Muss ein Phantom sein.
      5 0 Melden

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